Telefon- und Internetbranche hat 2001 zugelegt


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Telefon- und Internetbranche hat 2001 zugelegt

 
04.02.02 13:54
Mit Internet und Telefon ist auch 2001 in Deutschland noch gutes Geld verdient worden: Nach Einschätzung der Bonner Regulierungsbehörde überstanden die meisten Firmen die Konjunkturdelle besser als Unternehmen in anderen Branchen. Insgesamt gesehen sei die Lage nicht so schlecht wie die Stimmung, sagte Behördenchef Matthias Kurth bei der Vorlage seines Jahresberichts. Mit einem Umsatzanstieg um 15 Prozent auf 63,4 Milliarden Euro sei die Dynamik der Branche "weiterhin intakt", sagte Kurth. Der optimistische Blick der Regulierer auf den Telekom-Markt stieß in der Branche auf Widerstand.

Vier Jahre nach der Öffnung des Telefonmarktes entfielen den Daten der Regulierer zufolge 40 Prozent der Umsätze auf Konkurrenten des Ex-Monopolisten Deutsche Telekom. Den Großteil der Umsätze (37 Prozent) erwirtschaftete die gesamte Branche mit Mobilfunk, Festnetz-Anschlüsse standen für 33 Prozent.

Ungeachtet der kräftigen Umsatzzuwäche stiegen die Beschäftigtenzahlen bei Internet- und Telefonfirmen dem Bericht zufolge nur noch minimal um 0,5 Prozent auf 241.800 Mitarbeiter. Im Vorjahr hatten die Firmen der Branche ihre Belegschaften noch um insgesamt 8,7 Prozent aufgestockt.

Kurth lehnte eine Verantwortung seiner Behörde für die teils spektakulären Firmenpleiten im vergangenen Jahr ab. Die Zusammenbrüche seien auf die Geschäftsmodelle zurückzuführen und nicht auf die Regulierung, sagte er offenbar mit Blick auf Konkurse mehrerer Call-by-Call-Anbieter.

Dem Bericht zufolge erreichte die Zahl der Handy-Nutzer in Deutschland zum Jahreswechsel mit 56,3 Millionen einen neuen Höchststand. Die Wachstumskurve bei der Mobiltelefonie flachte sich aber deutlich ab. Die bislang vier Netzbetreiber Telekom, Vodafone, e-plus und Viag Interkom verzeichneten zusammen genommen noch acht Millionen Neukunden.

Online-Verbindungen hatten Kurth zufolge 2001 erstmals einen größeren Anteil am Festnetz-Verkehrsaufkommen als Ortsgespäche. Bis zum Frühjahr werde mehr als die Hälfte der über 14-Jährigen in Deutschland zu Hause, im Büro oder in Internet-Cafés im weltweiten Datennetz unterwegs sein, sagte Kurth voraus.

Der Branchenverband Breko erklärte, die "Jubelstimmung" der Bonner Wettbewerbshüter sei "verfrüht und trügerisch". Die Verdoppelung des Marktanteils der Konkurrenten der Deutschen Telekom im Ortsnetz als Erfolg zu werten, sei "Augenwischerei". Schließlich habe der ehemalige Monopolist dort noch immer 97 Prozent der Anschlüsse in der Hand.

Die Regulierungsbehörde habe noch immer zahlreiche Fußangeln für mehr Wettbewerb nicht aus dem Weg geräumt. Der Markt sähe heute deutlich besser aus, wenn die Behörde gegen "Preisdumping" der Telekom bei schnellen DSL-Internetzugängen oder "Behinderungsstrategien auf der letzten Meile" im Ortsnetz entschiedener vorgegangen wäre.






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