ifo-Institut: Weltwirtschaftsklima hellt sich auf - Lage weiter verschlechter
MÜNCHEN (dpa-AFX) - Das Klima der Weltwirtschaft hat sich im zweiten Quartal
laut einer Umfrage des ifo-Instituts erstmals seit Herbst 2007 wieder
aufgehellt. Der entsprechende Indikator sei von 50,1 Punkten im ersten Quartal
auf 64,4 Punkte erhöht, teilte das Münchener Forschungsinstitut am Dienstag mit.
Der Anstieg des Indikators resultiere aus den günstigeren Erwartungen für die
nächsten sechs Monate. Die Einschätzung der derzeitigen wirtschaftlichen Lage
habe sich dagegen erneut verschlechtert und fiel auf einen neuen historischen
Tiefstand.
Die Beurteilung der Lage sank von 45,7 Punkte auf 38,4 Punkte, die Erwartungen
hellten sich unterdessen deutlich von 54,4 Punkte auf 89,5 Punkte auf. Die
Wirtschaftserwartungen haben sich laut ifo in allen großen Regionen verbessert,
insbesondere in Nordamerika und Asien. 'Aber auch in West-, Mittel- und
Osteuropa, Russland und Lateinamerika wurden die Erwartungen für die nächsten
sechs Monate deutlich nach oben korrigiert', so die Experten. Die Lage werde
unterdessen besonders in Nordamerika und Westeuropa weiter als ausgesprochen
ungünstig bewertet.
Die Inflationserwartungen für 2009 seien mit 2,7 Prozent deutlich niedriger im
Vergleich zum Vorjahreswert von 5,4 Prozent. Im Verlauf der nächsten sechs
Monate rechnen die Experten zudem mit einem weiteren Nachlassen des
Preisanstiegs. Angesichts der Rezession und der spürbaren Verlangsamung des
Preisanstiegs wird nahezu überall, wo noch ein Spielraum vorhanden ist, mit
einem weiteren Rückgang der Leitzinsen gerechnet. Die langfristigen Zinsen
dürften sich dagegen nach Ansicht der Experten in den nächsten sechs Monaten
stabilisieren. Der japanische Yen wird mittlerweile als angemessen bewertet
angesehen, während das britische Pfund als leicht unterbewertet gilt. Der
US-Dollar wird erstmals seit Anfang 2007 als überbewertet angesehen.
Das ifo Institut befragt im vierteljährlichen Turnus Experten aus einer Vielzahl
von Ländern zur Konjunkturentwicklung und zu anderen Wirtschaftsdaten. An der
jüngsten Erhebung im April 2009 nahmen 1.040 Experten aus 90 Ländern teil. Die
Umfrage wird in Zusammenarbeit mit der Internationalen Handelskammer in Paris
(ICC) durchgeführt./dr/js