Das Problem hatte ich bereits in der Dotcom-Blase, als ich versuchte, Amazon und Yahoo zu shorten. Physik-Genie Isaac Newton hat mal gesagt: "Ich kann zwar berechnen, wie hoch ein Stein fliegt, den ich mit der Kraft K nach oben werfe. Ich kann aber nicht berechnen, wie hoch eine Meute von Wahnsinnigen eine Aktie treibt." (Aus der Erinnerung von mir rekapituliert.) Dasselbe drückt das Börsen-Bonmot aus: "Never short a dull market."
Beim Finden des richtigen Einstiegspunktes kann in der Tat die Charttechnik helfen. Normalerweise wartet man auf einen kleineren Absturz/Trendbruch nach einer Kursspitze und shortet dann die technische Erholung. Wenn das aber alle machen - und die Zahl potenzieller Shorter bei Google ist riesengroß - , gibt es eher eine Doppelspitze, oft weil die sich in Panik covernden Shorts wechselseitig aus ihren Positionen treiben.
Außerdem steigen die Preise für Optionen nach solchen Abstürzen drastisch, da sich die Vola stark erhöht. Läuft es von da ab seitwärts, verlieren die Scheine schon wegen der sinkenden Vola rapide an Zeitwert.
Natürlich kann man, sofern der Broker dies ermöglicht, auch die Aktie direkt shorten. Dann greifen aber wieder Newtons Bedenken. Steigt der Kurs weiter, steigen die Verluste - im Prinzip unbegrenzt.
Oder willst Du die Put-Optionen in der (charttechnisch) vermuteten Kursspitze bei 370 kaufen (wenn die Vola noch klein ist?). Woher willst Du dann aber wissen, dass es die Spitze ist (siehe: Newton)?
Fazit: Alles nicht so einfach mit dem Shorten...