Es rumort in der Gigafactory Berlin-Brandenburg! Droht ein Streik bei Tesla?
Mitarbeiter der Tesla-Gigafactory in Grünheide fordern mittels einer Aktion bessere Arbeitsbedingungen. Was ist da los und stehen die Bänder in Grünheide bald still?
Mitarbeiter der Tesla-Gigafactory in Grünheide fordern bessere Arbeitsbedingungen.
Beschwerden über Arbeitsbedingungen und extreme Arbeitsbelastung bei Tesla.
Auffällige Häufung von Arbeitsunfällen in der Tesla-Fabrik.
Mehr als 1.000 Beschäftigte des US-Elektroautoherstellers Tesla setzten nach Angaben der IG Metall in der Gigafactory Berlin-Brandenburg in Grünheide (Oder-Spree) ein Zeichen für bessere Arbeitsbedingungen. In einer bisher einmaligen Aktion zeigten sie sich während der Nacht- und Frühschicht mit IG Metall-Aufklebern auf den T-Shirts, die die Forderung "Gemeinsam für sichere gerechte Arbeit bei Tesla" tragen.
Beschwerden über die Arbeitsbedingungen und extreme Arbeitsbelastung bei Tesla sind nicht neu. Die Beschäftigten äußerten sich wiederholt kritisch über kurze Taktzeiten, Personalmangel, und überzogene Produktionsziele, welche zu erheblichen Mängeln im Gesundheitsschutz und in der Arbeitssicherheit führen, darunter auch Krankenstände von bis zu 30 Prozent. Die IG Metall hatte bereits im Januar 2023 den Umgang mit den Mitarbeitern im Werk kritisiert.
Ein Bericht des Stern deckte eine auffällige Häufung von Arbeitsunfällen in der Tesla-Fabrik auf. Zwischen Juni und November 2022 wurden 190 meldepflichtige Unfälle gemeldet. Zum Vergleich: Laut IG Metall ereignen sich im Durchschnitt 16 meldepflichtige Unfälle pro 1.000 Beschäftigte bei Autoherstellern und Zulieferern.
Auch das ESG-Tool von MSCI weist bei der Tesla-Aktie darauf hin, dass "das Unternehmen in schwere bis mittelschwere Kontroversen im Bereich der Arbeitsrechte verwickelt ist". Insgesamt erhält die Tesla-Aktie 'nur' ein ESG-Rating von A. Zum Vergleich: Der chinesische Tesla-Konkurrent XPENG erhält das zweitbeste ESG-Rating von AA.
Eine parallel verlaufende Unterstützungsaktion der IG Metall sollte den Dialog fördern. Am Montag hatten Tesla-Mitarbeiter die Möglichkeit, an verschiedenen Standorten, darunter Bahnhöfen und vor dem Werkstor, mit erfahrenen Gewerkschaftsmitgliedern über ihre Anliegen zu sprechen.
Dirk Schulze, IG Metall-Bezirksleiter Berlin-Brandenburg-Sachsen, erklärte nun: "Niemand in Deutschland muss seine Gewerkschafts-Mitgliedschaft verheimlichen. Auch bei Tesla haben Beschäftigte das Recht, sich zu organisieren und ihre Meinung frei zu äußern. Mit ihrer starken Aktion zeigen die Tesla-Kolleg*innen: Sie sind bereit, für ihre Rechte einzutreten."
Quelle: wallstreetONLINE Zentralredaktion
www.wallstreet-online.de/nachricht/...burg-droht-streik-tesla