Zu kälteempfindlich: Warnung vor chinesischen Billig-Akkus in neuen Tesla
Vereinzelte Berichte deuten darauf hin, dass der neue Akkutyp des in Shanghai produzierten Model 3 nicht an Leistung seiner Vorgänger anknüpfen kann.
Seit Oktober verwendet Elektroautobauer Tesla für die in der chinesischen Gigafactory gefertigten Model 3 kobaltfreie Lithium-Eisenphosphat-Akkus.
Die ersten Fahrzeuge mit diesem Batterietyp sind mittlerweile auch nach Deutschland gelangt.
Allerdings melden sich in China jetzt erste von der Batterieleistung enttäuschte Käufer zu Wort.
Hat Tesla sich mit einem Schnellschuss Probleme eingehandelt?
Vor rund zwei Monaten hat Tesla in China ein überarbeitetes Model 3 Standard Range+ auf den Markt gebracht.
Das Elektroauto aus der Gigafactory Shanghai ist mit einem kobaltfreien Akku mit Lithium-Eisenphosphat-Chemie (LFP-Akku) ausgestattet.
Da die Batteriematerialien günstiger als die bisher von Tesla verwendeten Zellchemien sind,
konnte der Elektroautopionier in der Folge sogar die Preise für das Model 3 in China senken.
So berichtet beispielsweise ein Leser aus Peking, der das Model 3 mit dem LFP-Akku besitzt, dass nach dem vollständigen Ladevorgang
eine Reichweite von 420 Kilometern angezeigt wurde, aber schon nach einer Fahrstrecke von 214 Kilometer lediglich 5 Prozent Ladung übrig waren.
Nachdem der Fahrer eine Stunde lang 52 kWh aufgeladen hat, zeige das Display wieder 420 Kilometer an.
Der Besitzer benutzt sein Auto laut eigener Aussage für Kurzstreckenfahrten, parke es nachts in einer Tiefgarage und tagsüber auf einem Parkplatz.
Auch ein Tesla-Händler gestand ein, dass einer seiner Kunden ihm gegenüber ziemlich sauer geworden sei,
nachdem er einen der neuen Stromer mit LFP-Akku gekauft hatte.
Der Käufer habe den Händler darum gebeten, das Fahrzeug einzutauschen und ihm stattdessen ein Model 3 mit der alten Zellchemie zu besorgen.
Die unzufriedenstellende Leistung der neuen Akkus könnte in einem Schnellschuss seitens Tesla begründet liegen:
Der Entwicklungszeitraum für die bisher verwendeten Akkus vom Typ 21700 betrug 23 Monate,
während für die Entwicklung der LFP-Akkus weniger als zwölf Monate benötigt wurden, erklärt ein ehemaliger Tesla-Mitarbeiter,
der vor kurzem aus dem Unternehmen ausgeschieden ist.
Eine interne Quelle beim zuständigen Batterieproduzenten CATL enthüllte, dass vom Zeitpunkt der Ankündigung der LFP-Batterie durch Tesla bis zur Einführung in die Massenproduktion lediglich neun Monate vergangen seien.
Fahrzeugtests und Komponententests seien laut der internen Quelle einfach übersprungen worden.
Eine andere Quelle behauptet sogar, dass Tesla in China nicht mal über ein Team für Fahrzeugtests verfügen würde.
Tesla hatte darauf hingewiesen, dass man die LFP-Akkus möglichst häufig – am besten einmal pro Woche – vollständig auf 100 Prozent aufladen soll.
Bei so gut wie allen anderen Elektroautos wird davon abgeraten, die Akkus zu häufig auf mehr als 80 Prozent Ladestand aufzuladen.
Ein Besitzer berichtet laut d1ev.com auch davon, dass an Teslas Superchargern jetzt mehr Andrang herrsche als früher,
weil augenscheinlich viele Besitzer tatsächlich versuchen, ihr Auto bis 100 Prozent Ladestand zu laden, was erheblich mehr Zeit in Anspruch nimmt.
Die Ladegeschwindigkeit bei den LFP-Akkus nehme mit zunehmendem Ladestand immer weiter ab,
teilweise ließen sich die Fahrzeuge den Meldungen zufolge gar nicht mehr bis 100 Prozent laden.
Bisher ist noch keine sichere und eindeutige Methode bekannt, um zu erkennen, ob ein Fahrzeug vom Typ Model 3 Standard Range mit LFP-Akkus oder der alten Zellchemie ausgestattet ist.
Teilweise ist zumindest das Herkunftsland auf der Rechnung verzeichnet, jedoch ist dies nicht immer der Fall.
Außerdem müssten die LFP-Ausführungen ein höheres Leergewicht aufweisen als die bisherige Standard-Range-Plus-Ausführung.
Die offiziellen Leergewichte der Fahrzeuge variierten aber auch in der Vergangenheit durch Ausstattungs-Anpassungen immer wieder.
efahrer.chip.de/news/...en-billig-akkus-in-neuen-tesla_103664
EFAHRER.com hat das Tesla Model 3 in der Version Dual Motor Performance getestet.
Das Fazit dazu sehen Sie im Video.
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