Trotz schwacher Zahlen vor der Wende?


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Trotz schwacher Zahlen vor der Wende?

 
28.04.03 13:47

Trotz schwacher Zahlen vor der Wende?

Venture Capital Panel: Ergebnisse für das 1. Quartal 2003 – Konsolidierung setzt sich fort – Mehr neue Beteiligungen im Jahresverlauf

VDI nachrichten, 25.4.2003
Geld für Hightech-Projekte bleibt knapp. Zweit- und Drittrundenfinanzierungen dominieren. Software- und Biotech-Firmen sind weiterhin gefragt – so die Ergebnisse des Venture Capital Panels für das erste Quartal 2003.

Die deutschen Wagnisfinanzierer haben sich in den ersten drei Monaten mit Investitionen stark zurückgehalten. Die 43 Teilnehmer des Venture Capital Panels, einer vierteljährlichen Marktbefragung von Mackewicz & Partner und VDI nachrichten, schlossen 62 Deals ab (47 Folge-/ 15 Erstinvestments).Den finanzierten Unternehmen flossen insgesamt 160 Mio. € zu. Zum Vergleich: Im ersten Quartal des Vorjahres wurden noch 223 Mio. € in 108 Deals investiert.
„Der drastische Rückgang basiert ausschließlich auf einer geringeren Zahl von Folgeinvestments und ist nicht zuletzt eine Konsequenz deutlich geschrumpfter Portfolios“, kommentiert Götz Hoyer von Mackewicz & Partner die Entwicklung. Mit 15 Beteiligungen habe sich die Zahl der Erstinvestments im Vergleich zum Vorquartal hingegen auf niedrigem Niveau stabilisiert, so der VC-Experte.
Die meisten Beteiligungen realisierte mit sieben Investments (zwei Erst-/ fünf Folgeinvestments) Wellington Partners. Nur die First Ventury AG realisierte mit drei Beteiligungen mehr Erstinvestments. Einem Beteiligungsunternehmen flossen im Durchschnitt aller erfassten Deals etwa 2,6 Mio. € zu. Auffällig: Von den 43 Panelteilnehmern haben sich im 1. Quartal nur 24 überhaupt an jungen Hightech-Projekten beteiligt. 19 konzentrierten sich auf die Pflege des bestehenden Portfolios.
Das meiste Kapital stellte in den ersten Monaten dieses Jahres 3i Deutschland (14,4 Mio. €) zur Verfügung, gefolgt von Earlybird (7,5 Mio. €) und Wellington Partners (5,6 Mio. €).
Am gesamten Beteiligungsvolumen von 160 Mio. € waren die VC-Panel-Teilnehmer mit 56 Mio. € beteiligt. 104 Mio. € kamen von weiteren Lead- oder Co-Investoren, knapp 1,4 Mio. € (1 %) stammen von der bundeseigenen Technologie Beteiligungsgesellschaft (TBG).
Auf die Softwarebranche entfielen erstmals wieder die meisten Beteiligungen (39 %) als auch das meiste Kapital (29 %). Die zuletzt favorisierte Biotech-Branche folgt mit 15,9 Mio. €. investiertem Kapital (28 %) und elf Investments (18 %) auf Platz zwei. Erstmals wurde in diesem Sektor nur ein Erstinvestment getätigt.
Bayern war abermals bevorzugtes Bundesland der Investoren. 24 % aller Beteiligungen erfolgten im Freistaat. Der Trend zu Auslandsengagements setzte sich fort. Jede fünfte Beteiligung wurde nicht in Deutschland realisiert.
Insgesamt trennten sich die Panel-Teilnehmer von 20 Beteiligungen (Vorquartal 56). Die häufigste Exit-Variante waren Trade Sales (40 %), gefolgt von Abschreibungen (30 %). Letztere haben damit einen deutlich geringeren Anteil als im gleichen Zeitraum des Vorjahres (50 %).
Weniger Abschreibungen und weniger Folgeinvestments – für Götz Hoyer signalisiert diese Entwicklung, dass sich die Konsolidierung des deutschen Wagniskapitalmarktes dem Ende zuneigt. Trotz des schwachen Starts in das neue Jahr sind die führenden deutschen VC-Gesellschaften keineswegs pessimistisch gestimmt. Glaubt man den Angaben der befragten Investoren, wird sich der Abwärtstrend bald umkehren: 54 % der Finanzierer wollen, aufs ganze Jahr gerechnet, mehr neue Beteiligungen eingehen als 2002. Rund die Hälfte gibt außerdem an, 2003 mehr Geld investieren zu wollen als im Vorjahr.  PETER SCHWARZ
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