US-Arbeitsmarktbericht Richtung 1,20 USD
NEW YORK (dpa-AFX) - Ein enttäuschender US-Arbeitsmarktbericht hat den Kurs des Euro am Freitag wieder in Richtung der Marke von 1,20 Dollar getrieben. Im späten New Yorker Devisenhandel wurde die europäische Gemeinschaftswährung gegen 21.00 Uhr bei 1,1953 Dollar gehandelt, ein Dollar kostete damit 0,8362 Euro. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs vor Veröffentlichung des US-Arbeitsmarktberichts noch auf 1,1904 (Donnerstag: 1,1957) Dollar festgelegt. Der Dollar war damit 0,8401 (0,8363) Euro wert. Zeitweise war der Euro am Freitagnachmittag bis auf 1,1986 Dollar geklettert.
"Der Stellenzuwachs in den USA ist enttäuschend und passt nicht zum Bild eines kräftigen Wirtschaftswachstums, das auch von der US-Notenbank permanent gezeichnet wird", sagte Folker Hellmeyer, Chefstratege bei der Bremer Landesbank. Die US-Wirtschaft hat im Juni nicht so viele Stellen geschaffen wie erwartet. Die Zahl der Beschäftigten außerhalb der Landwirtschaft ist nach Angaben des US-Arbeitsministeriums um 146.000 zum Vormonat gestiegen. Ökonomen hatten im Durchschnitt mit 194.000 neuen Stellen gerechnet. Vor diesem Hintergrund sei der kräftige Kursanstieg des Euro wenig verwunderlich, sagte Hellmeyer. Nach der kräftigen Talfahrt in den vergangenen Wochen habe sich der Euro stabilisiert.
Die in der kommenden Woche zur Veröffentlichung anstehenden US-Handelsbilanzdaten dürften die globalen Ungleichgewichte wieder verstärkt ins Blickfeld rücken lassen, nachdem in jüngster Zeit der Zinsabstand zwischen den USA und der Eurozone das bestimmende Thema gewesen sei. Am Markt wird nach Einschätzung von Hellmeyer mit einem Defizit von 55 bis 60 Milliarden Dollar gerechnet. "Nachhaltige Besserungstendenzen" seien nach wie vor nicht zu erkennen. Dies eröffne dem Euro Spielraum bis auf 1,22 Dollar./fs/tb
Quelle: dpa-AFX