Nachdem es jetzt so aussieht, dass die 80% Zustimmung der Gläubiger erreicht werden könnten, müssen wir davon ausgehen, dass der Vorschlag an der HV zur Abstimmung kommt.
Da immer noch keine Details bekannt sind, kann zum jetzigen Zeitpunkt auch noch nicht mit Gewissheit gesagt werden ob wir vom Management und/oder den Gläubigern ausgebootet wurden oder ob wir wirklich noch ein Stück vom Kuchen abbekommen.
Ich sehe hier jetzt 3 mögliche Szenarien:
1. Szenario:
Es erfolgt nach Erreichen der 80% Zustimmung durch die Gläubiger und vor der HV, ein Angebot an die Aktionäre um die verbliebenen Aktien aufzukaufen.
Im schlechtesten Fall wird das Angebot nur 1-2 Cent über dem zu diesem Zeitpunkt bestehenden Kurs liegen, wenn dem Management und/oder den Gläubigern alles egal ist.
Im Besten Fall, wollen das Management und/oder die Gläubiger ohne schlechte Publicity und weitere Klagen etc. die verbliebenen Aktionäre mit einem Wert 20-30 Cent rauskaufen. Bei etwa 4,2 Milliarden Aktien, wären das zwischen 840 Millionen und 1,26 Milliarden Euro. Diese Summe, wird für das Management und/oder die Gläubiger natürlich günstiger mit jeder Aktie, die im Vorfeld schon zu dem jetzigen für diesen Fall günstigen Kurs aufgekauft wird.
Allerdings, gibt es bei diesem Szenario in beiden Fällen (gutes/schlechtes Angebot), keine Garantie, dass alle Aktionäre auf das Angebot eingehen. Dies würde in jedem Fall zu Szenario 2 oder 3 führen.
2. Szenario:
Es wird nach Erreichen der 80% Zustimmung durch die Gläubiger und vor der HV, eine Meldung veröffentlicht, in der den Aktionären ein positiver Verlauf ihrer weiteren Beteiligung mitgeteilt wird.
In diesem Fall, sollten in den Details meiner Meinung nach festgelegt sein, dass den Aktionären beim Übergang von Steinhoff in die neue Muttergesellschaft kein Werteverlust durch eventuell abweichende Aktienanzahl entsteht.
Weiterhin, sollten dort Schutzmechanismen verankert sein, die den Aktionären die Sicherheit bieten, dass sie auch ohne Stimmrechte weder übervorteilt werden können noch leer ausgehen.
Vorstellbar wäre hier z.B., dass eine Summe die 20% der zu zahlenden Zinsen entspricht, Jährlich an die Inhaber der 20% stimmrechtslosen Beteiligungen als Dividende gezahlt wird. Grob umgerechnet dürfte dies dann bei 5 Cent pro Aktie liegen (bei jetziger Aktienanzahl 4,2 Milliarden) Dies würde den Kurs bis zum Übergang in die neue Muttergesellschaft auch wieder steigen lassen und würde all jenen die den Weg nicht weiter mitgehen wollen, die Möglichkeit bieten vorher zu einem besseren Kurs als zur Zeit auszusteigen. In diesem Szenario, wäre es auch denkbar, dass der Kurs sogar übertrieben ansteigt, da weitere Investoren dann ein gutes längerfristiges Investment sehen und einsteigen wollen. Sicherlich, wäre dann auch die Zustimmung auf der HV seitens der Aktionäre gesichert und die neue Muttergesellschaft könnte dann auch ohne schlechte Publicity und eventuellen Klagewellen in die Zukunft starten.
3. Szenario:
Es wird nach Erreichen der 80% Zustimmung durch die Gläubiger und vor der HV, eine Meldung veröffentlicht, in der den Aktionären nur schwammig und vage der weitere Verlauf ihrer Beteiligung mitgeteilt wird und/oder weitere Drohungen bzw. negative Details enthalten sind.
In diesem Fall, ist dem Management und/oder den Gläubigern auf jeden Fall klar, dass die meisten Aktionäre auf der HV gegen den Vorschlag stimmen werden und es zu Klagen und schlechter Publicity kommen wird. Hier hat man sich entweder durch Aufkauf der Aktien schon abgesichert um die Abstimmung an der HV zum Vorschlag im Sinne des Managements und/oder der Gläubiger zu entscheiden, man geht bewusst dann den Weg in die Insolvenz bzw. Sanierungsverfahren, man bessert den Vorschlag noch einmal nach oder es kommt zu einem schlechten Übernahmeangebot von wenigen Cent pro Aktie.
Interessant wird auf alle Fälle noch die Frage, ob die Gläubiger die 80% Anteile an Steinhoff bzw. der nachfolgenden Muttergesellschaft, direkt nach der Zustimmung auf der HV bekommen werden oder erst nach Ablauf der Verlängerung + eventuell 2x12 Monate, wenn bis dahin die Schulden nicht bezahlt sind. Hieraus würden sich dann noch einmal weitere Szenarien/Möglichkeiten ergeben.
Zum jetzigen Zeitpunkt, bleibt uns ja nur das Warten auf weitere Infos und uns im Hintergrund zusammenzuschließen um gemeinsam reagieren bzw. abstimmen zu können oder an das Management heranzutreten mit Fragen und/oder eigenen Vorschlägen/Forderungen.
Was haltet Ihr von den Szenarien, welches denkt Ihr wird am ehesten eintreten und fallen Euch noch weitere ein?
Gruß,
Red Wood.