In den Vereinigten Staaten und Asien setzen die Börsen ihre Talfahrt fort. Nach dem deutlichen Minus vom Freitag sehen Beobachter den Dax jedoch gut behauptet in den Handel starten.
Das Wertpapierhaus Lang & Schwarz berechnete den Dax gegen 7.14 Uhr auf 5.452 Punkte. Am Freitag war der Index bei 5.422 Zählern aus dem Handel gegangen.
Rentenmärkte eröffnen fast unverändert
Die Rentenmärkte haben am Montag morgen seitwärts eröffnet. Der richtungsweisende Bund-Future notierte gegen 8.19 Uhr unverändert bei 116,14 Euro. Der Bobl-Future gab einen Basispunkt auf 109,61 Euro nach.
Euro in Fernost etwas schwächer - Dollar legt zu
Im Handel in Fernost hat der Euro am Montag etwas schwächer tendiert. Die europäische Gemeinschaftswährung kostete 1,2633 Dollar. In der vergangenen Woche war der Euro zuletzt mit 1,2650 Dollar gehandelt worden. Die amerikanische Währung legte auch zum Yen leicht zu und kostete 116,24 Yen. Insgesamt viel der Devisenhandel in Fernost wegen eines Feiertages in Japan aber geringer aus als sonst. Der Aktienmarkt in Tokio öffnet erst wieder am Dienstag. Zur Schweizer Währung wurde der Euro bei 1,5597 Franken gehandelt, der Dollar notierte mit 1,2344 Franken.
Die leichten Gewinne beim Dollar führten Analysten auf die jüngste Eskalation der Gewalt im Nahen Osten und die daraus resultierende Verunsicherung an den Märkten zurück. Wegen der unsicheren Lage steckten viele Anleger ihr Geld in Gold, Öl oder amerikanische Staatsanleihen, die alle über den Dollar gehandelt werden. Wegen der anhaltenden Gewalt zwischen Israel und Libanon werde der Dollar in dieser Woche voraussichtlich weiter an Wert gewinnen, sagte ein Analyst.
Aktien in Hongkong gegen Mittag im Minus
Der Aktienmarkt in Hongkong zeigt sich am Montag mittag mit einer schwächeren Tendenz und vollzieht damit die Verluste der amerikanischen Börsen am Freitag nach. Der Leitindex Hang Seng-Index sinkt nach der ersten Handelshälfte um 0,9 Prozent oder 152 Punkte auf 15.984. Das Handelsvolumen ist mit 9,673 Milliarden Hongkong-Dollar aber gering und deute auf keinen großen Verkaufsdruck hin, heißt es. 30 von 33 Blue Chips notieren im Minus. Allein die drei Index-Schwergewichte sorgen für 68 der 152 Index-Verlustpunkte. HSBC fallen um 0,7 Prozent auf 134,70 Hongkong-Dollar, China Mobile um 0,9 Prozent auf 43,70 Hongkong-Dollar und Hutchison um 1,2 Prozent auf 69,15 Hongkong-Dollar. Die ICEA sieht eine solide Unterstützung im Index bei 15.900 Punkten, dem unteren Ende des Aufwärtsgaps vom 30. Juni. Fundamental notiere der Hang Seng-Index aktuell mit einem Durchschnitts-KGV von 13, was nahe an der unteren Grenze der historischen Spanne zwischen 12 und 18 liege.
Aktien in Singapur mittags schwach
Auch der Aktienmarkt in Singapur hat am Montag mittag die erste Handelshälfte mit schwacher Tendenz beendet. Der STI verliert 1,6 Prozent oder 37 Punkte auf 2.326 Zähler. Das Handelsvolumen beträgt 489,7 Millionen Aktien gegenüber 1,08 Milliarden am gesamten Freitag. Es gebe „einige echte Befürchtungen“, daß der Ölpreis wegen des Nahost-Konflikts „aus dem Ruder laufen“ könnte, sagte ein Händler. Selbst für Umschichtungen in defensive Aktien gebe es keine Anzeichen. Auch China-Titel stehen unter starkem Verkaufsdruck. Möglicherweise müsse der Index bis auf 2.300 Punkte fallen, bevor wieder Käufe einsetzten, sagt ein Händler. Größter Verlierer sind Aktien von UTAC mit einem Minus von 6,4 Prozent.
Nachbörsliche Meldungen aus Amerika
Die amerikanischen Börsen haben sich am Freitag nach dem Ende des offiziellen Handels kaum verändert gezeigt. Der Nasdaq-100 After Hours Indicator fiel um 0,12 Punkte auf 1.462,05 Punkte.
Die Aktien von United Parcel Service (UPS) gaben im nachbörslichen Geschäft in New York um 0,7 Prozent auf 78,04 Dollar nach. Zur Begründung verwiesen Händler auf eine Vorladung der Antikartell-Abteilung des Justizministeriums im Zusammenhang mit einer laufenden Kriminalermittlung. Die im Februar 2006 öffentlich bekannt gegebene Untersuchung bezieht sich auf die Preissetzung im Flugfrachtverkehr bei einer Reihe von Fluggesellschaften. UPS teilte mit, daß sie nicht glaube, daß sie ein Ziel der Untersuchungen seien. Sie wolle mit dem Ministerium kooperieren.
Electronic Data Systems (EDS) fielen bis 22.19 Uhr MESZ um 0,2 Prozent auf 22,71 Dollar, obwohl das Unternehmen bekannt gegeben hatte, daß es wichtigster Lieferant für das Informationssystem ITES-2S der amerikanische Armee sei. Der Gesamtauftrag im Wert von 20 Milliarden Dollar verteilt sich auf elf Unternehmen. Den genauen Auftragsanteil gab EDS nicht bekannt.
Nahost-Konflikt und GE-Ausblick belasten Wall Street
Die New Yorker Aktienmärkte haben am Freitag den dritten Tag in Folge mit Verlusten geschlossen. Händlern zufolge drückten vor allem die eskalierende Gewalt im Nahen Osten und der Höhenflug der Ölpreise die Kurse. Zudem sorgte ein enttäuschender Ausblick des weltweit zweitgrößten börsennotierten Konzerns General Electric (GE) für Enttäuschung. Als weiteren Belastungsfaktor sahen Händler schlechte Nachrichten aus der amerikanischen Baubranche.
Der Dow-Jones-Index schloß mit 10.739 Punkten rund einen Prozent schwächer, nachdem er im Verlauf zwischen 10.701 und 10.848 gependelt war. Der S&P 500 rutschte knapp 0,5 Prozent auf 1.236 Zähler ab. Der Index der Technologie-Börse Nasdaq gab um 0,82 Prozent auf 2.037 Punkte nach. Damit ergibt sich für den Wochenverlauf beim Dow Jones ein Minus von drei Prozent. Der S&P 500 fiel auf Wochensicht zwei Prozent und der Nasdaq verzeichnete einen Rückgang von vier Prozent.
Am Rohöl-Markt stiegen die Preise auf Rekordhöhen. Experten zufolge ist dafür vor allem die Verschärfung der Krise im Nahen Osten verantwortlich. „Ich glaube nicht, daß wir in nächster Zeit einen Waffenstillstand sehen werden und der Markt wird weiterhin unter Druck stehen“, sagte Charles Liebermann von Advisors Capital Management. Ein Barrel (knapp 159 Liter) amerikanische Leichtöl verteuerte sich zeitweise bis auf ein Rekordhoch von 78,40 Dollar. Ein Barrel der europäischen Leitsorte Brent wurde 66 Cent höher zu 77,35 Dollar gehandelt.
Die Aktie des Mischkonzerns GE gab um 1,71 Prozent auf 32,11 nach. Das Unternehmen konnte seinen Gewinn im zweiten Quartal steigern. Doch Anleger zeigten sich enttäuscht, da GE nicht wie erhofft seine Ziele für das dritte Quartal anhob. Statt dessen bewegte sich die Prognose im Rahmen der Expertenerwartungen. Der Kursverlust bei GE-Aktien lastete auch auf Papieren anderer Industriekonzerne. Aktien von United Technologies fielen 4,27 Prozent auf 58,81 Dollar. Boeing-Aktien gaben um knapp drei Prozent auf 77,25 Dollar nach.
Die Aktien des Baukonzerns Horton gaben 7,26 Prozent auf 21,20 Dollar nach. Das Unternehmen hatte seine Prognose für das laufende Jahr herabgesetzt. Auslöser war ein Auftragseinbruch für neue Häuser. Händlern zufolge drückte zudem ein unerwarteter Rückgang der Einzelhandelsumsätze und des Verbrauchervertrauens auf die Stimmung an der New Yorker Börse. Wie das Handelsministerium mitteilte, gingen die Erlöse erstmals seit Februar zurück und zwar um 0,1 Prozent. „Die Verbraucher bekommen die steigenden Energiepreise zu spüren“, erläuterte Chefvolkswirt Gary Thayer von AG Edwards and Sons. Der Verbrauchervertrauen-Index der Universität Michigan sank im Juli überraschend auf 83,0 von 84,9 Punkten im Vormonat.
An der New York Stock Exchange wechselten rund 1,71 Milliarden Aktien den Besitzer. 1.072 Werte legten zu, 2.238 gaben nach und 147 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 1,8 Milliarden Aktien 956 im Plus, 2.034 im Minus und 144 unverändert.
Amerikanische Anleihen im späten Handel wenig verändert
Mit einer kaum veränderten Tendenz zeigen sich die langlaufenden amerikanische Anleihen am Freitag im späten New Yorker Geschäft, während sich die Kurzläufer mit leichten Aufschlägen präsentieren. Damit setze sich die schon seit einigen Tagen anhaltende positive Stimmung an dem als sicherer Anlagehafen betrachteten Anleihemarkt fort, hieß es. Die zunehmenden Spannungen im Nahen Osten und der gleichzeitig kletternde Ölpreis stützten die Kurse, während sie an den Aktienbörsen weiter nachgäben. Zudem beflügelten die etwas unter den Erwartungen ausgefallenen Umsatzdaten vom amerikanischen Einzelhandel sowie der überraschend gesunkene Index für die Verbraucherstimmung der Uni Michigan. Mit dem bevorstehenden Wochenende habe es im Verlauf bei den Anleihen aber auch einige Gewinnmitnahmen gegeben, hieß es.
Im späten Geschäft stiegen zehnjährige Titel mit einem Kupon von 5,125 Prozent um 1/32 auf 100-14/32 und rentierten mit 5,07 Prozent. Der mit 4,50 Prozent verzinste 30jährige Treasury fiel um 1/32 auf 90-20/32. Seine Rendite stand bei 5,13 Prozent. In der nächsten Woche dürfte sich die Aufmerksamkeit auf die anstehenden Inflationsdaten und die Rede des Fed-Chairman Ben Bernanke vor dem Banken-Komitee des Senats zum Stand der Konjunktur und zur künftigen Geldpolitik richten. Diese zwei Ereignisse könnten weitere „Sicherer Hafen“-Käufe durchaus begrenzen und die Kurse auf dem aktuellen Niveau halten, sagte ein Händler.
Quellen: FAZ.NET, vwd, dpa, AP, AFP, Bloomberg, Reuters.