US-Börsianer atmen durch


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US-Börsianer atmen durch

 
15.03.02 05:58
Die US-Börsen kamen am Donnerastag nicht in Schwung, nach den deutlichen Verlusten des Vortages war erst einmal abwarten angesagt. Der Dow notierte zum Handelsschluss mit 0,15 Prozent im Plus, während der Nasdaq ein Minus von 0,42 Prozent verzeichnete. Ohne marktbewegende Unternehmensmeldungen blieb die Stimmung verhalten, zusätzlich sorgten die Konjunkturdaten für gemischte Gefühle.    

Die Zahl der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe ist gesunken, wenn auch schwächer als erwartet. Gleichzeitig sind die Lagerbestände in der Industrie im Januar um 0,2 Prozent gestiegen. Nach dem beschleunigten Lagerabbau der vergangenen Monate könnte der erste Anstieg seit Januar vergangenen Jahres eine Trendwende einläuten. Es scheint, dass viele Unternehmen mit einer Konjunkturerholung rechnen, Produktion und Investitionstätigkeit könnten langsam wieder in Gang kommen. Eine große Gefahr für die US-Wirtschaft bleibt aber: Das Leistungsbilanzdefizit ist im vierten Quartal 2001 auf 98,84 Milliarden Dollar aus. Das zeigt, wie stark die amerikanische Wirtschaft von Auslandskapital abhängig ist. In den vergangenen Jahren ist sehr viel fremdes Kapital in die USA gewandert. Doch das kann auch wieder abgezogen werden. Ein Risikofaktor für die US-Wirtschaft, der die positiven Konjunkturstimmung an den Aktienmärkten dämpft.

Größtes Zugpferd für die Standardwerte dem Foto-und Kamerakonzern Eastman Kodak Der Konzern hatte seine Prognosen für das erste Quartal zum zweiten Mal innerhalb von drei Wochen bekräftigt. Jetzt scheinen auch die Anleger daran zu glauben, die Aktien legten um 4,4 Prozent zu. Eastman Kodak musste die Dow-Last aber nicht alleine stemmen, mit war der Mischkonzern General Electric gab es einen weitern Hoffnungsträger. Die Finanztochter GE Capital hatte am Vortag nach Börsenschluss mitgeteilt, sie habe eine weltweite Unternehmensanleihe von elf Milliarden Dollar platziert. Der Konzern scheint die derzeit niedrigen Zinsen ausgenutzt zu haben, um sich günstige Finanzmittel zu sichern. Das zahlt sich in Kursgewinnen von 0,95 Prozent aus.

Die Tech-Werte hatten immer noch an den schlechten Nachrichten des Vortages zu knabbern. Der Telekommunikations-Ausrüster Lucent scheint die Rolle des Stimmungstöters langsam Spaß zu machen. Den dritten Tag in Folge verzeichnet die Aktien einen Spitzenplatz auf der Verliererliste. Neue Hiobsbotschaften hatte der Konzern zwar nicht zu bieten, aber die Meldungen der vergangenen Tage wirkten noch nach: Als ob die heruntergesetzten Quartalsprognose allein nicht reiche, setzte das Unternehmen noch eine 1,5 Milliarden Dollar-Wandelanleihe obendrauf. Nur die Masochisten unter den Aktionären werden sich über die erneuten Kursverluste von 2,24 Prozent gefreut haben.  
 
Die US-Börsianer atmen erst einmal durch. Nach den Kursverlusten des Vortages ist die Seitwärtsbewegung aber ein Fortschritt. Der Freitag dürfte wieder spannender werden, denn der Verfallstag für die Optionen auf Aktien und Indizes und die Oracle-Geschäftszahlen sollten für Bewegung sorgen.  

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