Stimmabgabe mit Schwierigkeiten
Er hatte Briefwahl beantragt und kam ins Wahllokal
Und immer wieder Ronald Schill ? selbst bei der Stimmabgabe des Innensenators gab es Komplikationen. Grund: Der Parteigründer und Spitzenkandidat der Schill-Partei war als Briefwähler eingetragen. Auf ?vielfachen Wunsch? sei er doch nicht nach Berlin gefahren, sondern in der Hansestadt geblieben, sagte Schill. Das war im Wahllokal aber nicht vorgesehen. So kam es zu einer Verzögerung bei der Stimmabgabe, weil der Wahlvorsteher bei der Dienststelle erst Schills Wahlschein überprüfen musste.
Schill war zusammen mit Lebensgefährtin Katrin Freund zur Wahlurne unweit des Fischmarktes gekommen. Er werde genügend Stimmen erhalten, um eine bessere Politik für Deutschland zu machen, tönte Schill siegesbewusst: ?Es wäre verheerend, wenn das deutsche Volk eine solche Regierung wie bislang absegnen würde.? Offenbar Durchhalteparolen. Schon vor einem Monat hatte Schill seiner Partei ein zweistelliges Ergebnis bei der Bundestagswahl vorausgesagt. Die Meinungsforschungsinstitute sahens ganz anders ? führten die Schill-Partei in der Bedeutungslosigkeit unter ?Sonstige?. Das Desaster erahnend ruderte Schill vor einer Woche dann auch verbal zurück: ?Es ist nichts Ehrenrühriges, unter fünf Prozent zu landen.?