Toxische Papiere


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tom68:

Toxische Papiere

 
09.02.09 17:27
Toxische Papiere
Lange Trockenzeit für Verbriefungsmärkte
von Aline van Duyn (Las Vegas)

Jahrelang trieben sie den Kredit-Boom, jetzt liegt der Markt für besicherte Wertpapiere brach. Und die Beteiligten haben wenig Hoffnung: Viele erwarten, dass diese Finanzierungsquelle frühestens 2011 wieder sprudeln wird.

Die Verbriefungsmärkte werden womöglich frühestens 2011 wieder "normal" funktionieren. Diese Einschätzung äußern Marktteilnehmer in einer aktuellen Umfrage. Die Branche trifft sich derzeit auf einer Veranstaltung in Las Vegas. Ihr Pessimismus unterstreicht, wie wichtig es für Regierungen und Notenbanken ist, die durch das Brachliegen der Verbriefungsmärkte entstehende Finanzierungslücke zu schließen.

Viele Jahre lang hatten Verbriefungen den Boom bei der Kreditvergabe befeuert: Wertpapiere im Wert von mehreren Tausend Milliarden Dollar wurden verkauft, die mit Krediten für Eigenheime, Autos oder Studenten besichert waren. Nach Angaben des American Securitisation Forum machten Verbriefungen im Jahr 2007 die Hälfte der 5655 Mrd. $ aus, die an den US-Kreditmärkten eingesammelt wurden. Für die Banken hatte diese Praxis den Vorteil, dass sie Kredite nicht auf die Bücher nehmen und mit Kapital unterlegen mussten.

Viele dieser Wertpapiere galten zudem als sichere Investitionen. Mit dem Ausbruch der Krise ist diese Finanzierungsquelle aber ausgetrocknet. Der Verfall von Hauspreisen sowie der wirtschaftliche Abschwung haben Banken und Investoren massive Verluste eingebrockt. Das Vertrauen in diesen Markt ist damit zusammengebrochen.

In den USA, aber auch in Ländern wie Deutschland und Großbritannien wird daher nun diskutiert, wie man mit diesen sogenannten toxischen Papieren umgehen soll. Vor allem Banken müssen aus Sicht vieler Experten von diesen Vermögenswerten entlastet werden, damit ihre Kapitalbasis nicht durch weitere Abschreibungen angegriffen wird. Es wird erwartet, dass toxische Papiere eine zentrale Rolle in dem neuen Bankenrettungsplan der US-Regierung spielen werden, den Finanzminister Timothy Geithner am Dienstag vorstellen soll.

"Solange traditionelle Investoren nicht in den Verbriefungsmarkt zurückkehren, wird es schwer sein, den Markt von der billigen Finanzierung zu entwöhnen, die die Regierung zur Verfügung stellt", sagte Joseph Astorina, ein Verbriefungs-Analyst bei Barclays Capital.

Der pessimistische Ausblick der Industrie steht im krassen Gegensatz zu den Einschätzungen, die zur Zeit des Branchentreffs im vergangenen Jahr vorherrschten. Damals erwartete die Industrie, dass die Kreditkrise bis Ende 2008 weitgehend ausgestanden sein würde. Nun glauben 43 Prozent von 450 Befragten, dass die Märkte erst ab 2011 wieder normal funktionieren werden. Ein Viertel geht davon aus, dass die Probleme bis 2012 oder noch länger anhalten werden. Fast 7 Prozent schätzen sogar, dass sich die Märkte nie wieder normalisieren werden.

Vier Schritte sind nach Ansicht der Befragten notwendig, um die derzeitigen Verwerfungen zu beheben. Sie fordern, den Überhang an notleidenden Papieren anzugehen, die Stimmung der Investoren zu verbessern, das Vertrauen zu Ratingagenturen wiederherzustellen und Transparenz und Offenlegungspflichten zu reformieren.

The Financial Times, 11:50 Uhr
© 2009 The Financial Times, © Illustration: AP
Wir leben alle unter dem gleichen Himmel, aber wir haben nicht alle den gleichen Horizont.  Konrad Adenauer
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tom68:

Privatinvestoren als Retter fauler Anlagen erhofft

 
09.02.09 19:42
Privatinvestoren als Retter fauler Anlagen erhofft
Datum 09.02.2009 - Uhrzeit 17:12 (© BörseGo AG 2000-2009, Autor: , © GodmodeTrader - www.godmode-trader.de/)

New York (BoerseGo.de) - Nach einem Bericht der New York Times hat die Wall Street dazu beigetragen, die weltweite Finanz-und Wirtschaftskrise auszulösen. Wenn die Obama-Regierung jetzt dabei ist, einen überarbeiteten Bankenrettungsplan vorzustellen, hoffen die Politiker, dass Wall Street ein Teil der Lösung sein könne.

Nach Meinung der Regierungsvertreter werde der Erfolg des Plans, der am morgigen Dienstag veröffentlicht werden soll, zum Teil von der Bereitschaft privater Investoren wie Hedge-Fonds, Private Equity Investoren und vielleicht auch Versicherungsgesellschaften abhängen, die toxischen Papiere zu kaufen, welche die Banken so stark belastet haben.

Nach ihren Worten rechnen die Regierungsvertreter mit dem Profitstreben, um einen Markt für diese Werte auf den Weg zu bringen. Die Regierung würde einen Mindestpreis garantieren, um damit die Kaufzurückhaltung der Investoren auszuräumen. Das Ziel bestehe darin, die Notwendigkeit bundesstaatlicher Finanzierungshilfe einzuschränken  und die Furcht der Steuerzahler zu nehmen, einen ausufernden Preis zahlen zu müssen, falls der Staat riskante Wertpapiere übernehmen sollte.
Wir leben alle unter dem gleichen Himmel, aber wir haben nicht alle den gleichen Horizont.  Konrad Adenauer
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