Trotz schwacher Zahlen vor der Wende?Venture Capital Panel: Ergebnisse für das 1. Quartal 2003 – Konsolidierung setzt sich fort – Mehr neue Beteiligungen im Jahresverlauf |
VDI nachrichten, 25.4.2003 „Der drastische Rückgang basiert ausschließlich auf einer geringeren Zahl von Folgeinvestments und ist nicht zuletzt eine Konsequenz deutlich geschrumpfter Portfolios“, kommentiert Götz Hoyer von Mackewicz & Partner die Entwicklung. Mit 15 Beteiligungen habe sich die Zahl der Erstinvestments im Vergleich zum Vorquartal hingegen auf niedrigem Niveau stabilisiert, so der VC-Experte. Die meisten Beteiligungen realisierte mit sieben Investments (zwei Erst-/ fünf Folgeinvestments) Wellington Partners. Nur die First Ventury AG realisierte mit drei Beteiligungen mehr Erstinvestments. Einem Beteiligungsunternehmen flossen im Durchschnitt aller erfassten Deals etwa 2,6 Mio. € zu. Auffällig: Von den 43 Panelteilnehmern haben sich im 1. Quartal nur 24 überhaupt an jungen Hightech-Projekten beteiligt. 19 konzentrierten sich auf die Pflege des bestehenden Portfolios. Das meiste Kapital stellte in den ersten Monaten dieses Jahres 3i Deutschland (14,4 Mio. €) zur Verfügung, gefolgt von Earlybird (7,5 Mio. €) und Wellington Partners (5,6 Mio. €). Am gesamten Beteiligungsvolumen von 160 Mio. € waren die VC-Panel-Teilnehmer mit 56 Mio. € beteiligt. 104 Mio. € kamen von weiteren Lead- oder Co-Investoren, knapp 1,4 Mio. € (1 %) stammen von der bundeseigenen Technologie Beteiligungsgesellschaft (TBG). Auf die Softwarebranche entfielen erstmals wieder die meisten Beteiligungen (39 %) als auch das meiste Kapital (29 %). Die zuletzt favorisierte Biotech-Branche folgt mit 15,9 Mio. €. investiertem Kapital (28 %) und elf Investments (18 %) auf Platz zwei. Erstmals wurde in diesem Sektor nur ein Erstinvestment getätigt. Bayern war abermals bevorzugtes Bundesland der Investoren. 24 % aller Beteiligungen erfolgten im Freistaat. Der Trend zu Auslandsengagements setzte sich fort. Jede fünfte Beteiligung wurde nicht in Deutschland realisiert. Insgesamt trennten sich die Panel-Teilnehmer von 20 Beteiligungen (Vorquartal 56). Die häufigste Exit-Variante waren Trade Sales (40 %), gefolgt von Abschreibungen (30 %). Letztere haben damit einen deutlich geringeren Anteil als im gleichen Zeitraum des Vorjahres (50 %). Weniger Abschreibungen und weniger Folgeinvestments – für Götz Hoyer signalisiert diese Entwicklung, dass sich die Konsolidierung des deutschen Wagniskapitalmarktes dem Ende zuneigt. Trotz des schwachen Starts in das neue Jahr sind die führenden deutschen VC-Gesellschaften keineswegs pessimistisch gestimmt. Glaubt man den Angaben der befragten Investoren, wird sich der Abwärtstrend bald umkehren: 54 % der Finanzierer wollen, aufs ganze Jahr gerechnet, mehr neue Beteiligungen eingehen als 2002. Rund die Hälfte gibt außerdem an, 2003 mehr Geld investieren zu wollen als im Vorjahr. PETER SCHWARZ |