Rentenmarktkommentar (HSH )
Highlights
• FOMC-Minutes und Aussagen von EZB-Mitgliedern bestätigen Inflationssorgen der Notenbanker und belasten die Zinsseite. Marktinteresse richtet sich heute auf US-Verbraucherpreise. US-Auktion in 2jährigen T-Notes birgt weitere Belastung.
Datenveröffentlichungen heute
USA
• 13:00 Uhr Wöchentl. Hypothekenanträge per 17. Feb (e k/A; Vorwoche -7,3%)
• 14:30 Uhr Verbraucherpreise Jan (e +0,5% M/M, +3,8% J/J; nach -0,1%, +3,4%); Kernrate Jan (e +0,2% M/M, +2,2% J/J; nach +0,2%, +2,2%) • 19:00 Treasury-Auktionen: 2jährige T-Notes (Vol 22 Mrd. USD)
Eurozone
• 08:00 Uhr BIP Deutschland Q4/05 (e 0,0% Q/Q, +1,6 J/J)
• 08:45 Uhr Geschäftsklimaindex Frankreich Feb (e 104; nach 103)
• 09:30 Uhr Verbrauchervertrauensindex Italien Feb. (e 106,6; nach 106,4)
• 11:00 Uhr Auftragseingänge Industrie Eurozone Dez (e -0,5% M/M, +1,4% J/J; nach +4,9%, +9,2%)
Markttechnik
Charttechnik
Trotz guter Vorgaben von der Technik missglückte gestern wieder ein Test der 121 rund; bremsend wirkten sich die erneuten Inflationswarnrufe der EZB-Mitglieder aus; heute Abwärtspotential im Kontrakt mit möglichem Durchbruch der 120,38 nach unten, wenn US-Markt verstimmt auf CPI reagiert.
MACD-Analyse
Der MACD liefert noch kein Signal.
RSI-Analyse
Der 14-Tage-RSI zeigt eine neutrale Marktlage auf.
Marktkommentar
Die US-Zinsstrukturkurve verschob sich gestern um 1 bp parallel nach oben, wodurch der negative Spread zwischen 2- und 10jährigen Treasuries unverändert bei 13 bp blieb. Der US-Markt reagierte am Dienstag verstimmt auf die Veröffentlichung des Protokolls der letzten von Greenspan präsidierten Offenmarktausschusssitzung. Hierin ist zu lesen, dass die US-Notenbanker die Inflation oberhalb des .erwünschten. Ni- veaus wähnen. Zwei weitere Leitzinserhöhungen per März und Mai um jeweils 25 bp auf 5% hat der Markt eingepreist. Dennoch wird jede Bekanntgabe von Konjunkturin- dikatoren in den nächsten Monaten akkurat auf Hinweise zur Robustheit des US- Wachstums und zur Inflationsgefahr abgesucht werden. Denn von der Datenlage, das hat die Fed bzw. ihr neuer Chef Bernanke zuletzt ausdrücklich betont, werden die künftigen Zinsschritte zunehmend abhängen. Während bei der Inflation ein spürbarer Sprung im Januar auf 3,8% in der Jahresrate erwartet wird, lautet die Konsensschät- zung für die Kernrate wie schon im Vormonat 2,2%. Sollten diese Werte übertroffen werden, sind weitere Kursverluste vorprogrammiert. Der aktuelle Anstieg des Ölprei- ses auf über 62 US Dollar pro Barrel aufgrund der sabotierten Förderanlagen in Nige- ria schürt die Erwartungen wieder anziehender Heiz- bzw. Treibstoffpreise. Zusätzli- che Belastung droht dem US-Markt heute von der Auktion in 2jährigen T-Notes, die mit 22 Mrd. US-Dollar das gleiche Volumen wie bei der vorangegangenen Begebung aufweist. Am Donnerstag kommen 5jährige T-Notes mit einem Volumen von 14 Mrd. US-Dollar . nach zuletzt 13 Mrd. . auf den Markt. 10jährige Treasuries sehen wir heu- te zwischen 4,62% und 4,48% rentieren.
Der europäische Staatsanleihenmarkt musste gestern weitere Inflationswarnungen seitens der EZB verdauen. Der griechische EZB-Repräsentant signalisierte, dass die Notenbank ihre - kommende Woche zu veröffentlichenden - Wachstums- und Inflati- onsprojektionen nach oben revidieren werde. Die EU bestätigte gestern ihre Wachs- tums- sowie Inflationsprognose für die Eurozone bei 1,9% bzw. 2,2% für 2006 und basiert diese auf einen durchschnittlichen Euro-Wechselkurs von 1,20 zum US-Dollar bzw. einen Ölpreis von 62 US-Dollar pro Barrel. Aus technischer Sicht belastet der gestrige Abprall des Bund Futures an der 121-Marke. Fundamental wird sich der hie- sige Markt heute an die US-Reaktion auf die dortigen Verbraucherpreise orientieren. Wir rechnen bis zum Nachmittag mit einer knapp behaupteten Tendenz in europäi- schen Staatsanleihen.
Aktienmarktkommentar (HSH )
Erwartete Tagestendenz:
Überseeische Schwäche in Technologie- und insbesondere Halbleiterwerten dürfte voraussichtlich dieses Segment heute auch in Europa belasten. Ein wenig inspirierendes BASF Ergebnis dürfte darüber hinaus kaum dazu angetan sein, dem Markt weiteres Auftriebspotenzial zu verleihen. Einige Titel – wie etwa T-Online - könnten unter ihrem Ausscheiden aus dem Stoxx600 Index leiden. Die europäischen Indices nähern sich technisch überkauftem Terrain, so dass wir für den heutigen Handelsverlauf von leicht rückläufigen Kursen ausg.
Aktienmärkte Europa (gestern):
Versorgertitel beherrschten in der gestrigen Rangliste der EuroStoxx50-Gewinner die Plätze 1, 2, 3, 5, 6 und 8. Ausschlaggebend dafür war ein Übernahmeangebot i. H. v. EUR 29,1 Mrd. von der deutschen E.ON. AG für den spanischen Versorger Endesa SA, welches nachhaltige Konsolidierungsphantasien für die europäische Versorgerindustrie schürte. Zusätzlich gestützt wurde diese Entwicklung durch einen Artikel in der italienischen Zeitung „Il Giornale“, welchem entsprechend auch bereits der größte italienische Versorger Enel SpA die französischen Suez SA im Hinblick auf eine mögliche Partnerschaft angesprochen haben soll. Besser als erwartete Ergebnisse der MAN AG und von Cadbury-Schweppes nährten darüber hinaus den Kursaufschw..
Markttechnik:
Der DAX strebt nach dem gestrigen Tag seinem nächsten Kursziel 5.840 entgegen Stützung anhaltend bei 5.743,48.
Unternehmensnachrichten:
- BASF AG: 4. Quartal Umsatz EUR 11,720 Mrd. (EUR 9,858 Mrd.) – Chemikalien EUR 2,211 Mrd. (EUR 1,879 Mrd.) – Kunststoffe EUR 3,037 Mrd. (EUR 2,876 Mrd.) – Veredlungsprodukte EUR 2,155 Mrd. (EUR 1,979 Mrd.) Pflanzenschutz + Ern. EUR 1,203 Mrd. (EUR 1,144 Mrd.) – Öl + Gas EUR 2,536 Mrd. (EUR 1,616 Mrd.) – Sonstige EUR 578 Mio. (EUR 364 Mio.) EBIT v. Sonderp. EUR 1,591 Mrd. (EUR 1,617 Mrd.) Chemikalien EUR 379 Mio. (EUR 419 Mio.) Kunststoffe EUR 221 Mio. (EUR 237 Mio.) – Veredlungsprodukte EUR 177 Mio. (EUR 191 Mio.) Pflanzenschutz + Ern. EUR 118 Mio. (EUR 186 Mio.) – Öl + Gas EUR 753 Mio. (EUR 512 Mio.) – Sonstige minus EUR 57 Mio. (EUR 72 Mio.)
- Fresenius Medical Care AG & Co. KGaA: Gesamtjahr Umsatz EUR 6,771 Mrd. (EUR 6,228 Mrd.) – EBIT EUR 938 Mio. (EUR 852 Mio.) – Erg. v. St. EUR 766 Mio. (EUR 669 Mio.) – Erg. n. St. + Ant. EUR 455 Mio. (EUR 402 Mio.) – Erg./Stammaktie EUR 4,68 (EUR 4,16) – Erg. Vorzugsaktie EUR 4,75 (EUR 4,23)
- Heineken Holding NV: Gesamtjahr Absatz 118,6 Mio. hl (112,6 Mio. hl) – Umsatz EUR 10,796 Mrd. (EUR 10,062 Mrd.) – EBIT EUR 1,283 Mrd. (EUR 1,369 Mrd.) – EPS EUR 1,71 (EUR 1,64)
- Bull SA: GJ Nettoerg. EUR 15,8 Mio. (+ 11 %) – Ums. EUR 1,17 Mrd. (EUR 1,14 Mrd.)- Op. Erg. EUR 22,8 Mio. (47,1)
Aktienmarkt USA (gestern):
Der Aktienmarkt wurde in den USA gestern durch die unterschiedlichsten Störfaktoren belastet. So erfuhr die Chipindustrie durch die Analysten der Citigroup eine Herunterstufung von „overweight“ auf „marketweight“. Begründet wurde dieser Schritt mit wachsenden Produktionskapazitäten, welche absehbar die Produktpreise belasten dürften. Applied Materials Inc. wurden beispielsweise gar vollständig von der Empfehlungsliste der Analysten gestrichen. Lediglich 2 der 19 im Philadelphia Stock Exchange Semiconductors Index enthaltenen Titel vermochten entgegen dem Gesamttrend fester zu schließen, während die Benchmark selbst 2,2 % ihres Vortagskurswertes einbüßte. Diese Schwäche breitete sich auf das gesamte Technologiesegment aus, so dass auch beispielsweise Hewlett-Packard mit einem stärkeren Tagesverlust schlossen. Erste Zinsängste schürte die Veröffentlichung der führenden Wirtschaftsindikatoren, welche im Januar um +1,1 % und damit nennenswert stärker als mit erwarteten 0,6 % anstiegen. Zusätzliches Öl ins Feuer goss die spätere Veröffentlichung des Protokolls der Sitzung des Fed-Offenmarktausschusses, dessen Wortlaut keinerlei Rückschluss auf ein unmittelbar bevorstehendes Ende des Zinserhöhungsprozesses erkennen ließ. Den letzten Anstoß zur Abwärtsbewegung vermittelte darüber hinaus ein in der letzten Handelsstunde abrupt anziehender Rohölpreis. Begründet wurde diese Entwicklung damit, dass aufgrund anhaltender Rebellenangriffe ca. 20 % der nigerianischen Ölförderung ruht. Der Ölpreis stieg daraufhin bis zum Börsenschluss um 2 % auf USD 61,10 an, um damit seinen dritten täglichen Kursaufschwung in Folge zu vollziehen. Uneinheitlich gestaltete sich die Berichtssaison bei den Einzelhandelswerten. Bewertete man beispielsweise einerseits das Home Depot-Ergebnis positiv, so gerieten andererseits Wal-Mart Stores Inc. aufgrund eines als unzureichend empfundenen Ausblicks unter Abgabedruck. Das Gewinner- Verliererverhältnis betrug 5:7 bei einem leicht unterdurchschnittlichen Tagesumsatzvolumen.
Ausblick US-Aktienmarkt (heute):
13.00 Uhr MBA-Hypothekenanträge keine Erw. (- 7,3 %)
14.30 Uhr Verbraucherpreisindex (Monat) erw. + 0,5 % (- 0,1 %)/(Jahr) erw. + 3,8 % (+ 3,4 %) Verbraucherpreisindex exkl. Lebensmittel + Energie (Monat) erw. + 0,2 % (rev. + 0,1 %)/(Jahr + 2,2 % (+ 2,2 %) Konsumentenpreisindex NSA keine Erw. (196,8).
Die außerbörslich gehandelten US-Aktienindexfutures tendierten zuletzt fester, so dass wir unter Einbeziehung der bisherigen heutigen Kursentwicklung in Europa auch von einer gut behaupteten Wall Street-Eröffnung ausgehen. Für Unruhe am Rentenmarkt könnten nahe den Analystenschätzungen publizierte Verbraucherpreisanstiege sorgen.
Aktienmärkte Asien/Australien (heute):
Gewissermaßen als Spiegel der in den USA aufgekommenen Zinsängste und Citigroup-Neubewertung der Chipindustrie, tendierte die Mehrheit der regionalen Märkte geringfügig leichter. Insbesondere Technologietitel schlossen hier schwächer. 