Und wieder lockt die Börse


Thema
abonnieren
Beitrag: 1
Zugriffe: 293 / Heute: 1
EinsamerSam.:

Und wieder lockt die Börse

 
14.02.06 19:06
Primion startet

Und wieder lockt die Börse

Der Sicherheitstechnik-Anbieter Primion Technologies wagte am Montag den ersten Börsengang des laufenden Jahres im Prime Standard der Deutschen Börse. Rund 30 weitere Unternehmen werden 2006 aufs Parkett folgen. Mahnende Stimmen warnen vor einer Überhitzung.

FRANKFURT. Die insgesamt 2,8 Mill. Aktien des schwäbischen Unternehmens wurden am obersten Ende der Preisspanne von 13,50 bis 14,50 Euro ausgegeben und waren nach Unternehmensangaben mehr als 3,5fach überzeichnet. Nach Ansicht von Experten zeichnet sich nun eine klare Tendenz für die weiteren Börsenkandidaten in diesem Jahr ab: Das Emissionsgeschäft hat sich von einem Käufer- zu einem Verkäufermarkt gewandelt. „Nicht mehr die Großinvestoren, sondern die Unternehmen und Emissionsbanken diktieren die Preise“, sagt Konrad Bösl, Emissionsberater bei Schlecht & Partner. Noch vor zwei Jahren gab es von Käuferseite ein öffentliches Gefeilsche um den angemessenen Emissionspreis bei der Postbank.

Daraus resultiert, dass sich inzwischen deutlich höhere Preise am Aktienmarkt erzielen lassen als in den beiden Jahren zuvor. Im Fall von Primion hatte es allerdings im Vorfeld des Börsengangs Kritik von Investorenseite am hohen Emissionspreis und am fehlenden Preisabschlag gegeben. Außerdem stieß auf Kritik, dass die Hälfte des Emissionserlöses in die Hände von Altaktionären fließen sollte. Der erste Kurs von Primion lag gestern bei 14,75 Euro, im weiteren Verlauf rutschte der Aktienkurs jedoch unter das Ausgabeniveau. Das Interesse an Primion-Titeln sei nicht vergleichbar mit den stark gefragten Solar-Aktien, hieß es gestern auf dem Parkett. Es werde wohl ein wenig dauern, bis sich der Titel durchsetzt, sagte ein Händler.

In diesem Jahr rechnet Volker Fitzner, Emissionsberater bei Pricewaterhouse Coopers (PwC), mit rund 30 Börsengängen im Prime Standard. Das käme etwa einer Verdoppelung gegenüber 2005 gleich. 2006 wäre damit das erfolgreichste Emissionsjahr seit dem Börsenhype im Jahr 2000. Grund für die gute Stimmung ist vor allem das anhaltend gute Konjunkturklima. Da viele Volkswirte 2007 mit einer Abschwächung rechnen, wollen Börsenkandidaten und dort engagierte Private-Equity-Gesellschaften die Gunst der Stunde nutzen.

Auffällig ist indes, dass von den Kandidaten bereits sehr viele Namen kleinerer Unternehmen kursieren mit einem Emissionsvolumen von bis zu 100 Mill. Euro. Große Emissionen im Volumen von über 500 Mill. Euro sind aber noch die Ausnahme. Als erster Türöffner gilt Wacker Chemie, deren Debüt um Ostern herum anstehen dürfte. Das Emissionsvolumen soll bei 750 Mill. Euro liegen.

Der Eindruck, dass nur sehr wenige Großemissionen in diesem Jahr an den Markt gehen werden, täuscht hingegen. „Es ist hier sicherlich einiges in der Pipeline, ohne dass die Öffentlichkeit dies mitbekommen würde“, sagt Oliver Diehl von der Investmentbank Cazenove. Der Unterschied zu den kleinen Emissionen sei, dass in diesen Größenordnungen im Vorfeld weniger an Informationen durchsickert. Auf Investorenseite registriert er bereits große Nachfrage.

Im Gegensatz zu den Schwergewichten treibt viele kleine Börsenkandidaten vor allem der Bedarf an Eigenkapital an den Kapitalmarkt. Weil die Spielräume für neue Kredite meist ausgereizt sind, häufen sich bei vielen Emissionsbanken derzeit die Anfragen.

Trotz der guten Grundstimmung mehren sich aber auch die mahnenden Stimmen, die vor einer Überhitzung warnen. „Bestimmte Branchen werden nach vorne gepeitscht“, sagt Konrad Bösl. Schlagworte wie Nanotechnologie, Biometrie oder regenerative Energie werden dabei häufig genutzt, um die Phantasie der Anleger für einen Börsenkandidaten zu schüren. In der Folge springen gerade die Investoren auf, die bei vorangegangenen erfolgreichen Emissionen den Einstieg verpasst haben.

Die nächsten Börsenkandidaten

Wacker Chemie: Der Chemieriese dürfte die mit Abstand größte Emission in diesem Frühjahr sein. Experten rechnen mit einem Emissionsvolumen von 750 Mill. Euro. Konsortialführer sind Morgan Stanley und UBS.

Magix: Der Anbieter von Foto-, Musik- und Videosoftware geht vermutlich im März an die Börse, DrKW, Cazenove und Oppenheim begleiten ihn.

Smartec: Der thailändische Anbieter von elektronischen Pässen will noch vor Ostern an die Börse, vermutlich mit UBS und Deutscher Bank.

Bet3000: Der Besitzer von 100 Wettbüros startet vor der Fußball-WM mit Commerzbank und Morgan Stanley.

Quelle: HANDELSBLATT, Dienstag, 14. Februar 2006, 17:29 Uhr

...be invested
 
Der Einsame Samariter

Und wieder lockt die Börse 2387976
Antworten
Auf neue Beiträge prüfen
Es gibt keine neuen Beiträge.


Hot-Stocks-Forum - Gesamtforum - Antwort einfügen - zum ersten Beitrag springen
--button_text--