27.07.2001
Was ist EM.TV wert?
Prior Börse
Nach Ansicht der Aktienexperten der "Prior Börse" rechtfertig das Beteiligungsportfolio von EM.TV (WKN 568480) keinesfalls eine milliardenschwere Börsenkapitalisierung.
Wie schon von den Experten befürchtet hätte das in München ansässige Unternehmen gestern gruselige Zahlen für das erste Quartal bekannt gegeben. Der Verlust belaufe sich mit 98 Mio. Mark auf fast die Hälfte des Umsatzes in Höhe von 209 Mio. Mark. Damit zähle das wild zusammengekaufte Konglomerat weiterhin zu den größten Geldvernichtern des Neuen Marktes. Gemäß dem Zwischenbericht würden sich die langfristigen Schulden auf 6,8 Mrd. Mark belaufen.
Angesichts dieser traurigen Fakten erscheine die Kursrallye der vergangenen Tage wie ein Stück aus dem Tollhaus. Binnen einer Woche hätten Zocker die Aktie um über 100%, auf zuletzt 4,28 Euro nach oben getrieben. Dies mache einen Börsenwert von rund 1,2 Mrd. Mark.
Es stelle sich nun die Frage, was Anleger dafür geboten bekämen. Wie schon erwähnt, einen großen Schuldenberg, der gegenüber dem Ende des ersten Quartals zwar schon deutlich abgetragen worden sein solle. Die Verbindlichkeiten lägen mit Sicherheit noch immer im Milliardenbereich.
Dem gegenüber stünden auch einige "Assets", deren Wert nach Erachten der Experten jedoch überschätzt werde. So zum Beispiel die Formel 1.Sie werde zwar derzeit auf etwa vier Mrd. Mark taxiert, doch müsste man wissen, dass EM.TV demnächst nur noch mit 17,25% beteiligt sein werde. Dies mache einen Gegenwert von weniger als 700 Mio. Mark. Des weiteren beinhalte die Beteiligung an Junior TV im wesentlichen einen Rechtekatalog an Kinderzeichentrickfilmen. Derzeit gehe es dieser Branche aber alles andere als gut. Den 45%-Anteil am Fernsehsender Tele München schätze man wohlwollen auf etwa 200 Mio. Mark. Dies würde der Bewertung mit einem Jahresumsatz entsprechen. Die defizitäre Tochter Jim Henson sei seit Jahren auf dem Markt. Es sei fraglich, ob sie sich überhaupt versilbern lasse.
Alle übrigen EM-TV-Töchter dürfe man getrost in die Schublade "Peanuts "stecken, so die Wertpapierexperten.
Das Beteiligungsportfolio der EM.TV deckt allenfalls die Schulden ab, rechtfertigt nach Ansicht der Experten der "Prior Börse" aber keinesfalls eine milliardenschwere Börsenkapitalisierung.
Was ist EM.TV wert?
Prior Börse
Nach Ansicht der Aktienexperten der "Prior Börse" rechtfertig das Beteiligungsportfolio von EM.TV (WKN 568480) keinesfalls eine milliardenschwere Börsenkapitalisierung.
Wie schon von den Experten befürchtet hätte das in München ansässige Unternehmen gestern gruselige Zahlen für das erste Quartal bekannt gegeben. Der Verlust belaufe sich mit 98 Mio. Mark auf fast die Hälfte des Umsatzes in Höhe von 209 Mio. Mark. Damit zähle das wild zusammengekaufte Konglomerat weiterhin zu den größten Geldvernichtern des Neuen Marktes. Gemäß dem Zwischenbericht würden sich die langfristigen Schulden auf 6,8 Mrd. Mark belaufen.
Angesichts dieser traurigen Fakten erscheine die Kursrallye der vergangenen Tage wie ein Stück aus dem Tollhaus. Binnen einer Woche hätten Zocker die Aktie um über 100%, auf zuletzt 4,28 Euro nach oben getrieben. Dies mache einen Börsenwert von rund 1,2 Mrd. Mark.
Es stelle sich nun die Frage, was Anleger dafür geboten bekämen. Wie schon erwähnt, einen großen Schuldenberg, der gegenüber dem Ende des ersten Quartals zwar schon deutlich abgetragen worden sein solle. Die Verbindlichkeiten lägen mit Sicherheit noch immer im Milliardenbereich.
Dem gegenüber stünden auch einige "Assets", deren Wert nach Erachten der Experten jedoch überschätzt werde. So zum Beispiel die Formel 1.Sie werde zwar derzeit auf etwa vier Mrd. Mark taxiert, doch müsste man wissen, dass EM.TV demnächst nur noch mit 17,25% beteiligt sein werde. Dies mache einen Gegenwert von weniger als 700 Mio. Mark. Des weiteren beinhalte die Beteiligung an Junior TV im wesentlichen einen Rechtekatalog an Kinderzeichentrickfilmen. Derzeit gehe es dieser Branche aber alles andere als gut. Den 45%-Anteil am Fernsehsender Tele München schätze man wohlwollen auf etwa 200 Mio. Mark. Dies würde der Bewertung mit einem Jahresumsatz entsprechen. Die defizitäre Tochter Jim Henson sei seit Jahren auf dem Markt. Es sei fraglich, ob sie sich überhaupt versilbern lasse.
Alle übrigen EM-TV-Töchter dürfe man getrost in die Schublade "Peanuts "stecken, so die Wertpapierexperten.
Das Beteiligungsportfolio der EM.TV deckt allenfalls die Schulden ab, rechtfertigt nach Ansicht der Experten der "Prior Börse" aber keinesfalls eine milliardenschwere Börsenkapitalisierung.