1929: Die weltweite Geld- und Währungspolitik war an den Goldstandard gekoppelt, Keynesianismus war noch nicht entwickelt. Kredite die die Amerikaner aus Europa nach dem Einbruch (18% Wertpapierkreditvolumen) abzogen führten zu den uns bekannten Konsequenzen, Autarkie als Wirtschaftliches Handelsmotiv war also nicht nur erst seit Hitler gang und gäbe, sondern auch davor. Da es noch keine echte Erfahrung mit Geldpolitik gab, führte diese Kombination ins Europäische Desaster: Da Geld durch Gold gedeckt sein musste, führte der Kapitalexport aus Europa dazu das die Geldmenge sich verknappte: anstatt eine Expansive Geldpolitik zu verfolgen wie Hoover es z.B. durch öffentliche Bauprojekte tat, musste auch die Deutsche Regierung den genau entgegengesetzten Weg gehen, nämlich durch disaströse Einsparungen die in das Elend mündeten das Hitler nutzte. Geldpolitik war der Schlüssel zum Erfolg, unabhängig vom Goldvorkommen. Wie man sehen kann regenerierte sich der DOW 1934 wieder, nachdem der Goldstandard abgeschafft wurde (siehe Grafik unten). Wirtschaftliche Unerfahrenheit gepaart mit einem nicht mehr zeitgemäßen Geldsystem und Nationalem Egoismus waren also die Motoren, die vielleicht aus einer Seitwärtsbewegung die schmerzhafte Baisse entstehen liessen. Wichtiger als jede Statistik ist nämlich das Vertrauen, das die Wirtschaftssubjekte in ihr System haben!
1987: Der Dollar haussierte, dies ist wichtig zu wissen, da es sich meiner Meinung nach bei diesem Crash ganz speziell um eine aus dem Moment entstandene Kurzschlussreaktion handelte!
Nach einem heftiger werdenden Disput zwischen den USA und Deutschland über die zukünftige Richtung des Dollar ließ der US-Finanzminister über das Wochenender einige "nicht dümmliche, sondern dämliche" (Oktober-SPIEGEL 1987) Äußerungen fallen: er drohte den Deutschen quasi mit einem US-Alleingang.
In dieser Zeit wurden auch die ersten Handelsprogramme eingesetzt, auch im Future-Handel in Chicago: laut Lewis Borsellino ist der S&P-Future am Montag durch eine unbeabsichtigt große Verkaufsorder zum Einbruch gebracht worden. Die Handelsprogramme, die unter anderem (bis heute noch) Index-Arbitrage betreiben (soz. Unterschiede zwischen dem "realen" S&P und seinem Future nutzen) verkauften massiv den Future, was auch einen Einbruch im realen Index zur folge hatte. Das besonderste an diesem Crash war wohl das der DOW an einem einzigen Tag um 25% einbrach.
2000: Heute sind wir im 9. Jahr der US-Hausse. Nationaler Egoismus ist nicht mehr möglich, da die Unternehmen der schwindenden Nationalstaaten (!) international unglaublich verflechtet sind, wie sich an der Asienkrise zeigte. Die Triade (USA, Japan, Europa) bekommen langsam zuwachs: derzeit ist der Aufstieg von über 1 Milliarde neuer Teilnehmer am internationalen Kapitalismus gebannt, selbst Russland ist auf dem Weg in den Kapitalismus.
Börsengewinne aus den USA fliessen nicht nur in Amerikanische Taschen, sondern über Investmentfonds in die ganze Welt.
Die Japaner stecken immer noch in der Liquiditätsfalle, Europa bereitet sich mit `Nationalstaatlichen Einzelreformen´ wie zum Beispiel der Deutschen Steuerreform oder Joschka Fischers Vision von den `Vereinigten Staaten von Europa´ darauf vor den US-Aufschwung abzulösen (m.M. nach in frühestens 2 Jahren). Die US-Lokomotive funktioniert also noch. Das derzeitige US-Volumen für Wertpaperkredite beträgt weniger als 2%, kein Vergleich mit den 18 von 1929! Für interstaatliche Schulden gilt: sie müssen nicht wirklich zurückgezahlt werden, wenn sie jedoch nicht vernünftig genutzt werden droht ein Vertrauensetzug und somit stop weiterer Investitionen (siehe z.B. Russland). Die Rolle der Staatsschulden hat sich also fundamental geändert.
Große Börsencrashs geschehen also immer durch eine Änderung des Marktsentiments, weniger durch Ereignisse in der realen Wirtschaft. Wenn dem so wäre dann wäre bereits 1998 1929 gewesen!
http://www.stockcharts.com/charts/historical/images/DJIA1900.gif
1987: Der Dollar haussierte, dies ist wichtig zu wissen, da es sich meiner Meinung nach bei diesem Crash ganz speziell um eine aus dem Moment entstandene Kurzschlussreaktion handelte!
Nach einem heftiger werdenden Disput zwischen den USA und Deutschland über die zukünftige Richtung des Dollar ließ der US-Finanzminister über das Wochenender einige "nicht dümmliche, sondern dämliche" (Oktober-SPIEGEL 1987) Äußerungen fallen: er drohte den Deutschen quasi mit einem US-Alleingang.
In dieser Zeit wurden auch die ersten Handelsprogramme eingesetzt, auch im Future-Handel in Chicago: laut Lewis Borsellino ist der S&P-Future am Montag durch eine unbeabsichtigt große Verkaufsorder zum Einbruch gebracht worden. Die Handelsprogramme, die unter anderem (bis heute noch) Index-Arbitrage betreiben (soz. Unterschiede zwischen dem "realen" S&P und seinem Future nutzen) verkauften massiv den Future, was auch einen Einbruch im realen Index zur folge hatte. Das besonderste an diesem Crash war wohl das der DOW an einem einzigen Tag um 25% einbrach.
2000: Heute sind wir im 9. Jahr der US-Hausse. Nationaler Egoismus ist nicht mehr möglich, da die Unternehmen der schwindenden Nationalstaaten (!) international unglaublich verflechtet sind, wie sich an der Asienkrise zeigte. Die Triade (USA, Japan, Europa) bekommen langsam zuwachs: derzeit ist der Aufstieg von über 1 Milliarde neuer Teilnehmer am internationalen Kapitalismus gebannt, selbst Russland ist auf dem Weg in den Kapitalismus.
Börsengewinne aus den USA fliessen nicht nur in Amerikanische Taschen, sondern über Investmentfonds in die ganze Welt.
Die Japaner stecken immer noch in der Liquiditätsfalle, Europa bereitet sich mit `Nationalstaatlichen Einzelreformen´ wie zum Beispiel der Deutschen Steuerreform oder Joschka Fischers Vision von den `Vereinigten Staaten von Europa´ darauf vor den US-Aufschwung abzulösen (m.M. nach in frühestens 2 Jahren). Die US-Lokomotive funktioniert also noch. Das derzeitige US-Volumen für Wertpaperkredite beträgt weniger als 2%, kein Vergleich mit den 18 von 1929! Für interstaatliche Schulden gilt: sie müssen nicht wirklich zurückgezahlt werden, wenn sie jedoch nicht vernünftig genutzt werden droht ein Vertrauensetzug und somit stop weiterer Investitionen (siehe z.B. Russland). Die Rolle der Staatsschulden hat sich also fundamental geändert.
Große Börsencrashs geschehen also immer durch eine Änderung des Marktsentiments, weniger durch Ereignisse in der realen Wirtschaft. Wenn dem so wäre dann wäre bereits 1998 1929 gewesen!
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