Das kann technisch als Senkung des Ausblicks, mit viel Fantasie auch als leichte Gewinnwarnung gesehen werden.
Allerdings ging man im Ausblick von einem deutlich höheren Ergebnis als 2026. Der gesenkte Ausblick sagt nun, dass das höhere Ergebnis in 2028 nun etwas niedriger liegen wird als angepeilt. Unterm Strich wird es jedoch noch immer ein besseres Ergebnis als 2026 sein zum jetzigen Stand.
Nun erklärt sich möglicherweise, weshalb die LV trotz der positiven Nachrichten vom Wochenende weiter Aktien in den Markt gedrückt haben. Man hat dort möglicherweise wohl schon Wind von einer Prognosesenkung bzw. "Gewinnwarnung" bekommen.
2026 wird also am unteren Rand der Prognose (die Spannweite beträgt zwischen dem unteren und oberen Rand lediglich 100 mio) liegen. Das ist jetzt keine wirkliche Überraschung. So hatte man sich für 2026 ohnehin bereits vollständig refinanziert und für 2027 sind es nur noch rund 3 mrd, soweit ich weiß. Dass dies natürlich etwas auf das Ergebnis durchschlägt, ist jetzt wieder keine Überraschung und war klar. Allerdings kommt nun natürlich der Effekt zum tragen, den ich schon häufig genannt hatte: Den steigenden Zinsen laufen die höheren Mieteinnahmen entgegen. Unterm Strich steigt das Ergebnis im Vergleich zum jeweiligen Vorjahr jedoch noch immer moderat an.
Wer hier mit einem Ergebniseinbruch gerechnet hat, wird enttäuscht. Auch die Bewertungen sollen voraussichtlich stagnieren. Also weder weiter steigen, noch absinken. Wer hier mit hohen Abschreibungen gerechnet hat wird ebenfalls enttäuscht. Zwar drücken die höheren Zinsen auf die Werte, allerdings pushen die höheren Mieten diese umgekehrt wieder. Unterm Strich bleibt also alles, wie es Anfang 2026 war.
Was nun jedoch nicht ausgeschlossen ist, und so ungern ich das auch sage jedoch vermutlich nicht ganz unvernünftig zugleich, könnte "Liquiditätsschonung" bzw. "Liquiditätserhalt" nun auch bedeuten, dass die Dividende moderat gesenkt wird um das Geld für den Fall der Fälle im Konzern zu behalten bzw. für die Schuldensenkung zu verwenden. Zwar hätte ich gerne wieder die 1,25 Euro pro Aktie, allerdings wären auch 0,80 oder 0,85 okay, wenn der Konzern dafür dann einfach rund 400 mio mehr an Polster hat. Das Geld kann dann im nächsten Jahr noch immer ausgeschüttet werden.
Allerdings muss es natürlich so auch nicht kommen. Zumindest wurde hinsichtlich Liquiditätsschonung eher ein Zurückfahren von gewissen Investitionen (Neubau bzw. Entwicklung, zudem der Ausbau der PV Sparte, etc.) genannt und nicht das Kürzen der Dividende.
Unterm Strich haut mich diese mehr also moderate Anpassung des Ausblicks jetzt wirklich nicht vom Hocker. Da ist die Halbierung der Marge von z.B. Symrise oder aber die deutliche Gewinnwarnung von Mercedes eine andere Hausnummer.
Angesichts des wirklich ausgebombten Kurses sollte das um ein Vielfaches bereits eingepreist sein. Allerdings sagt mir mein Bauchgefühl, dass die Hedgefonds auch das zum weiteren Leerverkauf nicht ungenutzt lassen dürften.
Jetzt hatten wir dann wirklich mal absolut jeden Mist, der in den letzten 12 Monaten über die Aktie hereingebrochen ist. Da könnten einige auf eine dicke fette Gewinnwarnung gehofft haben... Ich wage die Prognose, dass jetzt wirklich alles inkl. der Machtübernahme durch den Antichristen eingepreist sein sollte. Es könnte nun also gerne nachhaltig nach Norden drehen. So wegen mir, meine ich.