Hallo Mysterio,
Was ich an der heutigen Präsentation schlecht finde, dass es keinen operativen Ausblick gab. Da dieser angekündigt war hätte ich mir dazu mehr erwartet. Wie hoch wird ein nachhaltiges EBIT im 2. Halbjahr sein oder zB. Im Jahr 2020. So eine Art Guidance. Das nächste Trading Update (Ende August) wird ja leider wiederum nur Umsatzerlöse beinhalten also wird man erst mit den Jahreszahlen (Ende Dezember) Infos haben ob es beim nachhaltigen EBIT weitere Fortschritte gab.
Was mir an der Präsi auch nicht gefallen hat das man doch weniger weit ist hinsichtlich Refinanzierung als ich erhofft hätte. Oder das die Pepkor Refinanzierung sehr niedrig ausgefallen ist. Alles in allem finde ich, war die Präsentation für mich, enttäuschend. Keine echten neuen Informationen außer dem Stand der Schulden beim CVA. Das war aber jetzt keine wirklich große News. Dass es keinen Schuldenschnitt gibt war mir schon klar. Einige im Forum hatten hier aber zumindest Hoffnungen. Natürlich muss man zuerst das Thema Klagen lösen. Ich hätte gehofft Klagen Settlement im Herbst 2019 und dann per Jahresende eine Refinanzierung. Ich hoffe zumindest, dass sich eine Refinanzierung in der ersten Jahreshälfte 2020 ausgehen wird. Wenn die ganzen Zinsen das ganze Jahr 2020 oder sogar bis Ende 2021 anfallen wäre das natürlich Worst Case. Solange die hohen Zinsen gebucht werden wird Steinhoff garantiert Verluste schreiben, welche das Eigenkapital weiter reduzieren. Desto schlechter das Eigenkapital umso schwieriger wird eine Refinanzierung auch ohne Kapitalmaßnahmen.
Zumindest ist jetzt relativ klar wohin die Reise geht. Ende Dezember gibt es voraussichtlich die Jahreszahlen. Trading Update per Q3, HV oder CVA Effective wird keine große Geschichte werden. Pepkor Zahlen Q3 kennt man bereits und es wird halt weiteres Wachstum geben. Entscheidend wird dann das nachhaltige EBIT in 2020 mit den Jahreszahlen. Und hoffentlich gibt es in diesem Jahr auch noch den Vergleich mit den Anlegerklagen.
Auf Basis derzeitigen Informationslage ist es aber komplett verständlich das die Aktie dort steht wo sie steht (Klagen, hohe Zinsen, aktuell keine Überlebensfähigkeit auf Basis der Zahlen, hohe Gefahr von Kapitalmaßnahmen). Natürlich könnte sie auch bei 0,05 oder 0,09 stehen aber alles in dieser Bandbreite erscheint mir absolut gerechtfertigt. Auch ist das geringe Handelsvolumen verständlich. Wäre ich in der Aktie nicht investiert hätte ich an der Firma auch kein Interesse. Gerade jetzt wo es auch sehr viele andere seriöse Aktien gibt zu günstigen Preisen. Ich denke ein nachhaltiger Kursanstieg kann erst möglich sein wenn das Thema Anlegerklagen aus der Welt ist zu akzeptablen Konditionen für die Gesellschaft/Aktionäre oder mit guten Zahlen per Jahresende. Ziel sollte aber wohl sein zuerst das Thema Klagen lösen und danach operative Fortschritte zu verkünden. Und wird es wichtig sein zu sehen, dass nach der Erledigung der Klagen, die operativen Fortschritte ausreichen um die Schulden zu refinanzieren. Insolvenz ist für mich aber ausgeschlossen. Die Frage dann in 2020 oder 2021 wird nur sein Kapitalmaßnahmen bei Schuldenrefinanzierung ja oder nein.
Ich verstehe die Enttäuschung hier im Forum. Bin auch enttäuscht aber eh von mir als dem Management. Spätestens bei den 10% Zinsen oder bei der Enteignung von Mattress hätte es eigentlich jedem klar sein müssen, dass das Ganze eine unvorstellbar lange schwierige Angelegenheit wird und das die Gläubiger profitiere und nicht die Aktionäre. Das habe ich aber komplett unterschätzt.
Da in nächster Zeit keine großen News zu erwarten sind (HV, Trading Update, CVA Effective sind nix besonderes) hoffe ich das im Forum auch mehr Ruhe einkehrt. Das Forum ist zum Teil überhaupt nicht lesbar weil jeder Blödsinn gepostet wird. Niemand muss hier pushen oder bashen. Niemand kann seriös sagen wieviel die Aktie wert ist. Es wird auch noch lange keine Kursziele geben. Solange niemand weiß, wie die Klagen gelöst werden oder ob die Schulden Refinanziert werden können oder ob es zu Kapitalmaßnahmen kommt ist keine Einschätzung zur Aktie möglich.
Warten wir einfach auf die nächsten News. Für mich die größten Themen sind mögliche weitere Verkäufe (Pepkor Europe Börsengang würde ich aber ganz schlecht empfinden, da damit zu wenig Kohle reinkommt und man keinen Zugriff mehr hat wie bei Pepkor und nach heute muss auch klar sein, das Pepkor Europe selbst auch keine hohen Schulden der Holding übernehmen kann), Vergleich mit den Anlegerklagen und Jahreszahlen Ende 2019. Und dann wird man sehen was bei der Aktie möglich ist oder nicht.
Auf Basis des aktuellen Aktienkurs finde ich macht es keinen Sinn zu verkaufen, da die Chance auf einen Turnaround doch auch recht hoch ist, aber nachkaufen sollte man auch nicht, da die Firma in einer viel zu unsicheren Situation ist. Und der Turnaround viel schwerer ist als jemals gedacht.