Der Dax dürfte zu Wochenbeginn den Sprung über die Marke von 5.000 Zählern verteidigen und sollte das am Freitag erreichte Niveau ausbauen. Denn der deutsche Aktienmarkt geht mit guten Vorgaben von der Wall Street und aus Tokio, wo der überwältigende Wahlsieg der Partei des liberalkonservativen Regierungschefs Koizumi die Kurse beflügelt, in die neue Handelswoche.

Rentenmarkt dürfte wenig verändert tendieren
Wie der Aktienmarkt, so geht auch der Anleihemarkt mit guten Vorgaben aus Amerika, wo Kurse von Anleihen und der Termin-Kontrakt T-Bond-Future gestiegen sind, in den Montag. Am Freitag hatte sich der wegweisende Terminkontrakt Bund-Future gut behauptet bei 124,02 Prozent verabschiedet. Um diese Marke wird er zu Wochenbeginn kämpfen müssen, da kaum positive fundamentale Impulse zu erwarten sind und Aktien (moderat) marschieren dürften. Eher schon dürften Inflationsdaten aus dem Euro-Raum die Kurse im Wochenverlauf etwas belasten, wie die DZ Bank meint.
Yen nach Wahlausgang im Aufwind
Der klare Wahlsieg der Regierungskoalition in Japan hat auch die Landeswährung gestärkt. Der Yen steigt auf ein Wochenhoch gegenüber dem Dollar. Die amerikanische Währung wird mit 109,45 Yen gehandelt. Gegenüber dem Euro gewinnt der Dollar 0,6 Prozent auf 1.2326. Devisenhändler hatten zwar mit einem Wahlsieg Koizumis gerechnet. Das klare Votum war dann aber doch überraschend. „Das unerwartet gute Ergebnis sorgt sicher für eine Kaufstimmung vor allem bei ausländischen Investoren”, sagte Tatsuro Karitani von der Mizuho Corporate Bank, „sie nehmen es als Hinweis darauf, daß die Strukturreformen in Japan vorankommen werden.”
Tokioter Aktienmarkt von Sieg Koizumis beflügelt
Am Tag nach dem überwältigenden Sieg der japanischen Regierungskoalition von Ministerpräsident Junichiro Koizumi ist die Börse in Tokio mit Zugewinnen in die Woche gestartet. Der Nikkei-Index für 225 führende Werte notierte zur Handelsmitte ein Plus von 134,56 Punkten oder 1,06 Prozent bei 12 826,60 Punkten. Der breit gefaßte Topix stieg bis dahin um 12,96 Punkten oder 1,00 Prozent auf 1306,31 Punkte zu. Die Koalition aus Koizumis Liberaldemokratischer Partei (LDP) und Komeito hatte bei der Unterhauswahl am Sonntag mehr als zwei Drittel der Sitze errungen.
Damit hat Koizumi ein klares Votum für seine Reformen erhalten. Seine Partei LDP konnte sich sogar allein die absolute Mehrheit der Sitze im mächtigen Unterhaus sichern. In Reaktion auf den Sieg legte auch die japanische Währung zu. Der Dollar notierte um 11.00 Uhr Ortszeit leichter mit 109,42-44 Yen nach 110,49-51 Yen am späten Freitag. Der Euro lag im frühen Geschäft bei 1,2413-15 Dollar nach 1,2405-15 Dollar am späten Freitag. Zum Yen lag er leichter bei 135,53-57 Yen nach 137,21-25 Yen am späten Freitag.
Börse Hongkong mittags etwas leichter
Etwas fester tendieren die Aktienkurse am Montagmittag (Ortszeit) in Hongkong. Gute Vorgaben aus Amerika und Japan geben dem Markt Auftrieb. Die Eröffnung eines Disneyland-Freizeitparks in Hongkong sorge ebenfalls für Optimismus, berichten Händler. Zum Ende der ersten Sitzungshälfte verzeichnet der Hang-Seng-Index ein Plus von 0,4 Prozent oder 55 Punkten auf 15.220. Gefragt sind unter anderem Esprit vor der Veröffentlichung von Geschäftszahlen. Die Titel steigen um 2,6 Prozent auf 62,40 Hongkong-Dollar. Denway gewinnen 1 Prozent auf 2,65 Hongkong-Dollar. Die Aktien erholen sich von den Verlusten der Vorwoche, als Anleger höhere Umsatzsteuern befürchteten.
Neuigkeiten und Meldungen nach Börsenschluß
Nachbörslich haben die Aktien an der Wall Street am Freitag leicht niedriger tendiert. Der Nasdaq 100 After Hours Indicator fiel um 0,099 Punkte um auf 1606,84 Punkte.
Die Aktien von Host America haben sich am Freitag im nachbörslichen Handel von den deutlichen Abschlägen aus der regulären Sitzung etwas erholt. Am Donnerstag war entschieden worden, daß das Unternehmen bereits ab Montag nicht mehr an der Nasdaq gelistet wird. Die SEC hatte gegen das Unternehmen Ermittlungen eingeleitet, nachdem im Juli in einer Pressemitteilung erklärt wurde, Wal-Mart habe mit der Installation von Energiesparsystemen von Host America in insgesamt zehn Warenhäusern begonnen. Host America erklärte mittlerweile, es habe keine ”formale” Vereinbarung mit Wal- Mart gegeben. Zudem wurde der CEO entlassen. Die Aktien gewannen 4,2 Prozent auf 2,24 Dollar, nachdem sie im regulären Handel um 41 Prozent eingebrochen waren. Auch die Titel von Morgan Stanley standen nach der Schlußglocke im Blickpunkt des Interesses. Das Unternehmen gab bekannt, das zwei Direktoren ihre Posten räumen müssen. Der Vorstand von Morgan Stanley bestehe nun noch aus elf Direktoren, davon neun unabhängige Mitglieder. Die Aktien gewannen bis um 16.43 Uhr Ortszeit 0,6 Prozent auf 52,82 Dollar.
Wall Street schließt fester
Beflügelt durch einen weiter nachgebenden Ölpreis haben die Kurse an Wall Street am Freitag den Handel mit einer freundlichen Tendenz beendet. Zwar kletterte der Preis für das ”schwarze Gold” im Verlauf an der Nymex kurzzeitig wieder über die Marke von 65 Dollar, doch der führende Oktober-Kontrakt der Sorte Light, Sweet Crude ging schließlich mit einem Abschlag von 0,6 Prozent oder 0,41 Dollar bei 64,08 Dollar aus der Sitzung. Auch positive Aussagen von Texas Instrument stützten nach Aussage von Marktteilnehmern das Sentiment.
Der Dow-Jones-Index für 30 Industriewerte (DJIA) verbesserte sich um 0,8 Prozent oder 83 Punkte auf 10.679. Der S&P-500-Index stieg um 0,8 Prozent oder 10 Zähler auf 1.241. Der Nasdaq- Composite verzeichnete ein Plus von 0,4 Prozent oder 9 Punkten auf 2.176.
Die am Berichtstag bekannt gegebenen Daten zu den Import- und Exportpreisen hatten dagegen kaum Einfluss auf das Sentiment, so ein Händler. Der Fokus der Anleger lag auf den Halbleiterwerten. Intel verloren 3,2 Prozent auf 25,25 Dollar. Das Unternehmen hat seine Prognose für den Umsatz im dritten Quartal stärker eingegrenzt. Der Chip-Hersteller erwartet nun 9,8 bis 10,0 Milliarden Dollar, nachdem zuvor eine Spanne zwischen 9,6 und 10,2 Milliarden genannt worden war. Die Prognose der Analysten für das dritte Quartal liegt bei 9,9 Milliarden Dollar. Intel erwartet aber weiter ein zweistelliges Wachstum im Jahresvergleich wegen der starken Nachfrage nach Notebooks.
Texas Instruments schlossen mit einem leichten Minus von 0,03 Prozent bei 33,74 Dollar, nachdem sie im Verlauf schon bis auf 34,50 Dollar gestiegen waren. Das Unternehmen hat den Umsatz- Ausblick für das dritte Quartal angehoben und erwartet nun einen Gewinn je Aktie zwischen 0,36 und 0,38 Dollar und einen Umsatz von 3,48 bis 3,62 Milliarden Dollar. Die Schätzungen der Analysten für das dritte Quartal lagen bisher bei einem Gewinn je Aktie von 0,35 Dollar und einem Umsatz von 3,44 Milliarden Dollar.
Ebenfalls mit Kursgewinnen zeigten sich McDonald´s die um 2,3 Prozent auf 34,14 Dollar zulegten. Das Unternehmen gab für August eine Zunahme des flächenbereinigten Umsatzes um 3,4 Prozent bekannt. Die Aktien von Exxon Mobil kletterten trotz des gefallenen Ölpreises um 3,1 Prozent auf 63,20 Dollar und waren damit der größte Gewinner im Dow- Jones-Index.
Amerikanische Anleihen gut behauptet
Mit einer gut behaupteten Tendenz haben sich die amerikanischen Anleihen am Freitag im späten Handel in New York gezeigt. Die Umsätze seien allerdings recht gering gewesen, sagte ein Beobachter. Viele Investoren hätten sich nach den vergangenen beiden volatilen Wochen im Umfeld des Hurrikans ”Katrina” eine Auszeit genommen, fügte er hinzu. Es gab aber auch vereinzelte Käufe im Vorfeld des Jahrestages des 11. September am Wochenende. Zehnjährige Titel notierten unverändert bei 100-31/32 und rentieren mit 4,13 Prozent nach 4,135 Prozent. Der 30jährige Treasury stieg um 12/32 auf 114-26/32. Rendite: 4,40 Prozent nach 4,417 Prozent.
Der Markt hatte zuletzt deutlich zugelegt, da über eine mögliche Aussetzung des Zinserhöhungszyklus der Notenbank Fed als Folge der verheerenden Schäden durch den Hurrikan ”Katrina” diskutiert worden war. Die jüngsten Aussagen von Mitgliedern des Offenmarktausschusses der Federal Reserve hätten allerdings keine Hinweise auf eine Unterbrechung der ”moderaten Zinserhöhungen” gegeben. ”Es ist ein ständiges Vor und Zurück was die Entscheidung der Fed in Bezug auf weitere Zinserhöhungen angeht”, so ein Analyst. Derzeit haben die Märkte wieder zu 80 Prozent eine Anhebung der Leitzinsen um 25 Basispunkte beim nächsten Treffen des Offenmarktausschusses eingepreist.
Die am Berichtstag bekanntgegeben Konjunkturdaten hatten dagegen kaum Auswirkungen auf das Sentiment. Die Importpreise sind im August im Vergleich zum Vormonat um 1,3 Prozent gestiegen nach einem Plus von 0,8 Prozent (vorläufig: 1,1 Prozent) im Juli. Damit wurde die Prognose der von Dow Jones Newswires befragten Ökonomen exakt getroffen.
Wie das Arbeitsministerium weiter mitteilte, blieben die Einfuhrpreise unter Herausrechnung von Brennstoffen unverändert. Für die Erdölpreise wurde verglichen mit dem Vormonat ein Plus von 7,1 Prozent gemeldet. Auf Jahressicht lagen die Importpreise um 7,6 Prozent höher. Die Exportpreise verzeichneten den weiteren Angaben zufolge im August einen Rückgang um 0, 1 Prozent, nachdem sie sich im Vormonat um 0,1 Prozent erhöht hatten. Auf Jahressicht wurde ein Plus von 3,1 Prozent verzeichnet.
Quellen: FAZ.NET, vwd, dpa, AP, AFP, Bloomberg, Reuters.