US-Wirtschaft wieder auf Expansionskurs


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US-Wirtschaft wieder auf Expansionskurs

 
08.03.02 06:05
Greenspan schlägt unerwartet optimistische Töne an

Alan Greenspan, der Vorsitzende der amerikanischen Notenbank (Fed), hat vor dem Bankenausschuss des Senats die Ansicht vertreten, dass die im März vergangenen Jahres in eine Rezession gerutschte US-Wirtschaft offensichtlich in eine Erholungsphase getreten ist. Im Urteil von Marktbeobachtern signalisierte der bewusst optimistischere Grundton Greenspans den endgültigen Schlusspunkt unter die jüngste Zinsrunde.

Der Vorsitzende der amerikanischen Notenbank (Fed), Alan Greenspan, hat in bemerkenswerter Abweichung von noch vor Wochenfrist gemachten Äusserungen die Ansicht vertreten, dass die im März vergangenen Jahres in eine Rezession geglittene US-Wirtschaft offensichtlich in eine Erholungsphase getreten ist. Greenspan hatte in seiner Rechenschaftsablage am vorletzten Mittwoch vor dem Finanzmarkt-Ausschuss des Repräsentantenhauses noch vom Erreichen der konjunkturellen Talsohle gesprochen, räumte jedoch diesen Donnerstag in seinen Bemerkungen vor dem Bankenausschuss des Senats unumwunden ein, dass immer mehr Indikatoren eine klare Rückkehr zur wirtschaftlichen Expansion nahelegten. Für gewöhnlich pflegt der Fed-Chef anlässlich seiner zweimal im Jahr erfolgenden Anhörung vor den zuständigen Ausschüssen beider Kammern des Kongresses jeweils den identischen Redetext vorzutragen, ehe er sich dann den Fragen der Kommissionsmitglieder zuwendet. Im Urteil von Marktbeobachtern signalisierte der bewusst optimistischere Grundton Greenspans den endgültigen Schlusspunkt unter dem jüngsten Lockerungszyklus des Fed.

Aufbäumen der Produktivität Ende Jahr

Die unerwarteten Modifikationen in der Rede Greenspans spiegelten offensichtlich den Niederschlag der über die letzten sieben Tage veröffentlichten Konjunkturzahlen auf die Beurteilung der Wirtschaftsaussichten durch den Fed-Vorsitzenden. Von den neuesten Angaben über die Auftrags- und Produktionsentwicklung in der Industrie über das Konsumgebaren der Privathaushalte bis hin zur Situation auf dem Liegenschaftenmarkt - allesamt waren sie positiver ausgefallen, als zuvor weitherum erwartet worden war, was in Analytikerkreisen als wachsendes Indiz für ein Überwinden der hier und dort sogar offen angezweifelten Rezessionsphase ausgelegt worden war. Eine entscheidende Rolle dürfte jedoch die Bekanntgabe revidierter Wachstumszahlen für das Schlussquartal 2001 nur einen Tag nach dem Auftritt Greenspans vor dem Repräsentantenhaus gespielt haben. Die Auswirkungen des von ursprünglich 0,2% auf 1,4% korrigierten Expansionsrhythmus finden sich in der ebenfalls diesen Donnerstag veröffentlichten Revision der Produktivitätsentwicklung im vierten Quartal. So lag dem trotz vermindertem Arbeitseinsatz verzeichneten Output-Zuwachs ausserhalb der Landwirtschaft laut dem Arbeitsministerium eine eindrückliche Produktivitätsrate von 5,2 (Vorperiode: 1,1)% zugrunde, die einen Rückgang der Lohnstückkosten um 2,7 (+2,6)% ermöglichte.

Gemässigtes Erholungstempo
Obwohl ein unverminderter Fortgang der bereits zwischen den Jahren 1996 und 2000 verzeichneten, kräftigen Produktivitätsentwicklung ein gutes Omen für die im letzten Jahr arg unter Druck geratenen Gewinnaussichten der Unternehmen darstellt, hielt Greenspan dennoch an seiner früheren Einschätzung einer gegenüber früheren Erholungsphasen eher gemässigten Wiederbelebung der US-Wirtschaft in diesem Jahr fest. Entsprechend unverändert (2,5 bis 3%) lautete die diesjährige Wachstumsprognose des Fed. Wie schon bei früheren Gelegenheiten stützte der Fed-Vorsitzende seine Einschätzung auf den bereits soliden Wachstumspfad des Privatkonsums, der somit keine baldige Beschleunigung der Gesamtnachfrage erwarten lasse.
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US-Konjunkturprogramm nimmt erste Hürde

 
08.03.02 06:07
Repräsentantenhaus stimmt zu

Washington, 7. März. (ap) Im vierten Anlauf hat das amerikanische Repräsentantenhaus am Donnerstag ein Konjunkturprogramm verabschiedet, das Steuererleichterungen für die Wirtschaft sowie verlängerte Arbeitslosengeld-Zahlungen vorsieht. Der zwischen Republikanern und oppositionellen Demokraten ausgehandelte Kompromiss wurde mit 417 gegen 3 Stimmen angenommen. Das Programm sieht Ausgaben in Höhe von 94 Mrd. $ in den nächsten fünf Jahren vor. Das Konjunkturpaket muss nun noch vom Senat verabschiedet werden. Mit einer Zustimmung wird gerechnet. Sprecher beider Parteien bezeichneten die vierte Fassung des Konjunkturprogramms als ausgewogenen Kompromiss.
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