US-Abgangsentschädigung: eine Wissenschaft


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sir charles:

US-Abgangsentschädigung: eine Wissenschaft

 
15.02.02 16:40
US-Abgangsentschädigung: eine Wissenschaft

Entschädigungen für scheidende Manager sind in den USA genau geregelt - aber nicht unkompliziert.



 


WASHINGTON (lc). Abgangsentschädigungen stehen in den USA - anders als derzeit in Schweden - nicht im Vordergrund; während des Börsenbooms der 90er Jahre waren es vor allem Aktienoptionen, die die hellsten Köpfe in die Chefetagen lockten. Aber natürlich sorgen auch die US-Manager dafür, daß ihre Pensionsguthaben komfortabel abgesichert sind. Dies vor allem für den Fall, daß sie ihren Job vorzeitig verlieren sollten.


Wieviele Pensionsguthaben und andere "Entschädigung" die US-Spitzenmanager sich sichern, kann in den "definitive proxy statements" nachgelesen werden, die jede börsenotierte Firma einmal im Jahr erstellen und der Generalversammlung und der Börsenaufsichtsbehörde SEC vorlegen muß. Für die fünf höchstbezahlten Manager müssen die Zahlen bis ins letzte Detail vorgelegt werden.


Zum Beispiel Boeing: Die beiden bestbezahlten Manager sind Philip Condit und Harry Stonecipher. Im Prinzip gibt es für die Pensionsguthaben eine einfache Tabelle: Je nach Dienstalter kriegt man pro Jahr eine gewisse Pension. Bei einem Salär im letzten Arbeitsjahr von 1,2 Mill. Dollar zum Beispiel gibt es für Condit (35 Dienstjahre) eine jährliche Pension von 670.000 Dollar.


Aber zusätzlich gibt es eine "zusätzliche Pensionsvereinbarung". Hier werden zur Berechnung der Pension die durchschnittlichen "Anreiz-Zahlungen" hinzugezogen, die der Manager in den letzten fünf Jahren ausbezahlt erhielt - also die Aktien. Im Fall Condits betrug dieser Durchschnitt 2,6 Mill. Dollar, im Fall Stonecipher 2,2 Mill. Dieser hat zudem ein weiteres Arrangement: Ihm wurde die doppelte Anzahl von Dienstjahren zugeschrieben, die er tatsächlich absolviert hat.


Lukrative Arrangements

Zudem hat Stonecipher eine weitere Zusatzvereinbarung, die ihm die Differenz zwischen dem bringt, was er erhalten hätte, wenn er bei seinem vorletzten Arbeitgeber geblieben wäre, und der Pension, auf die er von Boeing und McDonnell-Douglas tatsächlich Anrecht hat.


Viel wichtiger als Pensionsvereinbarungen sind Aktien und Optionen, die die Spitzenmanager von Boeing beziehen: Condit erhielt im jüngsten Geschäftsjahr ein Grundsalär von 1,4 Mill. Dollar, einen Bonus von zwei Mill., weitere drei Mill. Dollar in Form "eingeschränkter" Aktienbezüge sowie 12 Mill. Dollar "langfristiger Anreiz-Entschädigung" (ebenfalls Aktien).


Wichtig ist den Managern, sich gegen eine allfällige Entlassung abzusichern. Stonecipher etwa hat für diesen Fall mit Boeing vereinbart, das Salär und die jährliche Anreiz-Zahlung, die er im Fall seines Bleibens bekommen hätte, bis zum Erreichen des Pensionsalters weiterhin beziehen, sollte er "aus guten Gründen" die Firma verlassen.


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