Zürich (vwd) - Der US-Anwalt Edward Fagen will eine Klage gegen die UBS AG einreichen. Dabei gehe es um die Schweizer Interhandel, die frühere Tochter der I.G. Farbenindustrie AG i.A., Frankfurt, teilte die UBS am Montag mit. Der Anwalt wolle noch am Berichtstag Einzelheiten bekannt geben. Die Klage werde sich auf "neue Dokumente" stützen. Fagan werfe der UBS und der Regierung der Schweiz vor, sie hätten wichtige Dokumente über 50 Jahren unter Verschluss gehalten. Der Vorwurf sei jedoch "absolut unberechtigt",sagte ein UBS-Sprecher. Es gebe mehrere gültige Rechtsentscheide in den USA und in Deutschland, die die Position der UBS bestätigten.
IG Farben hatte 1928 in Basel die Finanzholding IG Chemie gegründet, die 1945 in Interhandel umbenannt wurde. In diese Filiale brachte die IG Farben in den 30er-Jahren zentrale Teile ihrer internationalen Tochtergesellschaften ein, darunter das US-Unternehmen GAF. Die Beziehungen zwischen der IG Farben und der Interhandel, die 1967 der damaligen Bankgesellschaft einverleibt wurde, waren bereits Gegenstand zahlreicher Rechtsstreitigkeiten: In den 80er-Jahren prozessierte die IG-Farben-Nachfolgerin gegen die UBS, um einen Teil des GAF-Erlöses zu erhalten. Die Klagen der IG Farben in Liquidation wurden 1988 aber abgewiesen.
vwd/AWP/29.12.2003/jhe/nas
29.12.2003, 07:00