Dieses ernüchternde Bild ergibt sich aus internen Unterlagen aus dem Ministerium, die dem SPIEGEL vorliegen. Autokonzerne konnten den Untersuchungsbericht zur Abgasaffäre in wichtigen Passagen selbst schreiben.
Porsche bedankte sich für "konstruktive Zusammenarbeit"
Dazu diente ihnen, wie das Beispiel Porsche zeigt, die praktische Korrekturfunktion des Textverarbeitungsprogramms Word:
Ein leitender Mitarbeiter des Stuttgarter Sportwagenherstellers ersetzte im Berichtsteil zum Geländewagen Macan in der Word-Datei des Bundesverkehrsministeriums "Abschalteinrichtung" durch "Abgassystem".
Außerdem tilgte er auch einen weiteren kritischen Hinweis auf die Abgasmanipulation. Eine mögliche Rückrufaktion, die für das Dieselfahrzeug angeordnet werden könnte, sollte als freiwillig dargestellt werden.
Der zuständige Mitarbeiter im Kraftfahrt-Bundesamt akzeptierte sämtliche Änderungen des Porsche-Vertreters. In einer E-Mail bestätigte er, die Korrekturen vorgenommen zu haben. Der Porsche-Manager bedankte sich daraufhin in einer E-Mail vom 29. Februar 2016 prompt für die "konstruktive Zusammenarbeit".
Der Porsche Macan war in den Abgastests der Untersuchungskommission mit deutlich erhöhten Stickoxid-Werte aufgefallen, der durch den Einsatz von Abschalteinrichtungen erklärt werden kann.
