BANGE BÖRSE
Wahlergebnis könnte Dax belasten
Nach dem unklaren Ausgang der Bundestagswahl rechnen Börsenexperten mit kurzfristigen Kursverlusten am deutschen Aktienmarkt. Einen langfristigen Abwärtstrend erwarten die Beobachter dagegen nicht - es sei denn, die Koalitionsverhandlungen geraten zur Hängepartie.
Frankfurt am Main - Einen Dämpfer beim wichtigsten deutschen Aktienindex Dax Chart zeigen erwarten die Kapitalmarktexperten Rolf Elgeti von der niederländischen Großbank ABN Amro und der SEB-Chefanlagestratege Klaus Schrüfer. Sie rechneten jedoch nicht mit dauerhaften Verlusten. "Die Unternehmen werden profitabler und sind niedrig bewertet. Diese fundamentalen Faktoren werden sich wieder durchsetzen", sagte Schrüfer.
Giuseppe Amato, Marktstratege beim Broker Lang & Schwarz, rechnet ebenfalls mit nachgebenden Märkten. "Die Große Koalition ist zwar kein Schreckgespenst, allerdings wird die Unklarheit darüber, wer denn eine solche Koalition führen wird - die CDU oder die SPD - bei den Investoren für Unsicherheit sorgen", sagte Amato. "Der Dax hat deshalb Rückschlagpotenzial bis auf etwa 4800 Punkte."
Fondsmanagers Thomas Meier von Union Investment hält in den kommenden Tagen "größere Schwankungen" am Aktienmarkt für möglich. "Wir sehen aber keinen Grund für einen deutlichen Trend nach unten", sagte er in einem Gespräch mit der Nachrichtenagentur dpa. Es wäre aber fatal, wenn sich die Diskussionen über die Bildung einer neuen Regierung lange hinziehen würden. "Eines mag die Börse gar nicht - nämlich Unsicherheit", so Meier.
Furcht vor der Hängepartie
Auch andere Experten halten bei voraussichtlich langwierigen Verhandlungen über eine Regierungsbildung auf mittlere Sicht eine Schwächephase bei deutschen Aktien für möglich. "Sollten sich die Koalitionsverhandlungen über Wochen hinziehen, dann könnten vor allem die ausländischen Investoren, die zuletzt hohe Summen am deutschen Aktienmarkt in der Hoffnung auf zunehmende Reformen investiert hatten, sich wieder zurückziehen", warnte Fondsmanager Markus Steinbeis von Activest. "Die Konsequenz wäre, dass der Dax sich im Vergleich zu anderen europäischen Börsen weniger stark entwickeln würde."
Bei der Bundestagswahl kamen CDU/CSU und FDP nicht auf die von den Märkten erhoffte Mehrheit. Rot-Grün wurde zwar abgewählt, gemeinsam mit der Links Partei kämen SPD und Grüne allerdings auf eine Mehrheit. SPD-Spitzenpolitiker erteilten am Abend einem solchen Bündnis oder einer Duldung einer rot-grünen Koalition durch die Linke jedoch eine klare Absage. CDU/CSU und SPD könnten sich in einer Großen Koalition auf mehr als zwei Drittel der Stimmen im Parlament stützen. Auch wäre nach den Hochrechnungen eine "Ampelkoalition" von SPD, Grünen und FDP rechnerisch möglich, diese schloss aber wiederum FDP-Parteichef Guido Westerwelle kategorisch aus.
Vor dem Urnengang hatten die meisten Börsianer auf einen deutlichen Wahlsieg von Union und FDP gehofft, da sie sich von einer schwarz-gelben Regierungskoalition eine Beschleunigung der Reformpolitik erwarten. Der Dax hatte seit der Ankündigung vorgezogener Neuwahlen durch Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) im Mai daher knapp 15 Prozent zugelegt und damit stärker gewonnen als die meisten europäischen Aktienmärkte.
Euro auf Talfahrt
SEB-Chefanlagestratege Schrüfer sieht nach dem Wahlausgang auch den Euro unter Druck. Viele Akteure am Devisenmarkt hätten auf eine Regierung aus Union und FDP mit radikaleren Wirtschaftsreformen spekuliert.
Tatsächlich hat die Bundestagswahl den Kurs der Gemeinschaftswährung auf den tiefsten Stand seit einem Monat gedrückt. So kostete der Euro am Morgen 1,2132 Dollar. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am Freitag vor den Bundestagswahlen noch auf 1,2243 Dollar festgesetzt.
Quelle: spiegel.de
...be invested
Der Einsame Samariter
Wahlergebnis könnte Dax belasten
Nach dem unklaren Ausgang der Bundestagswahl rechnen Börsenexperten mit kurzfristigen Kursverlusten am deutschen Aktienmarkt. Einen langfristigen Abwärtstrend erwarten die Beobachter dagegen nicht - es sei denn, die Koalitionsverhandlungen geraten zur Hängepartie.
Frankfurt am Main - Einen Dämpfer beim wichtigsten deutschen Aktienindex Dax Chart zeigen erwarten die Kapitalmarktexperten Rolf Elgeti von der niederländischen Großbank ABN Amro und der SEB-Chefanlagestratege Klaus Schrüfer. Sie rechneten jedoch nicht mit dauerhaften Verlusten. "Die Unternehmen werden profitabler und sind niedrig bewertet. Diese fundamentalen Faktoren werden sich wieder durchsetzen", sagte Schrüfer.
Giuseppe Amato, Marktstratege beim Broker Lang & Schwarz, rechnet ebenfalls mit nachgebenden Märkten. "Die Große Koalition ist zwar kein Schreckgespenst, allerdings wird die Unklarheit darüber, wer denn eine solche Koalition führen wird - die CDU oder die SPD - bei den Investoren für Unsicherheit sorgen", sagte Amato. "Der Dax hat deshalb Rückschlagpotenzial bis auf etwa 4800 Punkte."
Fondsmanagers Thomas Meier von Union Investment hält in den kommenden Tagen "größere Schwankungen" am Aktienmarkt für möglich. "Wir sehen aber keinen Grund für einen deutlichen Trend nach unten", sagte er in einem Gespräch mit der Nachrichtenagentur dpa. Es wäre aber fatal, wenn sich die Diskussionen über die Bildung einer neuen Regierung lange hinziehen würden. "Eines mag die Börse gar nicht - nämlich Unsicherheit", so Meier.
Furcht vor der Hängepartie
Auch andere Experten halten bei voraussichtlich langwierigen Verhandlungen über eine Regierungsbildung auf mittlere Sicht eine Schwächephase bei deutschen Aktien für möglich. "Sollten sich die Koalitionsverhandlungen über Wochen hinziehen, dann könnten vor allem die ausländischen Investoren, die zuletzt hohe Summen am deutschen Aktienmarkt in der Hoffnung auf zunehmende Reformen investiert hatten, sich wieder zurückziehen", warnte Fondsmanager Markus Steinbeis von Activest. "Die Konsequenz wäre, dass der Dax sich im Vergleich zu anderen europäischen Börsen weniger stark entwickeln würde."
Bei der Bundestagswahl kamen CDU/CSU und FDP nicht auf die von den Märkten erhoffte Mehrheit. Rot-Grün wurde zwar abgewählt, gemeinsam mit der Links Partei kämen SPD und Grüne allerdings auf eine Mehrheit. SPD-Spitzenpolitiker erteilten am Abend einem solchen Bündnis oder einer Duldung einer rot-grünen Koalition durch die Linke jedoch eine klare Absage. CDU/CSU und SPD könnten sich in einer Großen Koalition auf mehr als zwei Drittel der Stimmen im Parlament stützen. Auch wäre nach den Hochrechnungen eine "Ampelkoalition" von SPD, Grünen und FDP rechnerisch möglich, diese schloss aber wiederum FDP-Parteichef Guido Westerwelle kategorisch aus.
Vor dem Urnengang hatten die meisten Börsianer auf einen deutlichen Wahlsieg von Union und FDP gehofft, da sie sich von einer schwarz-gelben Regierungskoalition eine Beschleunigung der Reformpolitik erwarten. Der Dax hatte seit der Ankündigung vorgezogener Neuwahlen durch Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) im Mai daher knapp 15 Prozent zugelegt und damit stärker gewonnen als die meisten europäischen Aktienmärkte.
Euro auf Talfahrt
SEB-Chefanlagestratege Schrüfer sieht nach dem Wahlausgang auch den Euro unter Druck. Viele Akteure am Devisenmarkt hätten auf eine Regierung aus Union und FDP mit radikaleren Wirtschaftsreformen spekuliert.
Tatsächlich hat die Bundestagswahl den Kurs der Gemeinschaftswährung auf den tiefsten Stand seit einem Monat gedrückt. So kostete der Euro am Morgen 1,2132 Dollar. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am Freitag vor den Bundestagswahlen noch auf 1,2243 Dollar festgesetzt.
Quelle: spiegel.de
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