Dramatische Mittelabflüsse seit den Terroranschlägen. Manager können Schnäppchenpreise nur bedingt ausnutzen
Ratlosigkeit an den Börsen
Berlin - Aktienfondsmanager sind nur bedingt einsatzbereit. Auch wenn sie nach den drastischen Kursverlusten wieder kräftig mitmischen wollten - Anleger haben sie an die kurze Leine genommen. Seit den Terroranschlägen zogen Investoren reihenweise ihre Gelder aus Aktienfonds ab. Einzig die regelmäßigen Zuflüsse aus vermögenswirksamen Leistungen oder Sparplänen verhinderten das große Desaster. Doch im Vergleich zu den hohen Zuflüssen des vergangenen Jahres stellt sich die Situation insgesamt doch dramatisch dar. Beobachter rechnen für den September mit einem Rückgang beim Mittelaufkommen von 90 Prozent.
Am düstersten ist die Situation beim Deutschen Investment Trust (DIT). Aus den Aktienfonds der Dresdner-Bank-Tochter flossen zwischen dem 11. und 19. September über 700 Millionen Euro ab. Im vergangenen Jahr hatten die Anleger im gleichen Zeitraum noch 206 Mio. Euro den Fondsmanagern zur Verfügung gestellt. Auch bei Union Investment müssen die Profis mit weniger Mitteln auskommen. Flossen im kompletten September 2000 noch über 1,1 Mrd. Euro in die Aktienfonds der Genossen, lösten seit dem Tag der Terrorattacke Anleger Anteile in Höhe von 45 Mio. Euro auf. "Wir haben zwar nach dem Kurseinbruch durch das Auflösen von Cash-Beständen einige Positionen an der Börse aufgebaut. Doch die Schnäppchenpreise können wir nicht vollständig ausnutzen, weil einfach kein frisches Geld mehr kommt", sagt Olgerd Eichler, Fondsmanager bei Union Investment. "Das ist eine Situation, die wir noch nicht kannten."
Selbst Fondsmanager, die wie Trudbert Merkel von der Deka noch über leichte Zuflüsse verfügen, mussten ihre Cashpositionen abschmelzen, um Marktchancen wahrzunehmen. "Die historischen Bewertungstiefs bei einzelnen Aktien haben wir zu Zukäufen genutzt", so Merkel. "Bei einer Daimler unter 30 Euro, einer Siemens unter 35 Euro oder BMW bei 22 Euro konnte man einfach nicht widerstehen."
Doch für eine nachhaltige Rallye beim Dax müssen auch die Fondsanleger wieder mitspielen und den Managern frische Mittel zur Verfügung stellen. Denn die großen Versicherungen sitzen noch auf immensen Aktienbeständen, die sie zur Begleichung der Terrorschäden zu Geld machen müssen. "Da kann man nur schwer gegenhalten. Kurzfristig könnte noch einmal Verkaufsdruck aufkommen", so Eichler. Dabei ist Liquidität für die Börsen eigentlich reichlich vorhanden. Die Anleger haben riesige Summen in Geldmarktfonds geparkt. Allein bei Union Investment flossen in diese Produkte seit den Terroranschlägen 118 Mio. Euro und damit mehr als aus den Aktienfonds abgezogen wurde. Und auch beim DIT ist die Lage weniger dramatisch, wenn man die Zuflüsse in die Geldmarktfonds mit betrachtet. "Bei der Rückbesinnung der Anleger auf den Aktienmarkt spielen die Notenbanken eine große Rolle", sagt Christoph Niesel, Fondsmanager beim DIT. "Je weiter die Leitzinsen sinken, desto unattraktiver wird der Geldmarkt." Ab einem bestimmten Zinsniveau würden die Anleger regelrecht in Aktien gedrängt.
Andere Fondsmanager können hier schon Fortschritte vermelden. So flossen nach einem Rückgang nach der Terrorattacke Aktienmanager Jörg Kloy von SEB Invest wieder mehr Mittel zu. Er hat sein Depot wieder stärker auf eine Trendwende ausgerichtet. "Entweder die Situation eskaliert völlig, und dann wird man auch mit Cash nicht mehr glücklich. Wahrscheinlicher sei jedoch, dass wir in einem Jahr sagen werden: Das war der Einstiegszeitpunkt."
Gruß Kostolmoney
Ratlosigkeit an den Börsen
Berlin - Aktienfondsmanager sind nur bedingt einsatzbereit. Auch wenn sie nach den drastischen Kursverlusten wieder kräftig mitmischen wollten - Anleger haben sie an die kurze Leine genommen. Seit den Terroranschlägen zogen Investoren reihenweise ihre Gelder aus Aktienfonds ab. Einzig die regelmäßigen Zuflüsse aus vermögenswirksamen Leistungen oder Sparplänen verhinderten das große Desaster. Doch im Vergleich zu den hohen Zuflüssen des vergangenen Jahres stellt sich die Situation insgesamt doch dramatisch dar. Beobachter rechnen für den September mit einem Rückgang beim Mittelaufkommen von 90 Prozent.
Am düstersten ist die Situation beim Deutschen Investment Trust (DIT). Aus den Aktienfonds der Dresdner-Bank-Tochter flossen zwischen dem 11. und 19. September über 700 Millionen Euro ab. Im vergangenen Jahr hatten die Anleger im gleichen Zeitraum noch 206 Mio. Euro den Fondsmanagern zur Verfügung gestellt. Auch bei Union Investment müssen die Profis mit weniger Mitteln auskommen. Flossen im kompletten September 2000 noch über 1,1 Mrd. Euro in die Aktienfonds der Genossen, lösten seit dem Tag der Terrorattacke Anleger Anteile in Höhe von 45 Mio. Euro auf. "Wir haben zwar nach dem Kurseinbruch durch das Auflösen von Cash-Beständen einige Positionen an der Börse aufgebaut. Doch die Schnäppchenpreise können wir nicht vollständig ausnutzen, weil einfach kein frisches Geld mehr kommt", sagt Olgerd Eichler, Fondsmanager bei Union Investment. "Das ist eine Situation, die wir noch nicht kannten."
Selbst Fondsmanager, die wie Trudbert Merkel von der Deka noch über leichte Zuflüsse verfügen, mussten ihre Cashpositionen abschmelzen, um Marktchancen wahrzunehmen. "Die historischen Bewertungstiefs bei einzelnen Aktien haben wir zu Zukäufen genutzt", so Merkel. "Bei einer Daimler unter 30 Euro, einer Siemens unter 35 Euro oder BMW bei 22 Euro konnte man einfach nicht widerstehen."
Doch für eine nachhaltige Rallye beim Dax müssen auch die Fondsanleger wieder mitspielen und den Managern frische Mittel zur Verfügung stellen. Denn die großen Versicherungen sitzen noch auf immensen Aktienbeständen, die sie zur Begleichung der Terrorschäden zu Geld machen müssen. "Da kann man nur schwer gegenhalten. Kurzfristig könnte noch einmal Verkaufsdruck aufkommen", so Eichler. Dabei ist Liquidität für die Börsen eigentlich reichlich vorhanden. Die Anleger haben riesige Summen in Geldmarktfonds geparkt. Allein bei Union Investment flossen in diese Produkte seit den Terroranschlägen 118 Mio. Euro und damit mehr als aus den Aktienfonds abgezogen wurde. Und auch beim DIT ist die Lage weniger dramatisch, wenn man die Zuflüsse in die Geldmarktfonds mit betrachtet. "Bei der Rückbesinnung der Anleger auf den Aktienmarkt spielen die Notenbanken eine große Rolle", sagt Christoph Niesel, Fondsmanager beim DIT. "Je weiter die Leitzinsen sinken, desto unattraktiver wird der Geldmarkt." Ab einem bestimmten Zinsniveau würden die Anleger regelrecht in Aktien gedrängt.
Andere Fondsmanager können hier schon Fortschritte vermelden. So flossen nach einem Rückgang nach der Terrorattacke Aktienmanager Jörg Kloy von SEB Invest wieder mehr Mittel zu. Er hat sein Depot wieder stärker auf eine Trendwende ausgerichtet. "Entweder die Situation eskaliert völlig, und dann wird man auch mit Cash nicht mehr glücklich. Wahrscheinlicher sei jedoch, dass wir in einem Jahr sagen werden: Das war der Einstiegszeitpunkt."
Gruß Kostolmoney