Ich möchte mal wieder eine Fakten Diskussion starten.
Ich werfe auch mal unter anderem an Mysterio und Dirty ein Diskussion in den Raum. Der nächste Schritt nach den H1 2019er Zahlen wird die Umschuldung sein. Wie stellt ihr euch diese vor?
Was wir schon wissen ist, dass aus dem CVA Schulden von ca. 8,5 Mrd. Euro rauskommen die mit sagen wir rund 9-10% verzinst werden. Was wir auch schon wissen ist, dass sehr viele Bereiche verkauft wurden. Ich denke es sollte Steinhoff möglich sein einen kleinen Teil der 8,5 Mrd. Schulden zu tilgen. Wo glaubt ihr werden die Schulden nach Abschluss der 1. Restrukturierung von einer möglichen Umschuldungen landen? Zumindest gab es zum H1 2018 auch über 1 Mrd. Cash in der Bilanz. Natürlich hat die Restrukturierung einiges an Kosten verursacht und die Schulden werden bereits sehr hoch verzinst was die Schuldenhöhe auch anwachsen lässt. Ich denke es sollte zumindest möglich sein die Schulden auf 7,5 Mrd. zu reduzieren. Nehmen wir konservativ 8 Mrd. Schulden da eventuell auch Geld für Anlegerklagen geleistet werden muss. Auf Basis eines Zinssatzes von 5% wären das 400 Mio. Euro. Der Schlüssel wird echt in der Höhe des Zinssatzes liegen. Ob unter 5% Verzinsung möglich ist? Jede Basispunkt weniger wäre halt ein kleiner Game Changer.
Wie kann Steinhoff diese Zinsen bezahlen?
Auf Basis der Halbjahreszahlen 2018 hatte Pepkor Europe ein nachhaltiges EBIT von 98. Hier sollten mittelfristig aufs Jahr gerechnet 250 Mio. EBIT möglich sein. Dann gibt es noch den Australien Bereich. Hier sollten mittelfristig aufs Jahr gerechnet 45 Mio. EBIT möglich sein. Dann gibt es noch den UK Bereich der stark negativ ist. Ich denke da wird es wohl auch eine Zeitlang dauern bis man dort zumindest eine schwarze 0 schreibt. Daher setze ich mal -20 Mio. an. Bei STAR, Conforama und Mattress hat man keine Kontrolle und würde dort Geld eher über die Dividenden bzw. Rückzahlung von Shareholder Loans rausbekommen. Der Teil den Steinhoff voll kontrolliert sollte ein nachhaltiges EBIT pro Jahr von sagen wir nach Abzug auch von Holdingkosten und den operativen Zinsen der Töchter plus der STAR Dividende von bis zu 300 Mio. erreichen können. Conforama und Mattress habe ich mal mit 0 angesetzt da dort so schnell kein Geld rauskommen sollte aber auch kein Geld zu bezahlen sein sollte weil die selbstständig finanziert sind.
Was mir aber nicht gefällt ist ein EBIT von bis 300 vs. Zinsen von 400 Mio. Bei Pepkor sollte es in der Zukunft weiteres Wachstum geben. Plan wäre dort ja ein EBIT von 300 Mio. zu erreichen. Plus es gibt ja auch noch steigende Dividenden von STAR.
Was ich aber auch sehe ist, dass in dieser Rechnung keine Bedienung der Zinsen möglich ist. Am Ende wäre natürlich ein starkes Wachstum bei Mattress wo dann auch mal Geld rauskommt oder auch bei STAR über höhere Dividenden vorteilhaft.
Wie sieht ihr diese Situation?
Wenn ich mir diese Rechnung anschaue könnte es aber wohl sehr wichtig werden Mattress zu verkaufen um auf der einen Seite ein höhere EK zu haben (Mattress hat nur geringen Buchwert) und um Schulden zu reduzieren. Conforama wird ein Verkauf noch dauern. Bei STAR könnte es auch sinnvoll sein, eventuell die Beteiligung auf 51% zu reduzieren. Da man über Beteiligungsverkauf mehr Kohle rauskommt als nur über Dividende. Zumindest 51% wäre aber ideal wenn man diese behält.
Wenn ich mir diese Zahlen anschaue dann sieht man auch wie eng die Kiste bei Steinhoff ist. Deswegen bitte nicht zu euphorisch sein bei euren Kurszielen. Am Ende muss man sagen steht Steinhoff viel schlechter da als z.B. noch Anfang 2018 gedacht wo Kurse teilweise auch knapp bei 1 Euro schon waren. Steinhoff sieht man jetzt war ja schon 2016 bzw. 2017 (vor der Krise) Verluste gemacht da das nachhaltige EBIT niedriger war als Zinsen und normale Steuern. Die Erwartungshaltung war sicherlich dass Steinhoff keinen Mrd. gewinn macht wie reportet aber einen Verlust hätte ich auch nicht für möglich gehalten. Insbesondere die Mattress Übernahme war in dieser Geschichte ein Wahnsinn da Mattress bereits im 1. Jahr nach der Übernahme stark negativ war.