Telekom bot Großbanken Pakt an
Von Juliana Ranter, London, und Betrand Benoit, Frankfurt
Die Deutsche Telekom hat sechs Investmentbanken Aufträge versprochen, wenn diese auf den Verkauf von Aktienpaketen im Auftrag von Großaktionären verzichten.
Zwar habe die Telekom nicht zugesagt, dass die Investmenthäuser an bestimmten Transaktionen beteiligt würde, hieß es bei Banken in Frankfurt. Doch sie habe klar gemacht, dass die Banken die bevorzugten Partner bei der Ausgabe von Aktien und Anleihen würden.
Diese Vorkommnisse belegen erneut, wie nervös der Konzern ist, weil er die Überflutung des Aktienmarktes mit Telekom-Papieren und damit Kursverluste befürchtet. Seit dem Kauf der US-Mobilfunkanbieter Voicestream und Powertel zum großen Teil im Tausch gegen Aktien, gibt es weltweit mehrere Großaktionäre der Telekom, die ihre Aktien losschlagen könnten. Erst vergangene Woche hatte die Deutsche Bank im Auftrag eines solchen Aktionärs 44 Millionen Aktien auf den Markt gebracht und damit einen drastischen Kurssturz der T-Aktie ausgelöst. Die Telekom hat in weniger als einer Woche ein Fünftel oder rund 20 Mrd. Euro ihres Börsenwerts verloren.
Guter Kunde
Der Konzern sei mit Abstand der am besten zahlende Kunde bei Investment-Transaktionen in Deutschland, hieß es bei einer Bank: "Also gibt es die Regel, dass man sie nicht verärgert, wenn es sich vermeiden lässt."
Zu den wichtigsten Großaktionären der Telekom seit dem Voicestream-Kauf gehören die Hongkonger Hutchison Whampoa, Telephooe & Data System aus den USA, die Investmenbank Goldman Sachs und der finnische Telekommunikationskonzern Sonera. Sie halten zusammen rund 520 Millionen oder gut zehn Prozent aller T-Aktien.
Das Abkommen zwischen der Telekom und den Banken ist der Grund, weshalb der Bonner Konzern der Deutschen Bank mit dem Entzug von Aufträgen gedroht hat, nachdem er das große Aktienpaket platziert hatte.
Die von der deutschen Großbank verkauften Aktien sollen zum großen Teil von Hutchison stammen. Der Hongkonger-Konzern soll mit der Weitergabe der Aktien an eine verbundene Firma ein Halteabkommen für die Aktien umgangen haben.
Rumtricksen
Ein Telekom-Insider sagte zu möglichen Abkommen mit Banken: "Diese Dinge laufen nicht automatisch ab. Aber wenn man einen guten Partner hat, wird man dazu tendieren, an diesen Aufträge zu vergeben. Auf der anderen Seite kann man mit uns rumtricksen, aber man sollte dann nicht mehr mit Aufträgen von uns rechnen."
Die sechs Banken sind neben der Deutschen Bank die Dresdner Kleinwort Wasserstein, Goldman Sachs, Merrill Lynch, Credit Suisse First Boston und Schroder Salomon Smith Barney. Bei Banken wird das Abkommen mit der Telekom als nicht bindend beschrieben. Telekom-Insider sagten, es gebe keine formelle Vereinbarung. Doch es herrsche Einverständnis, dass die Banken den Telekom-Kurs nicht vor dem erwarteten Rückfluss von Aktien aus der Voicestream-Transaktion unter Druck bringen.
Den Banken seien implizit zusätzliche Aufträge angeboten worden, wenn sie keine großen Aktienpakete der früheren Voicestream-Aktionäre verkauften, sagte ein Banker, der die Telekom-Offerte kennt. "Wenn die eine Bitte aussprechen, hört man zu", sagte er.
Telekom-Chef Ron Sommer versuchte am Mittwoch in Zeitungsanzeigen, vor allem Kleinaktionäre vom Wert des Unternehmens zu überzeugen. Die Telekom bedauere den drastischen Kursverlust der vergangenen Woche, schrieb Sommer. "Wir sehen die aktuelle Kursentwicklung in krassem Widerspruch zur operativen Performance und zur strategischen Positionierung des Unternehmens." Bereits zu Wochenanfang hatte er in einem Interview die Deutsche Bank wegen des Aktienverkaufs in der vergangenen Woche ungewöhnlich scharf angegriffen. Der Verkauf sei unprofessionell verlaufen
Von Juliana Ranter, London, und Betrand Benoit, Frankfurt
Die Deutsche Telekom hat sechs Investmentbanken Aufträge versprochen, wenn diese auf den Verkauf von Aktienpaketen im Auftrag von Großaktionären verzichten.
Zwar habe die Telekom nicht zugesagt, dass die Investmenthäuser an bestimmten Transaktionen beteiligt würde, hieß es bei Banken in Frankfurt. Doch sie habe klar gemacht, dass die Banken die bevorzugten Partner bei der Ausgabe von Aktien und Anleihen würden.
Diese Vorkommnisse belegen erneut, wie nervös der Konzern ist, weil er die Überflutung des Aktienmarktes mit Telekom-Papieren und damit Kursverluste befürchtet. Seit dem Kauf der US-Mobilfunkanbieter Voicestream und Powertel zum großen Teil im Tausch gegen Aktien, gibt es weltweit mehrere Großaktionäre der Telekom, die ihre Aktien losschlagen könnten. Erst vergangene Woche hatte die Deutsche Bank im Auftrag eines solchen Aktionärs 44 Millionen Aktien auf den Markt gebracht und damit einen drastischen Kurssturz der T-Aktie ausgelöst. Die Telekom hat in weniger als einer Woche ein Fünftel oder rund 20 Mrd. Euro ihres Börsenwerts verloren.
Guter Kunde
Der Konzern sei mit Abstand der am besten zahlende Kunde bei Investment-Transaktionen in Deutschland, hieß es bei einer Bank: "Also gibt es die Regel, dass man sie nicht verärgert, wenn es sich vermeiden lässt."
Zu den wichtigsten Großaktionären der Telekom seit dem Voicestream-Kauf gehören die Hongkonger Hutchison Whampoa, Telephooe & Data System aus den USA, die Investmenbank Goldman Sachs und der finnische Telekommunikationskonzern Sonera. Sie halten zusammen rund 520 Millionen oder gut zehn Prozent aller T-Aktien.
Das Abkommen zwischen der Telekom und den Banken ist der Grund, weshalb der Bonner Konzern der Deutschen Bank mit dem Entzug von Aufträgen gedroht hat, nachdem er das große Aktienpaket platziert hatte.
Die von der deutschen Großbank verkauften Aktien sollen zum großen Teil von Hutchison stammen. Der Hongkonger-Konzern soll mit der Weitergabe der Aktien an eine verbundene Firma ein Halteabkommen für die Aktien umgangen haben.
Rumtricksen
Ein Telekom-Insider sagte zu möglichen Abkommen mit Banken: "Diese Dinge laufen nicht automatisch ab. Aber wenn man einen guten Partner hat, wird man dazu tendieren, an diesen Aufträge zu vergeben. Auf der anderen Seite kann man mit uns rumtricksen, aber man sollte dann nicht mehr mit Aufträgen von uns rechnen."
Die sechs Banken sind neben der Deutschen Bank die Dresdner Kleinwort Wasserstein, Goldman Sachs, Merrill Lynch, Credit Suisse First Boston und Schroder Salomon Smith Barney. Bei Banken wird das Abkommen mit der Telekom als nicht bindend beschrieben. Telekom-Insider sagten, es gebe keine formelle Vereinbarung. Doch es herrsche Einverständnis, dass die Banken den Telekom-Kurs nicht vor dem erwarteten Rückfluss von Aktien aus der Voicestream-Transaktion unter Druck bringen.
Den Banken seien implizit zusätzliche Aufträge angeboten worden, wenn sie keine großen Aktienpakete der früheren Voicestream-Aktionäre verkauften, sagte ein Banker, der die Telekom-Offerte kennt. "Wenn die eine Bitte aussprechen, hört man zu", sagte er.
Telekom-Chef Ron Sommer versuchte am Mittwoch in Zeitungsanzeigen, vor allem Kleinaktionäre vom Wert des Unternehmens zu überzeugen. Die Telekom bedauere den drastischen Kursverlust der vergangenen Woche, schrieb Sommer. "Wir sehen die aktuelle Kursentwicklung in krassem Widerspruch zur operativen Performance und zur strategischen Positionierung des Unternehmens." Bereits zu Wochenanfang hatte er in einem Interview die Deutsche Bank wegen des Aktienverkaufs in der vergangenen Woche ungewöhnlich scharf angegriffen. Der Verkauf sei unprofessionell verlaufen