Warren Buffetts Stern glänzt heller denn je


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das Zentrum d.:

Warren Buffetts Stern glänzt heller denn je

 
05.03.04 08:51

27. Februar 2004 Der Stern von Warren Buffett, dem wohl erfolgreichsten Investor aller Zeiten, glänzt heller denn je. Während die Aktienmärkte in Amerika und Europa noch weit von ihren Allzeithochs entfernt sind, klettert die Aktie seines Firmenkonglomerats Berkshire Hathaway von einem Rekordhoch zum nächsten. In dieser Woche stieg die A-Aktie des Unternehmens, die wohl teuerste Aktie der Welt, bis auf 95.200 Euro. Der Kurs hat sich damit gegenüber dem langjährigen Tief von 41 300 Dollar am zehnten März 2000 mehr als verdoppelt.

An jenem zehnten März hatte die Spekulationsblase am amerikanischen Aktienmarkt ihren Höhepunkt erreicht. Die Anleger jagten seinerzeit Technologieaktien hinterher, Bewertungen und Geschäftsmodelle wurden kaum hinterfragt. In diesem Umfeld erschien Buffett wie ein Investor der gestrigen Generation, der die Zeichen der Zeit verschlafen hatte. Doch Buffett, zu dessen Anlageprinzipien es gehört, nicht in Branchen zu investieren, von denen er nichts versteht, ließ sich nicht beirren und ließ weiterhin die Finger von den digitalen Branchen. Modetrends, so lautet einer seiner Glaubenssätze, soll man an der Börse nicht nachjagen.

Buffett meidet „Modetrends“

Die technologielastige Nasdaq-Börse notiert noch heute rund 60 Prozent unter dem damaligen Hoch, während Berkshire Hathaway inzwischen mit einer Marktbewertung von 145 Milliarden Dollar zu den größten Aktiengesellschaften der Welt gehört. Buffett selbst kontrolliert 31 Prozent des Aktienkapitals - ein Vermögen von 45 Milliarden Dollar. Nur Microsoft-Gründer Bill Gates ist noch etwas reicher.


Ob die Aktie von Berkshire inzwischen überbewertet oder immer noch unterbewertet ist, darüber läßt sich Experten zufolge trefflich streiten. Denn Berkshire Hathaway, ein ehemals marodes Textilunternehmen aus Omaha in Nebraska, das Buffett vor fast 39 Jahren übernahm, hat eine Struktur, die zumindest unter den großen Standardwerten der Weltbörsen beispiellos sein dürfte. In den ersten 30 Jahren unter Buffetts Regie ähnelte Berkshire noch einem Aktienfonds, der vor allem in Gesellschaften investierte, die über klangvolle Marken und ein stetes Ertragsprofil verfügten. Noch heute sind Coca-Cola, American Express und Gillette mit einem Gesamtwert von mehr als 20 Milliarden Dollar die drei größten Einzelinvestments im Aktienmarkt.

Berkshire Hathaway ist stark versicherungslastig

Das Gesicht von Berkshire änderte sich aber spätestens Ende 1998, als das Unternehmen für 22 Milliarden Dollar den amerikanischen Rückversicherer General Re kaufte. Heute ist Berkshire einer der größten Versicherungskonzerne der Welt. Zum operativen Portfolio der Gruppe zählt aber auch noch ein buntes Sammelsurium von Firmen, die Buffett vor allem in jüngerer Zeit zugekauft hat, darunter der Energiekonzern MidAmerican Energy oder das Bekleidungsunternehmen Fruit of the Loom.

Berkshire weist zwar auch einen Gewinn je Aktie aus, der für 2003 nach Analystenschätzungen bei gut 3400 Dollar liegt. Das hieraus ableitbare Kurs-Gewinn-Verhältnis von 28 ist aber wenig aussagekräftig, da sich beispielsweise die Wertsteigerung des rund 35 Milliarden Dollar schweren Aktienportfolios nicht in dem Gewinn je Aktie niederschlägt. Manche Analysten sprechen resignierend von einem "Bewertungsmorast". Die meisten Wertpapierhäuser verzichten denn auch auf eine Analyse der Berkshire-Aktie, zumal das Papier für viele Kleinanleger eine Nummer zu groß ist. Selbst die weniger schwere B-Aktie wird derzeit für mehr als 3000 Dollar gehandelt.

Wenn Warren Buffett freilich in wenigen Tagen seinen jährlichen Aktionärsbrief verschickt, wird ihm wieder die ungeteilte Aufmerksamkeit der Wall Street gewiß sein. Vor einem Jahr tat das "Orakel von Omaha" kund, daß er sich weiterhin wenig im Aktienmarkt engagiere, "mangels attraktiver Preise". Zum 30. September vergangenen Jahres schob Berkshire Barmittel von 27 Milliarden Dollar vor sich her. Gerüchten zufolge soll sich Buffett, inzwischen ein Dollar-Skeptiker, zuletzt stark in Fremdwährungsmärkten engagiert haben.

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Text: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 28.02.2004, Nr. 50 / Seite 23
Bildmaterial: F.A.Z.




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