Technischer Morgenkommentar vom 22.12.2005
Finanzen.net
Allgemeine Beurteilung
(Aktien-Indizes)
Die Zunahme der Schwungkraft des Kursanstieges auf der Seite der international wichtigsten Aktien-Indizes, hatte sich bereits letzten Freitag angekündigt und in den Folgetagen schrittweise umgesetzt. Am gestrigen Handelstag gab es eine erneute Fortsetzung, was mit einer weiter ansteigenden Schwungkraft einherging. Besonders Europas Börsenbarometer legten mehheitlich deutlich zu und markierten zum Teil neue Bewegungs- und Mehrjahreshochs.
Hervorheben möchten wir die beiden Indizes FTSE 100 (UK) und den spanischen IBEX 35, deren Ausbruchspotential aus den bis gestern früh noch gültigen Konsolidierungszonen im letzten Morgenkommentar ein Thema war.
Folgte man der Erwartungshaltung, die für beide genannten Indizes mit einem Ausbruch über die definierten Trigger-Marken in den Bereichen um 10587 im IBEX 35 bzw. um 5554 im FTSE 100 rechnete, wurde man am gestrigen Handelstag unmittelbar nach Markteröffnung auf der Long-Seite in beiden Indizes in den Markt gehoben.
Mit Ausnahme des spanischen IBEX 35 und mit Einschränkungen im FTSE 100, liegen uns aktuell in allen von uns beurteilten Börsebarometern wieder intakte Aufwärtstrends vor. In der Konsequenz lässt sich für Europas Börsen ein Festhalten an einer grundsätzlich optimistischen Erwartungshaltung durchaus auch weiterhin rechtfertigen.
In den US-Indizes hält sich die Euphorie unverändert in Grenzen. Zeigte sich noch am Nachmittag ein Aufbäumen, was sich dem jüngsten Abwärtsimpuls entgegenstemmte, so erlahmte die Nachfrage bereits am frühen Abend wieder und hinterließ folgerichtig in allen vier von uns analysierten Indizes Tageskörper mit ausgeprägten Dochten. Das einzig Positive ist, dass keiner der beiden beurteilten Standardwerte-Indizes (Dow Jones und S&P 500 Index), sowie Wachstumswerte-Indizes (NASDAQ 100 und NASDAQ Comp.) am gestrigen Handelstag im Minus schloss. Ansonsten bleiben die US-Märkte vorerst weiter kritisch, die Nachfrage sporadisch und somit ist konsequenterweise eine Positionierung auf der Long-Seite z.Zt. mit einem höheren Risiko behaftet, als wir dies für Europas Börsen erwarten.
An beiden beurteilten asiatischen Börsen (Nikkei 225 / HSI), gehen die Kurse heute Morgen in die Konsolidierung im Bezug auf die gestrigen Kursanstiege. Wir halten eine solche Entwicklung für nicht ungewöhnlich nach mehreren kräftigen Vortagen, zudem in diesem Zusammenhang auch aktuelle Widerstände angehandelt wurden.
Somit ziehen wir für den heutigen Handelsstart folgendes Fazit:
(1) wir bleiben für Europas Börsen vorerst auch weiterhin optimistisch. Es lassen sich zur Zeit keine Argumente finden, die ein nachhaltiges Ende des Kursanstieges in den Indizes erwarten lassen würde.
(2) per gestern wurden wir (wie angekündigt) im FTSE 100 mit Überwindung der 5554 auf der Long-Seite in den Markt gehoben. Den Stop-Kurs definieren wir für heute am jüngsten Reaktionstief bei 5489.
(3) im spanischen IBEX 35 wurde die Trigger-Marke im Bereich um 10587 per gestern nun erneut überstiegen, was spätestens jetzt (wenn nicht beim ersten mal bereits erfolgt) zu einer Positionseröffnung führte. Den Stop-Kurs passen wir auf 10496 Indexpunkte an, als Kurs-Ziel definieren wir unverändert den Bereich um 10700.
(4) bestehen darüber hinaus auch weiterhin alte Long-Positionierungen, behalten wir diese unverändert bei und passen hier lediglich die Stop-Kurse nach oben hin an. Bisher wählten wir als Stop-Kursniveau die untere Begrenzung der jeweils jüngsten Konsolidierungszone. Wir halten es jetzt für sinnvoll, den Stop-Kurs auf die rechnerische Mitte der jüngsten Konsolidierungszone zu heben.
(5) in den US-Märkten halten wir die Bälle flach. Spekulationen auf der Short-Seite erscheinen uns angesichts des nahenden Jahresendes und der Möglichkeit eines kommenden "Window-Dressings" zu risikohaft, für die Long-Seite fehlt momentan ausreichend Schwungkraft, um wirklich mit akzeptabler Impulsstabilität rechnen zu können.
(Bund-Future)
Im Bund-Future ging es gestern unmittelbar nach Markteröffnung zur Sache, jedoch auf der Unterseite. Mit deutlichen Abschlägen rutschte der FGBL ins Minus und fiel in der Spitze bis auf 120.99. Am Ende verblieb ein Minus von 0,32 Prozent.
Sehen wir uns das Kursbild an, fällt auf, dass der gestrige Tagestiefstkurs die aktuell gültige Aufwärtstrendlinie, beginnend am 14. November mit Ausbildung des ersten von zwei Beinchen einer potentiellen Umkehrformation, nur knapp verfehlt wurde. Der Schlusskurs liegt jedoch wieder deutlich unterhalb des bisher charttechnisch nicht unbedeutenden Kursniveaus bei 121.39 / 121.42.
Chart- wie markttechnisch ist der Aufwärtstrend auch weiterhin noch immer intakt. Über die trendfolgenden Indikatoren wird uns ein intaktes long-set-up ausgewiesen. Der Bereich um 121.39 / 121.42 büsste mit der gestrigen Kursentwicklung an Bedeutung ein, so dass wir den potentiellen Widerstand jetzt auf 121.65 anheben (aktuelles Impulshoch).
In der praktischen Konsequenz sind wir unverändert long positioniert, sowohl innerhalb des aktiv gemanagten Zertifikats, als auch in unserer spekulativen Trading Position. Für letztere ziehen wir heute den Stop-Kurs auf ein Niveau knapp unterhalb der laufenden Trendbegrenzungslinie nach. Dies wäre der Bereich um 120.80.
Wir wünschen Ihnen einen erfolgreichen Handelstag !!
Uwe Wagner
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Uwe Wagner ist seit 2004 in einer auf Handelssystemen basierten Vermögensverwaltung tätig. Er ist Mitglied im Verband Technischer Analysten Deutschlands, Gründungsmitglied und Vorstand der Deutsche Gesellschaft für Technische Analyse und hält Vorträge über Technische Analyse und Optionspreistheorien.
Der obige Text spiegelt die Meinung des jeweiligen Kolumnisten wider. Die Smarthouse Media GmbH übernimmt für dessen Richtigkeit keine Verantwortung und schließt jegliche Regressansprüche aus.
Quelle: Finanzen.net 22.12.2005 08:28:00
Gruss Ice