eine sehr interessante darstellung von "robin hood" im wirtschftsblatt.at zur situation bei MEL:
Ich bin seit über 25 Jahren im Sinne meiner Kunden als Einzelkämpfer am Kapitalmarkt tätig und verfolge die Berichterstattung bezüglich der österr. Immoaktien mit besonderem Interesse. Ich bin jedoch über die ziemlich einseitige Betrachtungsweise bestürzt! Im NEWS 36/07 konnte man anläßlich des Artikels "Spekulantencoup um Meinl" in einem kleinen Kästchen "Die Strategie der Spekulanten" ein wenig über die eigentliche Auslösung der rapiden Abwärtsbewegung lesen.
Dazu möchte ich nun einige Inputs für die weitere Recherche der wahrscheinlich eigentlichen Hintergründe der hausgemachten Krise übermitteln:
Seit Monaten wurden immer wieder Turbo Longzertifikate (als Körberlgeld für die Emittenten unter dem Vorwand der Markterfordernis der Anleger - besser gesagt - Spieler) auf die österr. Immobilienaktien emittiert (ich nehme an, Sie wissen wie diese Konstrukte funktionieren), was ja solange kein Problem war, als die Immoaktien (z.T. überproportional) stiegen, ...
schließlich wurden sie laufend - speziell durch einzelne institutionelle Investoren (aber auch indexnachbildenden Fonds) - hochgekauft. Als dann schön langsam Gewinnmitnahmen einsetzten (aufgrund der Volumina kaum von Kleinanlegern) ließ jemand durch Shortverkäufe die Bombe platzen und wir konnten am 30.7. eindrucksvoll feststellen, wie das Kartenhaus der Turbos (Emittenten Erste Bank, RCB, Soc. Generale, ABN Amro) zusammenstürzte!
Bis dato fehlt mir jede Berichterstattung, wer daran Interesse gehabt haben könnte, die Bombe platzen zu lassen! Gestatten Sie mir folgende einfache Überlegung:
Die österr. Immoaktien hatten durch die vielen Kapitalerhöhungen im Frühjahr bereits eine Marktkapitalisierung von über 20 MRD. Euro erreicht. Leider schütteten sie jedoch -zur Freude der Anleger - keine Dividende aus. Das bedeutet aber für den Staat keine KEST-einnahmen wie bei anderen Einlagen (von dort waren die Investments ja gekommen). Immerhin würde z. B. eine nur 3%ige Ausschüttungsrendite ein KEST-aufkommen von rd. 150 Mio. Euro/Jahr bedeuten! (20MRD - 3%=600Mio, davon 25%). Wenigstens zahlten die Immogesellschaften mit Sitz in Österreich auf ihre Mieterlöse Steuern. Leider jedoch nicht die MEL mit Sitz in Jersey! (Und ebenso nun MAI und MIP).
Könnte es nicht sein, dass die "Entzauberung" der Immoaktien nur deswegen von "höherer Stelle" inszeniert wurde!!!
Sollte es vielleicht gleichzeitig eine " Bestrafung" für die Kleinanleger sein? Warum hat z. B. Hr. Petrikovics ab sofort eine Dividende für die Immofinanz vorgeschlagen?
Leider war Julius V. nicht gleich so kooperativ und so gönnen ihm nun die verschiedensten Medien (vielleicht auch aufgrund von Weisungen?) täglich Schlagzeilen - genügt die Ankündigung der Firmensitzverlegung weg von Jersey jetzt endlich?!?
Warum darf Flöttl jun. nicht, wie viele andere auch, Immoaktien kreditfinanziert kaufen? Haben Sie eine Ahnung, wieviele Aktien von CA-Immo bzw. Immofinanz und Immoeast kreditfinanziert in Depots einer BA-CA bzw. anderer Institute schlummern? Es gibt von diversen Finanzvertrieben (wahrscheinlich jene die jetzt klagen wollen) nahezu unterschriftsfertige Modelle dafür! Mit ein bißchen Eigenkapital und Bonität ist sich keine Bank zu schade, dies zu tun. Steigt doch ständig der Druck von Umsatz und Ertrag!
Und warum (wie das Profil morgen schreibt) soll eine MEL kein Commercial Paper als Kurzfristfinanzierung bis zur nächsten Kapitalerhöhung aufnehmen, wenn sie unterschriftsfertige Projekte hat? Jeder Häuselbauer wird sich zuerst die Finanzierung sicherstellen bevor er das Projekt unterschreibt und startet! Natürlich wird die MEL dies bei der Hausbank (in diesem Fall die MeinlBank) tun, damit das Geschäft "in der Familie" bleibt!
Nochmals - ich bin entsetzt, wie einseitig hier durch die Medien berichtet wird! Wie die Meute hinter dem scheuen Hasen!
Was hier - unterstützt durch die Hetzjagd der Medien - auf dem Rücken der Kleinanleger ausgetragen wird, ist ungeheuerlich!Meine Herrschaften bedenken Sie auch Folgendes:
Schon zwei Wochen nach dem Showdown konnte man in der Zeitung lesen, dass z. B. speziell im Falle MEL 95% der institutionellen Anleger draußen waren. Diese hatten sich ja durch die Turbos praktisch schadlos gehalten bzw. durch Shortverkäufe ja sogar noch dazuverdient! Danach begannen die völlig entnervten Kleinanleger in großem Stil zu verkaufen und die "gierigen Hände" der Institutionellen griffen gerne zu, indem sie mit großvolumigen Kauforders die Kurse weiter nach unten zogen - man konnte dies sehr gut in den Handelssystemen verfolgen!Ich appelliere an Sie, recherchieren Sie und betrachten Sie auch die angesprochenen Aspekte, bedenken Sie Ihre Verantwortung einer "unabhängigen" Berichterstattung und helfen Sie damit vor Allem den Kleinanlegern, die noch investiert sind.
Schließlich will man seit Jahren aus den Österreichern ein Volk von Aktionären machen - mit dieser Hetzjagd sicher nicht!
Dies meint ein seit Jahrzehnten mit den "schweinischen" Möglichkeiten der Börse vertrauter
lg forest