Traurige Rekordmarke: In Israel ist bald jeder zehnte ohne Arbeitsplatz
Wirtschaftskrise. Die internationale Konjunkturflaute und die Intifada belasten das Land schwer.
JERUSALEM. Mit großen Versprechungen versuchte Ariel Scharon kurz vor seiner Wahl zum Premierminister die Vertreter der Wirtschaft für sich zu gewinnen. Knapp ein Jahr später steigen die Arbeitslosenzahlen auf neue Rekorde und der Regierungschef selbst spricht von einer wirtschaftlichen Notlage. Die Schlangen vor den Ausgabestellen einer kostenfreien warmen Mahlzeit werden täglich länger.
9,3 Prozent der israelischen Bevölkerung sind heute ohne Anstellung; das ist ein Anstieg von 0,6 Prozent im Vergleich zum letzten Quartal. Die Perspektiven sind düster. Bis zum Jahresende könnte die Zahl auf fast zehn Prozent klettern. Eine vergleichbare Situation herrschte zuletzt Anfang der 90er Jahre. Damals strömten Hunderttausende Immigranten ins Land und trieben die Arbeitslosenzahlen in die Höhe.
Der 11. September hat "die Verbraucher, die Industrie und die Investoren verunsichert", erklärt Prof. Jakow Frenkel, ehemals Chef der Israel-Bank, die Ursachen der Misere. Es herrsche eine "Bunker-Mentalität". Doch nicht nur die Anschläge in den USA wirken sich auf den Markt aus - in Israel herrscht schon seit gut einem Jahr Krisenstimmung.
Wirtschaftsminister Silwan Schalom hatte bereits im Sommer die Wachstumsprognose für das laufende Jahr von 2,5 bis 3 Prozent auf 1 bis 1,5 Prozent korrigiert. Tatsächlich mußte im zweiten und im dritten Quartal ein Negativwachstum verzeichnet werden.
In den vergangenen neun Monaten sank das Bruttoinlandsprodukt um 0,2 Prozent. Dabei lag das Wachstum im Vorjahr bei immerhin sechs Prozent. Berichten zufolge fand ein derart dramatischer Wachstumsrückgang zum letzten Mal vor 50 Jahren statt. Minister Schalom drängt darauf, die Misere mit höheren Ausgaben aus dem ohnehin stark belasteten Budget für Beschäftigungsprogramme zu bekämpfen.
Tourismus und Bau leiden
Neben der internationalen Konjunkturflaute steht der Konflikt mit den Palästinensern. Tourismus- und Baubranche sind am schwersten von der Gewalteskalation betroffen. Seit Beginn der Intifada im September vor einem Jahr mussten 31 Hotels den Betrieb einstellen, weil die Gäste wegblieben. Die noch bestehenden Hotels sind nur zu gut einem Drittel ausgelastet. Nach Auskunft des Tourismusministeriums liegt der Gesamtschaden bei zwei Mrd. Dollar (31,4 Mrd. S) 18.000 Hotelmitarbeiter büßten ihre Stellen an. Umgekehrt fehlen Arbeitskräfte im Baugewerbe, wo in friedlichen Zeiten 40.000 Palästinenser, die jetzt die autonomen Gebiete nicht verlassen dürfen, ihren Lebensunterhalt verdienten.
Wirtschaftskrise. Die internationale Konjunkturflaute und die Intifada belasten das Land schwer.
JERUSALEM. Mit großen Versprechungen versuchte Ariel Scharon kurz vor seiner Wahl zum Premierminister die Vertreter der Wirtschaft für sich zu gewinnen. Knapp ein Jahr später steigen die Arbeitslosenzahlen auf neue Rekorde und der Regierungschef selbst spricht von einer wirtschaftlichen Notlage. Die Schlangen vor den Ausgabestellen einer kostenfreien warmen Mahlzeit werden täglich länger.
9,3 Prozent der israelischen Bevölkerung sind heute ohne Anstellung; das ist ein Anstieg von 0,6 Prozent im Vergleich zum letzten Quartal. Die Perspektiven sind düster. Bis zum Jahresende könnte die Zahl auf fast zehn Prozent klettern. Eine vergleichbare Situation herrschte zuletzt Anfang der 90er Jahre. Damals strömten Hunderttausende Immigranten ins Land und trieben die Arbeitslosenzahlen in die Höhe.
Der 11. September hat "die Verbraucher, die Industrie und die Investoren verunsichert", erklärt Prof. Jakow Frenkel, ehemals Chef der Israel-Bank, die Ursachen der Misere. Es herrsche eine "Bunker-Mentalität". Doch nicht nur die Anschläge in den USA wirken sich auf den Markt aus - in Israel herrscht schon seit gut einem Jahr Krisenstimmung.
Wirtschaftsminister Silwan Schalom hatte bereits im Sommer die Wachstumsprognose für das laufende Jahr von 2,5 bis 3 Prozent auf 1 bis 1,5 Prozent korrigiert. Tatsächlich mußte im zweiten und im dritten Quartal ein Negativwachstum verzeichnet werden.
In den vergangenen neun Monaten sank das Bruttoinlandsprodukt um 0,2 Prozent. Dabei lag das Wachstum im Vorjahr bei immerhin sechs Prozent. Berichten zufolge fand ein derart dramatischer Wachstumsrückgang zum letzten Mal vor 50 Jahren statt. Minister Schalom drängt darauf, die Misere mit höheren Ausgaben aus dem ohnehin stark belasteten Budget für Beschäftigungsprogramme zu bekämpfen.
Tourismus und Bau leiden
Neben der internationalen Konjunkturflaute steht der Konflikt mit den Palästinensern. Tourismus- und Baubranche sind am schwersten von der Gewalteskalation betroffen. Seit Beginn der Intifada im September vor einem Jahr mussten 31 Hotels den Betrieb einstellen, weil die Gäste wegblieben. Die noch bestehenden Hotels sind nur zu gut einem Drittel ausgelastet. Nach Auskunft des Tourismusministeriums liegt der Gesamtschaden bei zwei Mrd. Dollar (31,4 Mrd. S) 18.000 Hotelmitarbeiter büßten ihre Stellen an. Umgekehrt fehlen Arbeitskräfte im Baugewerbe, wo in friedlichen Zeiten 40.000 Palästinenser, die jetzt die autonomen Gebiete nicht verlassen dürfen, ihren Lebensunterhalt verdienten.