TPVG nach den Quartalszahlen: Stabilisierung, aber noch kein Turnaround
TriplePoint Venture Growth BDC hat für das zweite Quartal 2026 gemischte Zahlen vorgelegt. Der Nettoinventarwert blieb mit 8,67 US-Dollar je Aktie nahezu stabil. Das ist positiv, weil sich der Substanzverlust vorerst nicht fortgesetzt hat.
Das laufende Nettoanlageergebnis, das für die Deckung der Dividende entscheidend ist, betrug jedoch nur 0,21 US-Dollar je Aktie. Die reguläre Quartalsdividende liegt bei 0,23 US-Dollar und wurde damit erneut nicht vollständig verdient. Hinzu kommt, dass der externe Manager auf rund 1,3 Millionen US-Dollar erfolgsabhängige Vergütung verzichtet hat. Ohne diesen Gebührenverzicht wäre die Unterdeckung noch deutlicher ausgefallen.
| Kennzahl | Q2 2026 |
|---|
| Nettoanlageergebnis | 0,21 USD je Aktie |
| Reguläre Dividende | 0,23 USD |
| NAV | 8,67 USD |
| Portfolioverzinsung | 12,9 % |
| Yellow-Kredite | 27,2 % |
| Brutto-Verschuldungsquote | 1,26 |
Das ausgewiesene Gesamtergebnis von 0,26 US-Dollar je Aktie sieht besser aus, beruht aber auch auf realisierten Gewinnen. Insbesondere der Verkauf von Revolut-Anteilen brachte einen erheblichen Gewinn. Das ist erfreulich, aber kein regelmäßig wiederholbares laufendes Einkommen.
Problematisch bleibt außerdem der hohe Anteil von PIK-Zinsen. Diese Zinsen werden von den Kreditnehmern nicht bar gezahlt, sondern dem Kreditbetrag zugeschlagen. Dadurch werden Erträge ausgewiesen, ohne dass TPVG tatsächlich Geld erhält. Bei schwächeren Kreditnehmern steigt damit das Risiko, dass ein Teil dieser Erträge später nicht realisiert wird.
Das größte Warnsignal ist die Kreditqualität. Der Anteil der intern als „Yellow“ eingestuften Kredite stieg von 13,4 Prozent Ende 2025 auf 27,2 Prozent. Diese Kredite sind noch nicht ausgefallen, zeigen aber bereits eine erkennbare Verschlechterung. Weitere Wertberichtigungen sind daher nicht ausgeschlossen.
Positiv sind die weiterhin ausreichende Liquidität, der stabile NAV und der Verkauf der Prodigy-Position nach Quartalsende. Eine akute Finanzierungskrise ist aus den Zahlen nicht erkennbar. Unverständlich bleibt allerdings, dass TPVG trotz des sehr hohen Abschlags zum NAV bislang keine eigenen Aktien zurückgekauft hat.
Beim aktuellen Kurs notiert TPVG ungefähr 46 Prozent unter dem ausgewiesenen NAV. Die reguläre Dividendenrendite liegt rechnerisch bei fast 20 Prozent. Diese hohe Rendite ist jedoch Ausdruck des erheblichen Kredit- und Dividendenrisikos.
Ich halte meinen Bestand weiter. Doch solange TPVG die Dividende nicht vollständig aus dem laufenden Ergebnis verdient und eine Stabilisierung der Kreditqualität nachweist, kommen Nachkäufe für mich nicht in Betracht.
Keine Anlageberatung, keine Emfehlung für irgendwen oder irgendwas.