Arm trinkt Espresso, reich trinkt Latte: Die Kaffee-Kluft in Deutschland

Nicolas Ebert Nicolas Ebert
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Nicolas Ebert steht für kompakte Nachrichten mit einem sicheren Gespür für relevante Marktthemen. Nach über 6 Jahren für wallstreetONLINE und ariva.de im Einsatz fühlt sich der Berliner in der Finanzwelt wie zu Hause. Seine Inhalte reichen querbeet von Value-Titeln und den Märkten in Asien über die US Big-Techs bis hin zu aktuellen Top-Performern auf dem globalen Börsenparkett. So entstehen informative News, die Anlegern echten Halt geben.

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Mehrere Kaffeebohnen (Symbolbild).
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Ein Espresso hier, ein Cappuccino da: Was harmlos aussieht, summiert sich zu hunderten Euro im Jahr. Eine Analyse von über 1.200 Cafés zeigt, in welcher Stadt Kaffeetrinker am tiefsten in die Tasche greifen müssen.
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Deutschland hat laut dem Deutschen Kaffeeverband im vergangenen Jahr einen Rekord beim Außer-Haus-Kaffeekonsum verzeichnet, mit rund 161 Litern pro Kopf und Jahr. Dieser Konsum geht zunehmend ins Geld: Der Preis für Arabica-Kaffee ist in den vergangenen drei Monaten um 25 Prozent gestiegen. Ob Kaffee damit zum Luxusgut wird, hat der Kaffee-Fachhändler Coffee Friend untersucht und dafür im Juni die Preise für Espresso, Cappuccino und Latte Macchiato in 1.232 Cafés in zehn deutschen Großstädten erhoben.

Bundesweit kostet ein Espresso im Schnitt 2,58 Euro, ein Cappuccino 3,80 Euro und ein Latte Macchiato 4,33 Euro. Der Wechsel vom schwarzen Kaffee zum Milchgetränk schlägt dabei deutlich stärker zu Buche als der Standort: Ein Cappuccino ist im Schnitt 47 Prozent teurer als ein Espresso, ein Latte Macchiato sogar 68 Prozent teurer, wobei der größte Preissprung direkt beim ersten Milchgetränk entsteht.

Köln am günstigsten, Bremen am teuersten

Köln führt das Ranking der günstigsten Städte an, ein Espresso kostet dort im Schnitt 2,44 Euro, gefolgt von Leipzig und Stuttgart. Am teuersten ist der Kaffee in Bremen mit 2,78 Euro. Das Ranking verschiebt sich jedoch je nach Getränk: Berlin liegt beim Espresso nur auf Platz fünf, wird bei Milchgetränken aber deutlich günstiger und landet beim Cappuccino auf Platz zwei.

Werte aus dem Artikel:
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Bezieht man das lokale Einkommen mit ein, ergibt sich laut Coffee Friend ein anderes Bild. Stuttgart führt mit 1.447 theoretischen Espressi pro Monatsgehalt, gefolgt von München und Frankfurt. Bremen landet trotz mittleren Einkommensniveaus mit nur 1.018 Tassen auf dem letzten Platz. Köln zeigt dabei deutlich, dass Preis und Bezahlbarkeit zwei verschiedene Dinge sind: Trotz niedrigster Kaffeepreise reicht es nach Einberechnung des Einkommens nur für einen Platz im Mittelfeld.

Bis zu 124 Euro Unterschied im Jahr

Wer täglich einen Espresso trinkt, zahlt in Bremen 1.012 Euro pro Jahr, in Köln dagegen nur 888 Euro, eine Differenz von 124 Euro. Bei Cappuccino steigen die Jahreskosten noch deutlicher: In Bremen sind es 1.434 Euro, in Berlin 1.347 Euro. Allein der Unterschied zwischen Espresso und Cappuccino summiert sich in Bremen auf über 400 Euro im Jahr.

Coffee Friend verweist dabei auf den sogenannten Latte-Faktor, ein Konzept aus der Finanzwelt, das beschreibt, wie sich kleine, alltägliche Routinekäufe über die Zeit zu einem beachtlichen Betrag summieren. Die langfristigen Kaffeeausgaben hängen demnach vor allem davon ab, was man trinkt und wie oft.


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