Guten Morgen Leute,
ich wollte nochmal die Gelegenheit nutzen und den PIC Bericht vom Dezember kommentieren, den hier ein eifriger Forist reingestellt hat (vielen Dank auch von mir für die Arbeit!).
Der Bericht spricht Thematiken an die hier bereits von einigen Wühlmäusen ausgegraben wurden (z.B. zum Thema White Knight). Man darf gespannt sein, ob es sich am Ende des Tages um Wiese handelt (wäre auch mein Tipp) bzw. wie ein solcher Deal nun aussehen wird. Wir werden es zuletzt erfahren und können nur hoffen, dass wir hierbei nicht leer ausgehen. Hier kann man nur auf die Aussage des Managements vertrauen, dass bis 2021 keine Kapitalerhöhung geplant ist und darauf, dass der Kurs bis dahin nicht mehr bei 5 Cent steht.
Obwohl ich es normalerweise unterlasse den Kurs zu kommentieren, möchte ich dieses eine mal eine Ausnahme machen. Hier kursieren schon seit Monaten Verschwörungstheorien wie und warum der Kurs unten gehalten wird. Obwohl einem schon ein Blick auf das Volumen zeigt, dass alle diese Theorien von Kursdrückern u.ä. Nonsense sind (ja, auch wenn man shortet löst man Volumen aus), haben wir es jetzt nochmal schriftlich und schwarz auf weiß warum der Kurs da steht wo er steht.
"While Steinhoff has made efforts to reach a settlement, it must be noted that this process is fragile, and could perhaps not come to frution, or the details thereof could change at any moment. The sheer size of the number of parties involved, the fact that it is multi-juristictional (...) all make this process very complex and time consuming. (...) If the mediation process falls apart (...) it inceases the chances of the company's failure" S. 23-24
Heißt für mich: Nichts ist durch und wenn einer der Spieler den Tisch verlässt, dann ist das Spiel zu Ende. Und auch wenn einige es nicht wahr haben wollen: Das kann jederzeit passieren. Auch wenn in diesem Prozess - und mit Sicherheit auf der Seite von Steinhoff - richtige Profis am Werk sind (siehe CV von Peter Wakkie) muss das nicht heißen, dass jeder der Beteiligten auf Teufel komm raus zu Kompromissen bereit ist. Klar würden alle Parteien davon profitieren, wenn das Unternehmen überlebt. Aber es sind schon Verhandlungen zur Rettung von Buden mit ganz anderen Bilanzsummen kurz vor einer Einigung gescheitert. Wer's nicht glaubt sollte sich mal ein Buch zum Crash von Lehman Brothers kaufen.
Die Börse hasst Unsicherheit. Und mehr Unsicherheit als dass morgen einer der Verhandlungspartner aus irgendeinem Grund die Verhandlungen abbricht und Steinhoff Geschichte ist kann es nicht geben. Genau das spiegelt der Kurs wieder und natürlich ist auch genau das der Grund warum hier (derzeit) nie jemand einsteigen würde der fremde Gelder verwaltet. Weil das Geld morgen weg sein kann und das kann niemand der nicht ausschließlich mit seinem privaten Geld hier drin steckt rechtfertigen. Oder würdet ihr das Geld eurer Kinder hier anlegen? Auch wenn ich mir sicher bin, dass wir hier gutes Geld verdienen werden und für meine Verhältnisse hoch investiert bin würde ich nie im Leben auf die Idee kommen auch nur einen Cent von den Ansparungen für meine Tochter hier reinzustecken. Und ein Fonds der das Geld vieler tausender Anleger verwaltet wird das schon gar nicht tun.
Eine Sache noch zur Unternehmenskommunikation. Es wird häufig das Management kritisiert, warum bei Verkäufen wie UK Household Goods und Greenlit GM die Kommunikation so dünn ist, man z.B. nicht veröffentlicht was man für die Verkäufe bekommen hat, bzw. wie es mit einem Pepco IPO aussieht. "The key to finding a solution is that Steinhoff will sell certain assets" S. 23 "All representatives and parties were required to sign a non-disclosure agreement in order to ensure that the terms of the negotiations remain confidential (...)" S. 22
Hier wird wenig kommuniziert, weil alle Parteien vereinbart haben wenig zu kommunizieren. Wer sich darüber beschwert, dass die Aktionäre davon ausgeschlossen sind: WIR haben Louis du Preez & co (unser Jurist Peter Wakkie bekam bei der HV fast 100% Zustimmung!) gewählt um unsere Interessen zu vertreten. Sie werden im Sinne der Aktionäre versuchen den besten Deal rauszuschlagen der das Überleben von Steinhoff sichert und es aus den Ketten von Klägern und Gläubigen löst. Wem das nicht reicht, der sollte auf alle Fälle zur nächsten HV fahren.
Liebe Grüße,
stksat