DAX-Sentiment, bullische StrategieDie Sentimentexperten bei Cognitrend kommentieren die Ausgangsposition und die Aussichten des DAX in den nächsten Tagen.
Hat die vergangene Börsenwoche nicht toll begonnen? fragen die Marktbeobachter. Zumindest für diejenigen, die sich auf der Bullenseite des Marktes gesonnt hätten, da das Börsenbarometer relativ schnell Kursziel von 5.125 bis 5.130 Punkten erreicht habe. Viel höher sei es hernach auch nicht gegangen. Was zunächst nur nach harmlosen Abgaben ausgesehen hätte, habe sich im weiteren Verlauf jedoch wieder einmal als handfeste Korrektur unter dem vielfach zitierten Motto "Gewinnmitnahmen" entpuppt. Und mit einem Male tauchten sie wieder auf, die professionellen Schwarzseher, die hinter jedem Luftballon, der anlässlich überzeichneter Neuemissionen losgelassen wurde, eine Spekulationsblase vermuteten, so die Sentiment-Experten weiter. Die Zeichnungsgewinne, die dort zu erreichen gewesen seien, hätten durchaus an die heiße Phase des Neuen Marktes zur Jahrtausendwende erinnert, wäre zu lesen gewesen. Auch wenn ein DAX-Stand von 5.000 Zählern nicht unbedingt nach euphorischem Überschwang aussähe. So habe es auch nicht lange gedauert, bis die üblichen Verdächtigen von den Baissiers "aus dem Hut gezaubert" worden wären, deren Zahl sich vor allem im mittelfristig orientierten Handelssegment unlängst wieder deutlich erhöht hätte.
Zinssorgen breiteten sich flächendeckend aus, so die Strategen bei Cognitrend. Nicht nur das Statement der EZB im Anschluss an die jüngste Ratssitzung habe manchen Skeptiker aufhorchen lassen. Nein, auch in den USA rechne man mit steigenden Zinsen, da einige Fed Mitglieder weitere Anhebungen signalisiert hätten. Zudem sei zu hören gewesen, dass die Quartalsergebnisse von der Wall Street überhaupt viel zu positiv eingeschätzt würden, so dass Enttäuschungen programmiert seien und folglich der DAX mit nach unten gerissen würde. Diese Logik amüsiert umso mehr, so die Experten weiter, wenn man einmal die Kursentwicklung seit Mai dieses Jahres von DAX und S&P500 gegenüberstellt. Da klaffe doch eine riesige Lücke. Bleibe nur die Frage, ob und wie der Vorsprung des DAX wieder wettgemacht werde. "Klare Sache", entgegnen da die Skeptiker nach Angaben der Sentimentler wie aus der Pistole geschossen, "der DAX wird leiden". Fehle eigentlich nur noch, dass der Oktober als typischer Crashmonat in den Medien diskutiert werde. Aber nach den kostspieligen Irrtümern der Zyklusforscher in Mai und September sei man möglicherweise mit derlei Spekulationen etwas vorsichtiger geworden.
Die Trading-Strategen geben an, jedoch bei positiven Szenarien zu bleiben. Zum einen würden sie in die Schwäche vor 4.912/17 abermals eine bullische Strategie (Risikolimit 4.830) eingehen, zum anderen in die Stärke hinein oberhalb von 5.065. In beiden Fällen betrage die Perspektive 5.210/15 Zähler, wobei für den Kauf in die Stärke lediglich ein Risikopuffer von 65 Zählern zur Verfügung stünde.
Gruß Moya 