Warren Buffett sorgt für Aufsehen: Erste Anleihe mit Negativ-Zinsen
"Schweizer Verhältnisse" etabliert der Investment-Guru Warren Buffett an der New Yorker Wall Street: Er nimmt Geld auf und kriegt dafür sogar noch Zinsen.
NEW YORK. Warren Buffett hat geschafft, was bisher nur Schweizer Banken zuwege brachten: Er verkauft über seine Investmentfirma Berkshire Hathaway Obligationen mit Negativzinsen. Anders ausgedrückt: Er nimmt am Kapitalmarkt Geld auf und bekommt sogar noch Zinsen dafür. Es sei das erste Mal in der Geschichte, daß eine Firma ein Wertpapier mit negativem Zinssatz plaziert habe, freut sich der Milliardär. Buffett gilt mit einem geschätzten Vermögen von 33 Mrd. Dollar (35,86 Mrd. Euro) hinter Bill Gates als zweitreichster Mann der Welt.
Freuen darf sich auch Goldman Sachs, die Bank, die das Wertpapier mit dem Namen "SQUARZ" erfand und "strukturierte". Wofür die Buchstaben stehen, wird von Goldman Sachs allerdings nicht preisgegeben. Die Investmentbanken verpassen den von ihnen kreierten Produkten gern Bezeichnungen, um im Fall von Nachahmungen patent-ähnliche Rechte geltend machen zu können.
Die Obligationen verleihen das Recht, Aktien von Berkshire Hathaway zu einem fixen Preis von 15 Prozent über dem heutigen Börsenkurs zu kaufen. Die Option ist fünf Jahre lang gültig. Aber statt für ihre Obligationen Zins zu kriegen, müssen die Geldgeber Berkshire Hathaway etwas zahlen. Pro Jahr zahlen sie einen Negativzins von zirka 0,75 Prozent.
Wenn der Aktienkurs von Berkshire Hathaway absacken und die Wandeloptionen (Anleihen, die später in Aktien getauscht werden können) praktisch wertlos werden sollten, müssen sie wenigstens nicht für den ganzen Rest der Laufzeit Negativ-Zinsen bezahlen.
Warren Buffett Geld zu leihen ist offenbar ein Privileg. Viele Großinvestoren stiegen jedenfalls auf das Angebot ein: Statt der erwarteten 288 Mill. Dollar kamen bei der Privatplazierung - an der sich nur institutionelle Anleger beteiligen durften - 400 Mill. Dollar herein. Jetzt überlegt Buffett, ob er auf die gleiche Art noch weitere 100 Mill. Dollar aufnehmen soll. "Obwohl es so etwas noch nie gegeben hat, schien im heutigen Zins-Umfeld eine solche Transaktion möglich", strahlte Buffett.
Ihm traut man offenbar am ehesten zu, in den nächsten Jahren den Aktienkurs zu steigern. Seit der Gründung des Konzerns vor 37 Jahren ist der Aktienkurs von Berkshire Hathaway um das Viertausendfache gestiegen. Heute kostet eine Aktie die Kleinigkeit von 77.000 Dollar.
Das über die Anleihe lukrierte Geld will Buffett für "allgemeine Unternehmenszwecke" verwenden. Näheres läßt sich der "Weise von Omaha" nicht entlocken, aber an der Wall Street vermutet man, daß er Geld aufnehmen will, um Akquisitionen zu tätigen. Bereits letztes Jahr übernahm Berkshire Hathaway mehr Firmen als je zuvor. In den kommenden Jahren dürfte der Berkshire-Konzern seine Expansion noch beschleunigen. Schließlich werden viele Firmen günstig zu haben sein, sollte sich der Börsenkollaps weiter fortsetzen.
"Schweizer Verhältnisse" etabliert der Investment-Guru Warren Buffett an der New Yorker Wall Street: Er nimmt Geld auf und kriegt dafür sogar noch Zinsen.
NEW YORK. Warren Buffett hat geschafft, was bisher nur Schweizer Banken zuwege brachten: Er verkauft über seine Investmentfirma Berkshire Hathaway Obligationen mit Negativzinsen. Anders ausgedrückt: Er nimmt am Kapitalmarkt Geld auf und bekommt sogar noch Zinsen dafür. Es sei das erste Mal in der Geschichte, daß eine Firma ein Wertpapier mit negativem Zinssatz plaziert habe, freut sich der Milliardär. Buffett gilt mit einem geschätzten Vermögen von 33 Mrd. Dollar (35,86 Mrd. Euro) hinter Bill Gates als zweitreichster Mann der Welt.
Freuen darf sich auch Goldman Sachs, die Bank, die das Wertpapier mit dem Namen "SQUARZ" erfand und "strukturierte". Wofür die Buchstaben stehen, wird von Goldman Sachs allerdings nicht preisgegeben. Die Investmentbanken verpassen den von ihnen kreierten Produkten gern Bezeichnungen, um im Fall von Nachahmungen patent-ähnliche Rechte geltend machen zu können.
Die Obligationen verleihen das Recht, Aktien von Berkshire Hathaway zu einem fixen Preis von 15 Prozent über dem heutigen Börsenkurs zu kaufen. Die Option ist fünf Jahre lang gültig. Aber statt für ihre Obligationen Zins zu kriegen, müssen die Geldgeber Berkshire Hathaway etwas zahlen. Pro Jahr zahlen sie einen Negativzins von zirka 0,75 Prozent.
Wenn der Aktienkurs von Berkshire Hathaway absacken und die Wandeloptionen (Anleihen, die später in Aktien getauscht werden können) praktisch wertlos werden sollten, müssen sie wenigstens nicht für den ganzen Rest der Laufzeit Negativ-Zinsen bezahlen.
Warren Buffett Geld zu leihen ist offenbar ein Privileg. Viele Großinvestoren stiegen jedenfalls auf das Angebot ein: Statt der erwarteten 288 Mill. Dollar kamen bei der Privatplazierung - an der sich nur institutionelle Anleger beteiligen durften - 400 Mill. Dollar herein. Jetzt überlegt Buffett, ob er auf die gleiche Art noch weitere 100 Mill. Dollar aufnehmen soll. "Obwohl es so etwas noch nie gegeben hat, schien im heutigen Zins-Umfeld eine solche Transaktion möglich", strahlte Buffett.
Ihm traut man offenbar am ehesten zu, in den nächsten Jahren den Aktienkurs zu steigern. Seit der Gründung des Konzerns vor 37 Jahren ist der Aktienkurs von Berkshire Hathaway um das Viertausendfache gestiegen. Heute kostet eine Aktie die Kleinigkeit von 77.000 Dollar.
Das über die Anleihe lukrierte Geld will Buffett für "allgemeine Unternehmenszwecke" verwenden. Näheres läßt sich der "Weise von Omaha" nicht entlocken, aber an der Wall Street vermutet man, daß er Geld aufnehmen will, um Akquisitionen zu tätigen. Bereits letztes Jahr übernahm Berkshire Hathaway mehr Firmen als je zuvor. In den kommenden Jahren dürfte der Berkshire-Konzern seine Expansion noch beschleunigen. Schließlich werden viele Firmen günstig zu haben sein, sollte sich der Börsenkollaps weiter fortsetzen.