Telekom-Aktien: Nach der Katerstimmung kam die Wen


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sir charles:

Telekom-Aktien: Nach der Katerstimmung kam die Wen

 
20.01.03 09:12
Telekom-Aktien: Nach der Katerstimmung kam die Wende

Der Schuldenabbau läßt die bis vor kurzem verrufenen Titel in der Gunst von Analysten und Anlegern wieder steigen.


Kein Anschluß unter dieser Wertpapier-Kennummer. Das war mehr als zwei Jahre lang das Schicksal der Telekom-Unternehmen. Fast sah es so aus, als gebe es für diese Branche kein Leben nach der dot.com-Blase mehr. Doch nun scheinen sich die Nebel ein wenig zu lichten.


Der Sektor Telekom ist im Dow Jones Euro Stoxx 600 sowohl in den vergangenen fünf Tagen als auch in den vergangenen drei Monaten jener Bereich, der am stärksten zulegen konnte. Nach dem britischen Pharmakonzern Elan (plus 165 Prozent) sind es Werte wie France Télécom (plus 137 Prozent) und die Telekomausrüster Ericsson (plus 90 Prozent) und Alcatel (plus 87 Prozent), die auf Drei-Monats-Sicht die Liste der Kursgewinner Euro Stoxx 600 anführen. Die heimische Telekom Austria legte in diesem Zeitraum immerhin um 35 Prozent zu und schaffte vergangene Woche erstmals die Zehn-Euro-Hürde (siehe untenstehender Artikel).


Konjunkturresistent

Für die Ex-Monopolisten spricht einerseits die im Vergleich zum Umsatz (und vor allem im Vergleich zu den bisher erreichten Kursniveaus) niedrige Bewertung und andererseits die derzeitige Wirtschaftslage: Denn weder der Höhenflug der Ölpreise noch die Stärke des Euro muß den Telekom-Managern Kopfzerbrechen bereiten. Auch die schleppende Konjunktur ist für andere Branche wie etwa dem Einzelhandel ein größeres Problem als für die Telekoms. Dafür profitiert gerade diese stark verschuldete Branche sehr von den derzeit niedrigen Zinsen.

Einen zusätzlichen Schub bekamen Telekom & Co vergangene Woche mit der Heraufstufung des europäischen Sektors von "Neutral" auf "Positiv" durch die Analysten von Lehman Brothers. Besonders empfohlen wurden Werte wie die niederländische KPN, die Deutsche Telekom, der britische Mobilfunkanbieter mmO2 und France Télécom. Etwas weniger vielversprechend aber durchaus interessant sind in den Augen der Lehman-Analysten Vodafone, Portugal Telecom, die norwegische Telenor und Telekom Austria. Besser die Finger lassen sollte man hingegen von Telecom Italia, British Telecom und Telefónica, heißt es bei Lehman. Auch die Investmentbanken Goldman Sachs sowie Credit Suisse First Boston sehen den Telekom-Bereich wieder positiver.

Für Andreas Schiller, Telekom-Spezialist der Raiffeisen Zentralbank, war die extrem hohe Verschuldung hauptverantwortlich für den Absturz der Telekom-Aktien. Die Firmen hätten aber daraus gelernt und ihre ehrgeizigen Investitionsprogramme zusammengestrichen bzw. gestreckt. Um die Schulden abzubauen, haben sich diverse Gesellschaft auch von Nicht-Kernbereichen - etwa Immobilien - getrennt oder sich aus einigen Ländern zurückgezogen.


Die größten Schulden lasten auf der Deutschen Telekom mit rund 64 bis 67 Mrd. Euro und der France Telecom mit etwa 70 Mrd. Euro. Die British Telecom konnte ihre Verschuldung durch den Verkauf der Mobilsparte reduzieren. Damit steht die Gesellschaft fundamental besser da, hat aber weniger Wachstumspotential.


Der France Télécom, die mehrheitlich dem Staat gehört, wurde von der Pariser Regierung relativ früh finanzielle Unterstützung zugesagt. Das kam bei den Investoren gut an, eine neue Anleihe der France Télécom konnte wegen der großen Nachfrage von 3 auf 5,5 Mrd. Euro aufgestockt werden. Möglicherweise wird die Staatshilfe nun gar nicht gebraucht.


Die Deutsche Telekom erzielt mehr Cash-flow als das französische Pendant. Sie wird nach Analystenschätzungen auch bereits 2004 ein positives Nettoergebnis schaffen, die France Télécom wohl erst 2005. Klotz am Bein der Deutschen Telekom ist weiterhin Voice Stream. Ein Verkauf kam bisher nicht zustande, nun wird offenbar versucht, die "Braut" herauszuputzen, damit man später eine noch höhere Mitgift bekommt. Von den beiden Ratingagenturen Moody's sowie Standard & Poor's wird DT nur noch knapp über "Junk" (Ramsch) bewertet.


Wenn der Schuldenabbau der Gesellschaften weiter vorankommt, ist nach Meinung von Schiller bei Telekom-Aktien noch Platz nach oben. Nicht mehr empfehlen würde er einen Einstieg bei der France Télécom, weil dieser Titel schon extrem stark gestiegen ist. Auf der Empfehlungsliste von Schiller rangiert die britische Vodafone ganz oben. Sie sei relativ wenig verschuldet und mit ihren Beteiligungen weltweit gut aufgestellt. Weiters interessant seien die Deutsche Telekom und die spanische Telefónica.


Zukunftsmarkt SO-Europa

Positiv beurteilt Erste Bank-Analyst Konrad Sveceny die Aktie der Telekom Austria. Das Unternehmen konnte den Schuldenabbau auf nunmehr 3,4 Mrd. Euro relativ rasch vorantreiben, weist einen starken Cash-flow auf und hat Kosten und Investitionen zurückgefahren. Der Mobilfunkbereich entwickelt sich dynamisch, positiv wird sich hier die Partnerschaft mit Vodafone auswirken. In Südosteuropa ist die Mobilkom bereits in Kroatien und Slowenien aktiv, der nächste Expansionsschritt soll nach Bosnien führen. Die Erste Bank rät bei der TA zum Kauf, das Kursziel für die kommenden sechs Monate liegt bei elf Euro.

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Dt. Telekom gefragt -Anleihe über 1 Milliarden EUR

 
20.01.03 10:52
FRANKFURT (dpa-AFX) - Aktien der Deutschen Telekom  haben am Montag zugelegt. Der Bonner Konzern will eigenen Angaben zufolge eine Anleihe über 1 Milliarden Euro begeben. Bis 10.25 Uhr zog das Papier der Deutschen Telekom um 0,76 Prozent auf 13,24 Euro an. Zwischenzeitlich stand der Titel mehr als 2 Prozent im Plus. Der DAX kletterte 0,72 Prozent auf 2.939,85 Punkte.

Börsianer sehen die Unternehmensanleihe wegen der derzeit hohen Nachfrage nach dieser Anlageform als erfolgsversprechend an. Die Gewinne der T-Aktie erklären sie jedoch eher aus charttechnischer Sicht. "Das Papier der Telekom befindet sich in einem intakten Aufwärtskanal und hat noch ein bisschen Potenzial nach oben", sagte ein Händler.

"Allerdings haben viele Anleger eine Stop-Loss-Order knapp über 13 Euro gesetzt, so dass die Aktie wieder unter Druck geraten könnte", sagte der Händler. Bei einer Stop-Loss-Order handelt es sich um einen Verkaufsauftrag, der automatisch an die Börse gegeben wird, wenn ein bestimmter Wertpapierkurs erreicht oder unterschritten wird.

Quelle: DPA-AFX
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