Technischer Morgenkommentar vom 24.01.2006
§24.01.2006 08:19:00
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Allgemeine Beurteilung
(Öl-Preis)
Mit 65.99 USD markierte Brent-Crude-Oil am gestrigen Handelstag ein neues Bewegungshoch im laufenden Trend und liegt damit nur noch knapp unterhalb des Mehrjahreshochs bei 67.43 USD, welches im September letzten Jahres markiert wurde. Sweet-Oil schaffte es in der gestrigen Tagesspitze bis auf 69.20 USD (Mehrjahreshoch vom 30. August letzten Jahres bei 70.85 USD).
In beiden Öl-Sorten ist der laufende Trend absolut intakt und es lassen sich gegenwärtig weder chart- noch markttechnisch Argumente finden, die ein unmittelbar bevorstehendes Ende des laufenden Aufschwungs erwarten lassen könnten. Konsequenterweise bleiben wir in Sweet-Oil auf der Long-Seite positioniert und belassen den Stop-Kurs bei 66.00 USD.
Als Fazit halten wir fest: derzeit sprechen alle Indizien aus dem Blickwinkel unserer Interpretation für eine Fortsetzung des Aufschwungs des Öl-Preises.
(USD)
Auf der Währungsseite zeigt sich uns derzeit ein gemischtes Bild. Fokussiert auf die beiden Wechselkursverhältnisse USD gegen EURO und gegen YEN, zeigt sich in den jeweiligen Wochencharts unverändert ein intakter, übergeordneter Abwärtstrend für die US-Währung. Doch im Gegensatz zu den Vorwochen, in denen in der Regel die Kursentwicklung gegenüber dem japanischen YEN Trendtendenzen aufwies, während der USD gegen EURO eher Konsolidierungscharakter besaß, wechselt das Bild gegenwärtig. Mit einem kräftigen Schub verlor die US-Währung im gestrigen Handelsverlauf gegenüber dem EURO und rutschte aus der jüngst ausgebildeten Konsolidierungszone nach unten hin weg. In der Konsequenz setzt sich der Aufwärtstrend des EURO weiter fort. Europas Leitwährung notiert aktuell oberhalb der noch bis letzten Freitag gültigen Schiebezonengrenze bei 1.2175 USD und konsolidiert heute Morgen leicht auf hohem Niveau.
Im Wechselkursverhältnis zum japanischen YEN hoben wir, im Bezug auf die Art und Weise des Konsolidierungsverlaufes des USD bereits in der letzten Woche hervor, dass eine ausgeprägtere Konsolidierung durchaus wahrscheinlich erscheint und in der Konsequenz eine Kursstabilisierung zwischen der 114 und 116 YEN Marke eintreten könnte. Diese Erwartungshaltung festigt sich mit der laufenden leichten Erholung des USD innerhalb der oben definierten Chartmarken.
In der praktischen Konsequenz sollten Neupositionierungen im Wechselkursverhältnis USD / YEN vorerst zurückgestellt werden, hier warten wir erst eine bestätigte Ausbildung eines Staubereiches ab. Wurden im Wechselkursverhältnis EURO / USD Long-Positionen im EURO bei Überwindung der Begrenzung der jüngsten Konsolidierungszone aufgebaut, empfiehlt sich eine Anhebung des Stop-Kurses auf das Ausbruchs-Niveau bei 1.2175 USD.
(Aktien-Indizes)
Sehen wir uns die international wichtigsten Aktien-Indizes an, so konnten diese nach den kräftigen Abschlägen zum Wochenende hin wieder leicht korrigieren, ohne jedoch ernsthaft eine Entspannung in die Gesamtlage zu bringen.
Sehen wir uns die grundsätzliche Ausgangslage in den Börse-Indizes Europas und der USA an:
(1) die gestrigen Reaktionen waren im Grunde erwartet. Wir gingen und gehen derzeit jedoch nicht davon aus, dass die erst am Freitag der Vorwoche tatsächlich "vervollständigten" Abwärtstrends damit in ihrem Bestand gefährdet sind.
(2) sehen wir uns das bisher ausgeschöpfte Reaktionsausmaß in den jeweiligen Trendverläufen an, so sind aktuell in keinem der von uns beurteilten Europa- und US-Indizes die errechneten Minimumkorrekturen erreicht worden.
(3) "enttäuschend" fielen die Korrekturansätze bisher in den US-Indizes aus, allen voran in den beiden NASDAQ´s, die am gestrigen Tagesende fast unverändert in den Feierabend gingen. Heute Morgen zeigt sich kaum Veränderung in den auf Globex gehandelten US-Futures. Das heißt, zumindest bisher hält sich die Nachfrage deutlich zurück.
(4) rein statistisch gesehen, verbleibt ein unverändert hohes Risiko einer Fortsetzung des Abwärtstrends, grundsätzlich halten wir fest: abwärts ausgerichtete Bewegungsschübe tragen Impulscharakter, aufwärts ausgerichtete Bewegungsschübe sehen wir als Reaktionsbewegung an.
Technisch interessant bleiben die beiden von uns analysierten Asien-Indizes Hang Seng Index aus Hongkong und Nikkei 225 aus Japan.
Der aktuellen Kursschwäche der Börsenbarometer in Europa und den USA zum Trotz, baut der japanische Nikkei 225 wieder Stärke auf. Im Zuge des jüngsten Abschwungs, markierte dieser kein neues Bewegungstief und zeigt sich heute mit Kurszugewinnen. Damit läuft hier eine Stabilisierung, die aktuell Konsolidierungscharakter tragen könnte (in jenem Falle rechnen wir mit der Ausbildung eines Staubereiches) oder sogar Umkehrcharakter trägt. Im zweiten Falle wäre diese "Umkehrformation" im Sinne ihrer Definition vollendet, wenn es dem Nikkei 225 gelingen sollte, die 15875 zu überschreiten. Damit läge uns ein untergeordneter, allerdings statistisch auch nicht bewertbarer Doppelboden vor, der zumindest aus analytischer Sicht Potential in Richtung 16500 eröffnen würde. Interessant ist, dass sich mit dieser Entwicklung derzeit Japans Index erneut von seiner starken Seite zeigt und das zu einer Zeit, in der die meisten anderen Börsenbarometer "schwanken".
Im hongkonger HSI liegt uns derzeit eine breit gefasste Konsolidierungszone vor, deren Begrenzungen in den Bereichen um 15788 / 15816 (obere Begrenzung) und 15376 (untere Begrenzung) definiert sind. Solange der Kursverlauf innerhalb dieser Chartmarken pendelt, sehen wir keinen Handlungsbedarf.
Als allgemeines Fazit halten wir fest: grundsätzlich sind wir für die international wichtigsten Aktien-Indizes eher kritisch eingestellt und wir rechnen mit weiteren Abschlägen. Hervorzuheben gilt, dass bis zur Stunde im Grunde alle Kriterien erfüllt sind, die für einen intakten Abwärtstrend auf der Aktien-Seite sprechen und dass wir konsequenterweise abwärts ausgerichtete Bewegungsschübe als Impulsbewegung sehen. Wir verweisen aber auch auf den japanischen Nikkei 225, der allen anderen Indizes zum Trotz bereits wieder Stärke zeigt und somit signalisiert, dass zumindest keine kopflose Panik im Anmarsch zu sein scheint. Den Faden weiter gesponnen hieße das aber auch, dass auch in Europa und / oder den USA Rückkäufe plötzlich und heftig erfolgen könnten, wenn sich die Erholung im Nikkei 225 nicht als temporäres Strohfeuer erweist.
In der Konsequenz bedeutet dies, dass wir unsere Aktivitätsschwerpunkte zur Zeit eher in die kürzerfristigen Zeitfenster lenken, da die strategische Ausrichtung noch unklar ist. Das heißt konkret: wir konzentrieren uns in jedem Positionsaufbau zunächst auf kurzfristig ausgerichtete Positionierungen und überlegen im Erfolgsfalle einer Position, ob und inwieweit wir diese in eine strategische Position umwandeln.
Beachten Sie bitte auch, dass wir seit gestern noch ein Trendfolge-Handelssystem in die Systemtabelle unter www.wagner-lang.com im Kundenbereich aufgenommen haben (System 6). Das Timing war dahingehend interessant, da im Zuge des Abschwungs eine bestehende Long-Position erfolgreich geschlossen wurde, so dass das System aktuell neutral ist und wir somit im Falle einer strategischen Neupositionierung von Anfang an im Kommentar mit dabei sein können.
Zu Ihrer Information: wenn Sie innerhalb der Systemtabelle den Begriff "System 6" anklicken, öffnet sich die komplette Systembeschreibung. Innerhalb dieser finden Sie unter dem Begriff "RINA-Protokolle" zudem das Ertrags- / Risikoprotokoll dieses Handelsansatzes.
Wir wünschen Ihnen einen erfolgreichen Handelstag !!
Uwe Wagner
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Uwe Wagner ist seit 2004 in einer auf Handelssystemen basierten Vermögensverwaltung tätig. Er ist Mitglied im Verband Technischer Analysten Deutschlands, Gründungsmitglied und Vorstand der Deutsche Gesellschaft für Technische Analyse und hält Vorträge über Technische Analyse und Optionspreistheorien.
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-uw-
Gruss Ice
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Börsengewinne sind Schmerzengeld. Erst kommen die Schmerzen, dann das Geld...(A.K.)