Guten Morgen,
wie es scheint sind wir nun endgültig in der Phase angekommen wo das Interesse an Steinhoff stark schwindet. Ein Blick auf das Volumen reicht ja wohl um zu erkennen, dass die Aktie kaum mehr gehandelt wird - wir sind also im Pennystockbereich angekommen (mit Pennystock meine ich nicht den Stückwert, sondern die Marktkapitalisierung und das Tagesvolumen).
Ich habe an der Börse schon ein paar Pennystocks mit ähnlichem bzw. niedrigerem Volumen gehandelt und finde den Chartverlauf von Steinhoff seit Ende des Sommers klassisch für dieses Volumen und diese Marktkapitalisierung. Persönlich habe ich diese Erfahrung vor allem mit Minen gemacht, wo der Kurs ohne News langsam abbröckelt und jeden Tag kaum merklich verliert.
Bei Steinhoff bin ich überzeugt, dass wir bis Neujahr keinen großen Wurf mehr erwarten brauchen. Von der a.o. HV erwarte ich mir nicht viel und danach brauchen wir wohl auch kaum mehr mit News der Holding bis 2020 rechnen. Ich hatte ja vor einigen Wochen nachdem ich TILP angeschrieben hatte schon mal gemeint, dass ich mit einem Vergleich im Frühjahr 2020 rechne. Bis dahin gebe ich dem Kurs realistisch gesehen kaum eine Chance, ich gehe eher davon aus, dass wir nochmal kurzfristig abtauchen werden. Grund ist der, dass ich davon ausgehe, dass sich Steinhoff bei dem Volumen einhergehend mit dieser Marktkapitalisierung nicht im SDAX wird halten können.
So, jetzt habe ich genug negative Energie versprüht, somit möchte ich zum positiven kommen: Sollte sich meine Erwartung erfüllen und der Kurs nochmals nachlassen, so erachte ich das als meine letzte große Chance um hier nochmals ordentlich nachzulegen. Das hat mehrere Gründe:
1) Wenn man sich Aktien anschaut die aus einem Index fliegen (ich age nicht das es passieren muss, aber als langfristig Investierter in diese Aktie will ich diese Option einkalkulieren), dann ist erstmal die Enttäuschung unter den Kleinanlegern groß und auch einige ETFs und Fonds müssen die Aktie aus ihrem Portfolio kicken. Der Kurs gibt einige Wochen oft gewaltig nach, erholt sich aber in vielen Fällen oft sehr schnell wieder und kehrt auf das Niveau vor Verlassen des Index zurück. Man konnte das beim SDAX z.B. zuletzt sehr schön bei Tele Columbus sehen.
2) An der Sachlage ändert ein solcher Kurssturz genau NICHTS. Die Verhandlungen mit den Klägern laufen auf Hochtouren, die Kläger sind optimistisch, dass es bis zum Sommer 2020 zu einem Vergleich kommt andem sich mehrere Parteien finanziell beteiligen werden (ich erinnere nochmal an die Stellungname von TILP zu meiner Anfrage via Mail). Pepco Group wird weiter expandieren und 2020 werden wir aller voraussicht nach einen Turnaround bei Conforama sehen, so wie wir ihn 2019 bei Mattress erleben durften - hier vertraue ich auf das Management.
3) Das Volumen wird möglicherweise noch geringer als jetzt, die Aussichten auf positive News steigen jedoch täglich. Sobald auch nur ein Fünkchen positive News aufflammt wird die Nachfrage ganz plötzlich kommen und das Angebot wird sehr, SEHR gering sein.
Zuletzt hatte ich die Gelegenheit mit ein paar Goldminen richtig Kohle zu machen und wie ich bereits erwähnt habe erinnert mich deren Chartverlauf sehr an den hier. Macht euch doch einfach mal den Langfristchart von Aktien auf die schon mal einen Turnaround geschafft haben. Da dümpelte der Kurs - wie hier - oft über zwei, drei oder sogar vier Jahre ins Bodenlose, das Volumen wurde täglich weniger und diese Aktien schienen am Ende keine Sau mehr zu interessieren. Dann plötzlich kommt wie aus dem Nichts ein gewaltiger Anstieg über einen Vergleichsweise kurzen Zeitraum von ein paar Monaten. Für mich war es immer faszinierend, dass in den Jahren des Dahindümpelns so wenige die Chance nutzen um einzusteigen bzw. dann bei 100% oder 200% Plus aussteigen wenn eine Aktie am Ende des Tages dann in einem halben Jahr über 1.000% gemacht hat. Aber wenn man sich so einen Chart anschaut, dann sind das oft 10 Jahre und man realisiert, dass diese 3 Centimeter Breite am Bildschirm bei denen man sich fragt warum damals die Chance vor der Kursexplosion so wenige genutzt haben für die Anleger drei Jahre waren bei denen sie möglicherweise schon 60% oder 70% im Minus waren - und das Tag für Tag. Was an so einem Chart in der langfristigen Betrachtung oft lächerlich aussieht sind für die Anleger oftmals Jahre des Leidens und dann beginnt man zu verstehen, warum viele von denen irgendwann die Nerven verloren haben.
Darum tut euch den Gefallen und schaut nicht jeden Tag auf den Kurs. Als Aktionär hat man den Luxus, dass man ein Management hat, das für einen arbeitet und man braucht selbst nur versuchen so gut wie möglich am aktuellen Stand zu bleiben. Hier gilt mein besonderer Dank den Foristen Mysterio, Damage und Dirty Jack die das Niveau in diesem Forum hochhalten, als auch jenen motivierten Aktionären die täglich (vor allem in der Facebookgruppe "Steinhoff Aktionäre") News zu den Töchtern posten - denn auch da tut sich einiges.
Ich bin nach wie vor überzeugt, dass der Turnaround hier gelingen wird. Meine einzige Sorge ist, dass ich mir zu Zeit nicht vorstellen kann diese Aktie jemals zu verkaufen. Ich bin mittlerweile ein solcher Fan der Beteiligungen und des Managements geworden dass eine emotionale Trennung von der Aktie schwer wird, wenn der Tag einmal kommt. ;-)
Wünsche allen ein schönes Wochenende die morgen einen Feiertag haben!
Liebe Grüße
stksat