Ein unbekanntes Metall ist der Shooting-Star der Minenszene.
Jeder hat schon einmal von Gold, Silber oder Eisenerz gehört. Auch dass die Preise dieser Metalle seit geraumer Zeit steigen, dürfte kaum mehr jemandem entgangen sein. Aber dass ein anderer metallener Rohstoff der wahre Shooting-Star des neuen Jahrtausends ist, blieb den meisten Anlegern verborgen.
Kursexplosion. Der Preis für Molybdän ist seit 1999 um über 1000 Prozent und damit stärker als der aller anderen Metalle gestiegen . Lange Zeit wussten Chemiker mit dem Element der Ordnungszahl 42 (Mo) im Periodensystem nichts anzufangen. Sie hielten es für eine Art Bleiglanz (Molybdos ist griechisch für Blei). Inzwischen sind die positiven Eigenschaften des Metalls bekannt, und einige börsennotierte Unternehmen beschäftigen sich ausschließlich mit diesem Element.
Spätestens seit dem phantastischen Erfolg von Blue Pearl Mining, deren Kurs sich mehr als versechzigfachte, ist zumindest Minenkennern das Potenzial des ungewöhnlichen Metalls bekannt. Weniger geläufig ist, dass sich noch weitere Aktiengesellschaften auf Molybdän konzentrieren. Mindestens eine davon hat das Zeug, eine zweite Blue Pearl zu werden.
Das Metall wurde spät entdeckt: Erst gegen Ende des 19. Jahrhunderts bemerkten Mitarbeiter der französischen Firma Schneider & Co. bei der Herstellung von Panzerplatten die nützlichen Eigenschaften von Molybdän als Legierungselement. Diese Merkmale machen „Moly“, wie es die Experten liebevoll nennen, noch heute unentbehrlich. „Moly ist fester, härter, hitzebeständiger und korrosionssicherer als Stahl“, sagt Derek Fisher, Manager von Moly Mines. Er will die erste Molybdän-Mine Australiens aufbauen.
Beispielsweise hätte das Pipeline-Unglück in Alaska verhindert werden können , sagt Fisher. 800000 Liter Öl versickerten im August in der Arktis, weil eine Ölpipeline von BP durchgerostet war. Je höher der Gehalt von Molybdän im Stahl, desto besser ist er gegen Korrosion geschützt. Das hat die Industrie erkannt und mischt den Pipelineröhren immer mehr Molybdän bei.
Großer Bedarf. Auch Stahlgebäudewerden zunehmend mit dem hitzebeständigeren Molybdän versehen. Die Nachfrage nach Molybdän beträgt derzeit etwa 600 Millionen Pfund jährlich. Jedes Jahr wächst sie um rund vier bis fünf Prozent oder 20 Millionen Pfund. Das entspricht in etwa der Menge, die Blue Pearl Mining bald jährlich produzieren wird. Zwar fällt Molybdän häufig auch bei der Kupferförderung an. Doch unter den reinrassigen Moly-Produzenten ist Blue Pearl die größte Gesellschaft. Und wenn der größte Produzent gerade mal die jährliche Steigerung des Konsums abfangen kann, werden die Dimensionen deutlich. Das Geologische Institut der USA schätzt, dass bereits im Jahr 2040 sämtliche Reserven erschöpft sein werden – ein sicherer Treiber für den Preis.
Um von der Knappheit zu profitieren, müssen Anleger auf die Suche nach reinen Moly-Produzenten gehen. Bei der Kupferproduktion fällt das Metall lediglich zu 0,01 bis 0,03 Prozent an. Trotzdem stammen rund 65 Prozent des weltweiten Moly-Angebots aus Kupferminen. Nur eine Hand voll börsennotierter Unternehmen hat sich auf Molybdän konzentriert. Die meisten sind in einem sehr frühen Stadium oder haben schwer zugängliche Reserven.
So weist zum Beispiel International Moly Reserven von 560 Millionen angelsächsischen Pfund (lbs = 453 Gramm) aus, aber die liegen in Grönland unter tonnenschwerem Eis. Ein 25 Kilometer langer Tunnel wäre nötig, um die Schätze zu heben. Viele Experten halten das für nicht realisierbar. Als Basisinvestment dient Moly Mines Ltd.
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Sowa