von Mark LaPedus
Silicon Strategies
January 5, 2005 (12:25 p.m. GMT)
SAN JOSE — Der Prozessorhersteller Transmeta will offenbar den Schwerpunkt seines Geschäfts auf ein weniger risikobehaftetes Gebiet verlegen. IP statt Produktion heißt künftig die Devise.
Wie das kalifornische Unternehmen gestern (4. Januar) bekannt gab, wird es künftig den Fokus seiner Geschäftstätigkeit stärker auf die Erteilung von Lizenzen für sein geistiges Eigentum und seine Stromspartechnik verlegen.
Das Transmeta-Management denkt zurzeit über strategische Allianzen zur Unterstützung seiner Mikroprozessor-Designs und seiner Entwicklungskapazitäten nach. Dabei haben sich die Prozessor-Experten der Hilfe durch die Investmentbank Perseus Group versichert. Seit seiner Gründung hat Transmeta Verluste im Millionenbereich angehäuft.
Das Unternehmen ließ im Dunkeln, ob es das Prozessorgeschäft vollkommen aufgeben will. Es ließ jedoch verlauten, man werde "eine kritische Überprüfung des gegenwärtigen Geschäftsmodells" durchführen. Dieses besteht in der Entwicklung und im Verkauf von x86-kompatiblen Prozessoren der Baureihen 'Crusoe' und 'Efficeon'. Die Überprüfung soll noch im Januar abgeschlossen werden.
"Transmeta entwickelt seit einem Jahrzent Mikroprozessor-Technologie und verwandte IP im Weltklasse-Maßstab", warf sich der Unternehmenschef Matthew R. Perry in einer Verlautbarung in die Brust. "Eine Modifizierung unseres Geschäftsmodells und die Verlagerung des Schwerpunkts auf die Erteilung von Lizenzen würde unseren Kapitalbedarf erheblich reduzieren und bessere Resultate für die Aktionäre zeitigen". Dabei wolle sich das Unternehmen im wesentlichen auf sein umfangreiches IP-Portfolio und seine Forschungs- und Entwicklungskapazität stützen.
Im vergangenen Jahr hatte Transmeta an NEC Electronics und Fujitsu Lizenzen für seine Powermanagement-Technik 'LongRun2' und seine Technologie zur Eindämmung von Transistor-Leckströmen erteilt. Fujitsu fungiert gemeinsam mit der Taiwan Semiconductor Manufacturing Company (TSMC) als Foundry für die Produktion von Transmeta-Prozessoren.
Ausweislich des im Oktober veröffentlichten Quartalsberichtes waren die Verluste des Stromspar-Pioniers zuletzt erneut angestiegen. Das Unternehmen musste zudem seinen Quartalsabschluss überarbeiten. Danach waren im dritten Quartal des Geschäftsjahres 2004 Umsätze von 7,0 Millionen Dollar zu verzeichnen, 17 Prozent mehr als im zweiten Quartal und 159 Prozent mehr als im dritten Quartal des Vorjahres.
Der Nettoverlust für das dritte Quartal hatte sich auf 27,5 Millionen und damit auf fast den vierfachen Wert des Umsatzes angehäuft. Im Vorquartal hatte sich bereits ein dicker Verlust von 26,8 Millionen aufgetürmt, und auch im Vorjahresquartal schrieb man mit einem Verlust von 23,7 Millionen Dollar tiefrote Zahlen.
Gleichzeitig hatte das Transmeta-Management seine Absicht bekannt gegeben, seinen Abschluss für das zweite Quartal 2004 Quartal 2004 neu abzufassen, um einen weiteren Verlust von 1,3 Millionen Dollar für überschüssige Materialien korrekt zu verbuchen.