| | Frühaufsteher Dax knapp behauptet erwartet
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16. November 2005 Der deutsche Aktienmarkt wird zu Handelsbeginn vermutlich die negativen Vorgaben der amerikanische Börsen nachvollziehen. CMC Markets indiziert den Dax vier Punkte tiefer bei 5.107 Punkten. Die europäischen Fondsmanager konzentrieren sich einer Merrill-Lynch-Studie zufolge nach wie vor auf defensive Werte aus dem Pharma- oder Versicherungssektor, obwohl sie an eine baldige Erholung der Konjunktur glauben.

Im Blickpunkt dürften auch Versorger stehen, nachdem RWE am Morgen Geschäftszahlen vorgelegt hat. Das Unternehmen hat dabei seine Gewinnprognose für das Gesamtjahr bekräftigt. Der Markt dürfte nach Meinung von Händlern nicht übermäßig begeistert auf Zahlen und Ausblick reagieren. Die Eckdaten hätten den Erwartungen entsprochen, und das in Aussicht gestellte Wachstum im einstelligen Prozentbereich sei nicht groß. Die RWE-Aktie könnte daher nachgeben.
Rentenmarkt fester erwartet
Der europäische Anleihemarkt dürfte von den Vorgaben der amerikanischen Staatsanleihen profitieren. Das Thema Inflation dürfte den Markt abermals beherrschen, zumal am frühen Nachmittag Verbraucherpreisdaten aus den Vereingten Staaten kommen. Das Interesse gilt aber auch der Entwicklung der Zinsen in Europa. Während in der Eurozone Zinserhöhungen diskutiert werden, legt die Entwicklung der britischen Wirtschaft eine Zinssenkung im Vereingten Königreich nahe.
Euro entfernt sich in Fernost von Zwei-Jahres-Tief
Der Euro hat sich am Mittwoch in Fernost von seinem jüngsten Tiefflug erholt. Während er am Vortag auf ein Zwei-Jahres-Tief zum Dollar gedrückt worden war, belasteten die amerikanische Währung später Gewinnmitnahmen. „Es gab keine wirklichen Grund für das Abschwächen des Dollars”, sagte ein Händler in Tokio. Die ersten Äußerungen des designierten amerikanische Notenbankchefs Ben Bernanke hätten hingegen kaum Auswirkungen auf den Devisenmarkt. Bernanke hatte vor dem amerikanische Senat gesagt, am geldpolitischen Kurs der Fed festhalten zu wollen, zugleich aber vorsichtige Korrekturen vorzunehmen. „Das war keine Überraschung”, sagte der Händler.
Im frühen Tokioter Handel lag der Euro bei 1,1719 Dollar und damit wenig verändert zum Stand im späten amerikanischen Handel. Am Vortag hatte die Gemeinschaftswährung zeitweise ein Tief von 1,1640 Dollar erreicht und damit den tiefsten Stand seit November 2003. Zur japanischen Währung notierte der Dollar ebenfalls wenig verändert bei 118,90 Yen. Der Schweizer Franken notierte bei rund 1,3171 Franken je Dollar und etwa 1,5437 Franken je Euro.
Am Mittwoch dürften Investoren am Devisenmarkt ihr Augenmerk ein weiteres Mal auf Konjunkturdaten richten. In Brüssel werden die Verbraucherpreise für die Euro-Zone im Oktober erwartet, in Washington die Verbraucherpreise für den Oktober sowie die Lagerbestände für den September.
Börse in Tokio schließt freundlich
Nach einem etwas leichteren Start hat die Börse in Tokio am Mittwoch etwas fester geschlossen. Wie in den vergangenen Tagen bereits zu beobachten, habe es auch am Berichtstag wieder eine Sektorrotation in Technologie- und Exportwerte gegeben, während Finanz- und Immobilienaktien im Zuge von Gewinnmitnahmen abgegeben worden seien, berichteten Marktteilnehmer. Der Nikkei-225 zog um 0,6 Prozent an auf 14.171, während der Topix 0,9 Prozent oder 14 Zähler auf 1.486 zulegte. Der Umsatz belief sich nach ersten Angaben auf 2,781 (2,513) Milliarden Aktien. Ob die Sektorrotation ausreiche, das Marktbarometer auf über 14.220 Punkte zu hieven, bezeichneten Marktkenner als fraglich.
Exportwerten sei der schwache Dollar zuhilfe gekommen, hieß es. TDK gewannen zwei Prozent auf 9.350 Yen, Nissan Motor 3,5 Prozent auf 1.216 Yen und Matsushita Electric Industrial 1,6 Prozent auf 2.235 Yen. Gestützt worden sei der Markt auch von Käufen im Bankensektor, wo bei nachgebenden Kursen immer wieder Kaufinteresse zu beobachten gewesen sei. Sumitomo Mitsui Financial Group wurden um 2,7 Prozent auf 1,14 Millionen Yen nach oben genommen.
Sanyo Electric gewannen 6,1 Prozent auf 297 Yen, nachdem das Unternehmen einem Bericht zufolge plant, einen Teil seiner Beteiligung an Sanyo Electric Credit an Mitsui & Co zum Schuldenabbau zu verkaufen. Wenngleich dies nicht unerwartet sei, seien viele Akteure auf die Konkretisierung dieses Sachverhalts hin bei der Aktie eingestiegen, hieß es. Toyota zogen um 2,8 Prozent an auf 5.500 Yen. Das Unternehmen hatte mitgeteilt, seine Hybrid-Antriebstechnologie weiter vorantreiben zu wollen. Eine Zeitung hatte berichtet, Toyota wolle die nächste Generation dieser Motoren bereits 2008 einführen. Mitsubishi Motors beendeten eine Serie von sechs Handelstagen mit Kursverlusten und verteuerten sich um 9,8 Prozent auf 257 Yen.
Daiwa Seiko legten um 1,7 Prozent zu auf 246 Yen. Der Sportartikelausrüster hatte seinen Ausblick erhöht. Daiei verteuerten sich nach zwischenzeitlich größeren Verlusten um 0,5 Prozent auf 2.830 Yen. Der Supermarktbetreiber hatte einen Rückgang des flächenbereinigten Umsatzes um zehn Prozent bekanntgegeben. Softbank schafften erstmals seit Januar 2001 den Sprung über 8.000 Yen und gingen mit plus 5,3 Prozent auf 8.100 Yen aus dem Tag. Sowohl Privatanleger als auch professionelle Händler hätten nach den guten Ergebnissen des Internet- Dienstleisters die Aktie weiter gekauft, hieß es.
Aktien in Hongkong gut behauptet
Gut behauptet tendiert die Börse in Hongkong am Mittwochmittag (Ortszeit), wobei sich das Marktbarometer, der Hang Seng-Index (HSI) in einer Spanne von 80 Punkten bewegt. Zum Ende der ersten Handelshälfte steht der HSI 0,1 Prozent oder 20 Punkte höher bei 14.647. Kuzrfristig dürfte der Markt weiter eher richtungslos tendieren, da es ihm an frischen Impulsen fehle, glauben Marktexperten. Schlechter als der Markt lägen nach den jüngsten aggressiven Zinserhöhungen lokaler Banken weiter die Aktien der Grundstücksentwickler. SHK Properties geben um 0,6 Prozent nach auf 72,80 Hongkong-Dollar, Cheung Kong um 0,5 Prozent auf 78 Hongkong-Dollar und Henderson Land um 0,9 Prozent auf 34,45 Hongkong-Dollar.
Neuigkeiten und Meldungen nach Börsenschluß
Nachbörslich zeigten sich die Aktienkurse am Donnerstag an der Wall Street unverändert. Der Nasdaq 100 After Hours Indicator schloß mit einem Plus von 1,7 Punkten bei 1646.01 Zählern.
Die Aktien von Analog Devices sind am Dienstag im nachbörslichen amerikanischen Handel um 0,6 Prozent auf 36,87 Dollar zurückgekommen. Der Halbleiterhersteller hatte zuvor mitgeteilt, daß er drei Millionen Dollar zahlen wird, um eine Untersuchung der Börsenaufsicht SEC hinsichtlich von Aktienoptionen abzuschließen. Zudem hat Analog Devices einen als enttäuschend aufgenommenen Ausblick für das erste Quartal gegeben. Der Gewinn je Aktie vor Sonderposten lag unterdessen im abgelaufenen Quartal bei 0,38 Dollar und damit zwei Cent über der Konsensprognose.
Blue Coat Systems brachen um 19 Prozent ein auf 39,47 Dollar, nachdem der Zweitquartalsumsatz knapp unter der Prognose lag. Der Gewinn je Aktie lag mit 0,32 Dollar über der Erwartung von 0,30 Dollar. Abercrombie & Fitch kletterten nachbörslich um 3,6 Prozent auf 58,93 Dollar, nachdem die Einzelhandelskette mit ihren Drittquartalszahlen die Erwartungen übertroffen und auch die Gesamtjahresprognose angesichts einen guten Umsatzwachstums angehoben hatte. Der Gewinn je Aktie lag mit 0,88 Dollar deutlich über der Konsensprognosen von 0,80 Dollar. Der Umsatz stieg um 35 Prozent auf 704,9 Millionen Dollar.
Wall Street schließt mit Konsumsorgen etwas leichter
Etwas leichter haben die amerikanische Märkte am Dienstag an der Wall Street geschlossen. Der überraschende Rückgang der Kernrate des amerikanische Produzentenpreisindex für Oktober um 0,3 Prozent hatte im frühen Handel noch für gute Stimmung gesorgt und die Angst vor schlechten Inflationsdaten am Mittwoch gedämpft. Letztlich hätten aber eher negative Faktoren die Oberhand gewonnen, sagte ein Händler. Der Dow-Jones-Index der 30 Industriewerte (DJIA) fiel um 0,1 Prozent oder elf auf 10.686 Punkte. Der S&P-500-Index sank um 0,4 Prozent oder fünf auf 1.229 Punkte. Der Nasdaq-Composite verlor 0,6 Prozent oder 14 Punkte auf 2.187.
„Wir stehen am Ende der Berichtssaison, aber es gibt noch immer Sorgen”, sagte David Klaskin, Händler bei Oak Ridge Investments. „Heute stand der Einzelhandel im Blick, und zwar mit Target. Deren Zahlen reflektieren das Verbrauchervertrauen, und das ist derzeit in einer prekären Situation.” Der Discount-Einzelhändler Target hatte mitgeteilt, daß die vergleichbaren Umsätze im November unter den früheren Schätzungen liegen werde. Die Aktie fiel daraufhin um 7,1 Prozent auf 54,30 Dollar.
Die Titel der amerikanische Baumarktkette Home Depot fielen nach ihrem Quartalsausweis um 0,4 Prozent auf 42,40 Dollar. Home Depot hatte einen Gewinnanstieg auf 1,5 Milliarden Dollar vermeldet und erhöhte zudem den Ausblick aufs laufende Geschäftsjahr. Amazon haussierten wegen der Änderungen in den wichtigen amerikanische Indizes S&P-500 und S&P-100 um über 4,5 Prozent auf 44,45 Dollar. Amazon ersetzen per Freitagabend AT&T im S&P-500-Index, weil dann die Übernahme des Telefonkonzerns durch SBC Communications abgeschlossen sein soll. Im S&P-100-Index tritt Paketzusteller UPS anstelle der Aktien von AT&T. SBC fielen um 0,3 Prozent auf 23,89 Dollar, UPS büßten 2,1 Prozent auf 75,56 Dollar ein.
AIG fielen um 1,2 Prozent auf 66,68 Dollar. Der größte Versicherer der Welt hatte in der Nacht zum Dienstag von deutlich gesunkenen Gewinnen berichtet. Ursache waren hohe Schadenszahlungen für Hurrikan Wilma. Telekomwerte litten unter dem gesenkten Ausblick von Vodafone. Vor allem der Geschäftsausblick für Japan und die hohen Kosten für den Ausbau der 3G-Netze lassen die Aktie in Europa um elf Prozent einbrechen. Dies belastet alle Aktien des Sektors.
Boeing profitierten vom verbesserten News Flow in der amerikanische Luftfahrtindustrie. Boeing stiegen um 1,2 Prozent auf 67,00 Dollar. Boeing hatte zunächst angekündigt, der Konkurrenz durch den A380 durch eine vergrößerte 747-8 begegnen zu wollen. Am Dienstag wurden nun GE als alleiniger Lieferant von Triebwerken benannt. Boeing sieht einen Bedarf von rund 900 Passagier- und Frachtmaschinen in den kommenden 20 Jahren. GE schlossen unverändert bei 34,40 Dollar.
Amerikanische Anleihen schließen freundlich
Die amerikanische Anleihen schlossen am Dienstag freundlich. Vor allem am langen Zinsende zogen die Kurse an und sorgten für eine weitere Verflachung der Zinskurve. Der Spread zwischen der zwei- und der zehnjährigen Anleihe sank auf neun Basispunkte, das ist so niedrig wie seit Januar 2001 nicht mehr. Im Blickpunkt des Interesses standen die Senats-Anhörungen von Ben Bernanke, dem designierten Nachfolger von Fed-Chairman Alan Greenspan. Seine Aussagen zur Wachsamkeit gegenüber der Inflation wurden am Anleihemarkt als kursstützend gewertet.
Zweijährige Anleihen gewannen 0,012 Punkte auf 99,186 Punkte. Sie rentierten mit 4,455 Prozent. Fünfjährige Anleihen stiegen um 0,050 Punkte auf 99,310 Punkte. Sie rentierten mit 4,500 Prozent. Richtungweisende zehnjährige Anleihen notierten 0,012 Punkte fester bei 99,170 Punkten und rentierten mit 4,557 Prozent. Longbonds mit einer Laufzeit von dreißig Jahren verbesserten sich um 0,275 Punkte auf 109,081 Punkte. Sie rentierten mit 4,740 Prozent.
Bernanke sprach in seinem vorbereiteten Statement von der Bedeutung der Preisstabilität und dem Risikomanagement-Ansatz bei der Geldpolitik, auf den sich bereits sein Vorgänger Greenspan in seiner 18jährigen Amtszeit gestützt habe. Er sagte ebenfalls, daß er ein explizites Inflationsziel nur dann unterstützen werde, wenn darüber ein Konsens innerhalb der Fed bestehe. Mary Ann Hurley, Händlerin bei D.A. Davidson, sagte, daß Anleihe-Investoren froh seien über den harten Inflationsstandpunkt von Bernanke. Seine Anhörung beseitige einige Befürchtungen, er sei in dieser Hinsicht nicht so hart wie Greenspan, fügte sie hinzu.
Die eigentlich mit Spannung erwarteten Inflationsdaten lösten überraschenderweise kaum Bewegung am Anleihemarkt aus. „Das ist ein verrückter Zahlenmix, auf alle Fälle sind sie sehr gemischt ausgefallen und die Leute versuchen gerade, sich da durchzuarbeiten”, sagte Rick Klingman, Händler bei ABN Amro. Die Erzeugerpreise in den Vereinigten Staaten sind im Oktober gegenüber dem Vormonat vor dem Hintergrund der Energieverteuerung um 0,7 Prozent gestiegen. Von Dow Jones Newswires befragte Volkswirte hatten mit einem unveränderten Preisniveau gerechnet. Dagegen sanken die Erzeugerpreise in der Kernrate - ohne die volatilen Preise für Nahrungsmittel und Energie - um 0,3 Prozent und damit so stark wie seit mehr als zwei Jahren nicht mehr. Hier hatten Ökonomen einen Zuwachs von 0,2 Prozent prognostiziert.
Gruß Moya 