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26.04.02 12:00
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Treffen der Ersatzwesen

Der Computer-Visionär Jaron Lanier entwickelt künstliche Welten, mit denen sich Menschen in einer fernen Zukunft ihre Träume erzählen könnten. mehr...


Treffen der Ersatzwesen




© Gabor Ekecs
Eyematic: Orang Dialemeh, Jaron Lanier und Hartmut Neven (von links) denken spielerisch über neue Arten digitaler Kommunikation nach
 

"Wenn uns eine Delegation von Außerirdischen besuchen würde, hätten sie bestimmt Mitleid", sagt Jaron Lanier. "Wir Menschen stecken in Säcken aus Haut. Um uns zu verständigen, stoßen wir Laute mit einem Organ aus, das eigentlich für die Nahrungsaufnahme gemacht ist." Jaron Lanier sitzt in einem Café im beschaulichen Sausalito, gleich hinter der Golden Gate Bridge bei San Francisco, und beobachtet erwartungsvoll die Reaktion seines Gesprächspartners.

Klug ohne Diplom
Solch schräge Überlegungen stellt dieser Philosoph des Computer-Zeitalters andauernd an, und sie bringen ihn zu erstaunlichen Einsichten. "Renaissance Man" wird er auch genannt. Der 41-jährige Amerikaner hat zwar nie ein Universitätsdiplom erhalten, als geistiger Vater der "Virtual Reality" aber trotzdem Computergeschichte geschrieben. Das ist jene digitale Parallelwelt, die nur in den Schaltkreisen von Computern existiert. Computerspiel-Welten oder High-Tech-Filme wie "Herr der Ringe" wären ohne Virtual Reality undenkbar. Ach ja. Daneben macht Lanier Musik, schreibt Essays über Technik oder Politik und arbeitet in Firmen und Forschungsprojekten an neuen Kommunikationstechnologien. Das schafft nur ein ganz kluger Kopf.

Synthesizer mit Grimassen bedienen

Bei Sex und Musik kommen Menschen sich am nächsten, findet Lanier, Sprache ist dabei nicht im Weg. Aber er will mehr. Lanier stellt sich vor, dass Aliens irgendwo da draußen ihre Gehirne direkt miteinander verbinden können. Und es wäre doch schön, wenn auch Menschen sich irgendwann über diesen sehr kurzen Draht näher kämen. Solche Ideen hat Lanier, wenn er nicht gerade auf dem Weltwirtschaftsforum mit dem Chef von Nokia plaudert, in seiner mit über 700 Instrumenten vollgestopften New Yorker Wohnung Essays schreibt oder in seinem Holzhäuschen in Sausalito Synthesizer mit Grimassen steuert.

Wie nimmt man in der Wüste Kontakt auf
Vielleicht ist an Lanier ein Science-Fiction-Schreiber verloren gegangen. Der massige Mann mit Dreadlocks, wachen, warmen Augen und einem jungenhaften Lachen ist aber kein freischwebender Spinner, sondern High-Tech-Romantiker. "Ich bin in der Wüste von New Mexico groß geworden, und meine Mutter starb, als ich noch sehr klein war", erzählt er leise. "Ich fühlte mich einsam und habe mich gefragt, wie man mit anderen Menschen Kontakt aufnehmen kann."


V I S I O N E N erinnern mich stark an die Zeiten von MS-DOS, Windows 3.0 usw.


fG
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