Steht der Ölpreis bald bei 100 Dollar?


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EinsamerSam.:

Steht der Ölpreis bald bei 100 Dollar?

 
12.08.05 09:15
Steht der Ölpreis bald bei 100 Dollar?

Der Ölpreis scheint derzeit kein Halten mehr zu kennen - mit 65 Dollar je Barrel (159 Liter) hat das "schwarze Gold" historische Rekordmarken erreicht. Auf den Börsenparketts in Frankfurt und New York sollen Händler bereits Wetten laufen haben, wann der Ölpreis die 100-Dollar-Marke knacken wird.

Von einem "super-spike" ist die Rede, also von einer rasanten und durch nichts zu bremsenden Aufwärtsbewegung. Robert MacKenzie, Analyst von Friedman, Billings, Ramsey & Co hält ein solches Szenario zumindest für wahrscheinlicher, als dass der Ölpreis wieder auf 20 Dollar je Barrel zurückfallen wird. Als Motor für eine schnelle Aufwärtsbewegung macht MacKenzie eine steigende Ölnachfrage aus China und Indien verantwortlich. "Die Nachfrage steigt schneller als das Angebot", so seine einfache Überlegung.

Alles eine Frage der Spekulation

Dass die Nachfrage derzeit schneller steigt als das Angebot, ist unumstritten. In den nächsten fünf Jahren, so Ronald Ganz, Präsident der Schweizerischen Erdölvereinigung, wird die Weltnachfrage nach Öl um rund 1,5 Millionen Barrel pro Tag zunehmen. Zugleich wird die Förderung aus alten Ölfeldern aber um 1,2 Millionen Barrel pro Tag zurückgehen. Dass aus dieser Konstellation eines Tages auch mal eine echte Ölkrise entstehen kann - also tatsächlich mehr Öl nachgefragt als angeboten wird - liegt auf der Hand. Doch aktuell kann von einer Ölkrise im klassischen Sinne keine Rede sein. Tatsache ist, dass die derzeitige Ölnachfrage am Markt immer noch befriedigt werden kann. Und so ist es denn wohl eher schon ein Mix aus Angst und Spekulation - Stichwort: Iran/Irak, rückläufige Benzinreserven, Produktionsausfälle in mehreren amerikanischen Raffinerien -, die die Rekordfahrt des Ölpreises anheizt.

Alternativ ist besser

Stellt sich nun die Frage, ob man als Anleger noch auf einen "super-spike" wetten sollte. Im Gegensatz zu den meisten Marktteilnehmern sieht DER AKTIONÄR derzeit mehr Chancen auf der Shortseite. Denn letztendlich dürfte es eine Frage der Wahrnehmung sein, wie die Börse die Zukunft des Öls einstuft. Natürlich kann man vom Ende des Ölzeitalters, das ohne Zweifel gekommen ist, reden und den Zusammenbruch aller Industrienationen, die sicherlich vom Öl abhängig sind, heraufbeschwören.

Doch die Knappheit des Öls kann auch ganz anders wahrgenommen werden, nämlich als Chance. Je länger der Ölpreis haussiert, desto lukrativer werden alternative Energieträger. Diese können zwar kurzfristig kaum das Öl als Hauptenergieträger ersetzen, doch langfristig beschleunigt ein hoher Ölpreis die Energiewende. Man könnte auch sagen: Je höher der Ölpreis, desto schneller wird das Ende des Ölzeitalters kommen. Sollte sich diese Ansicht an der Börse einmal durchsetzen, ist mit einem deutlichen Rücksetzer beim Ölpreis zu rechnen.

Auf Öl setzen ohne Ölaktien

Als Anleger sollte man daher auf Unternehmen setzen, die sich auf alternative Energien spezialisiert haben. Am bekanntesten dürften hier wohl die Solarfirmen wie Solarworld und Solar-Fabrik sein. Aber auch Brennstoffzellenhersteller wie die amerikanische Fuelcell Energy bieten Chancen. Ebenfalls auf der Watchliste sollten Autokonzerne stehen, die schon früh die Zeichen der Zeit erkannt und auf Hybridfahrzeuge gesetzt haben, wie zum Beispiel Toyota.

Quelle: deraktinonaer.de

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Der Einsame Samariter

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bammie:

Angst vor Iran-Konflikt und Hurrikans treibt an

 
12.08.05 09:33
Angst vor Iran-Konflikt und Hurrikans treibt Ölpreis


Angst vor Iran-Konflikt und Hurrikans treibt Ölpreis auf Rekord

von Daniel Eckert; Holger Zschäpitz

Berlin/New York - Der Ölpreis kennt kein Halten mehr. Am Donnerstag haben die Notierungen an den Rohstoffmärkten weltweit neue Rekordstände markiert. Leichtes US-Öl der Sorte WTI notierte am New Yorker Warenterminmarkt Nymex erstmalig über 65 Dollar je Barrel (159 Liter). Die Nordseesorte Brent kostete am Nachmittag 64,57 Dollar - 58 Cent mehr als am Mittwoch.

"Derzeit gibt es viele Faktoren, die die Notierungen stützen oder nach oben ziehen und kaum Faktoren, die entlastend wirken", sagt Sandra Ebner, Öl-Analystin bei der DekaBank in Frankfurt. Allen voran werde der Markt für den Rohstoff derzeit von der Angst vor einer Zuspitzung des Iran-Konflikts dominiert. "Solange die Gefahr eines Embargo nicht abgewendet ist, wird es keine nachhaltige Entspannung bei den Notierungen geben", sagt Ebner. Hinzu kämen spekulative Käufe von Hedge-Fonds und anderen Investoren, die auf den Trend aufspringen und ihn damit beschleunigten.

Die politischen Unsicherheiten im Nahen Osten sowie die spekulativen Käufe von Hedge-Fonds treffen den Markt zu einer denkbar schlechten Zeit. Denn die Nachfrage aus China und den USA, den beiden größten Ölimporteuren und -verbrauchern der Welt, ist weiter hoch, das Angebot dagegen knapp. So kam es in einigen großen Raffinerien in den letzten Tagen zu Problemen, die die Preise nach oben katapultierten. Wegen eines Lecks mußte ein Ölkonzern einen Teil seiner Anlage in Texas City schließen. Zudem beginnt jetzt die Zeit der großen Hurrikans. Schwere Stürme im Golf von Mexiko behindern immer wieder die Öl- und Erdgasförderung. Schließlich befinden sich in den Küstengebieten des Golfs von Mexiko große Fördergebiete, aber auch riesige Raffinerien und petrochemische Anlagen.

Ingesamt haben die Ölpreise seit Jahresanfang um 60 Prozent zugelegt - in Euro gerechnet sogar um 74 Prozent. Angesichts dieser normativen Kraft des Faktischen kommen auch die Analysten nicht umhin, ihre Vorhersagen nach oben anzupassen. Am Donnerstag zogen die Experten der Citigroup nach. Für dieses Jahr haben die Profis ihre Durchschnittspreis-Prognose um zwölf Prozent auf 56 Dollar, für 2006 um 21 Prozent auf 51 Dollar und 2007 um 37 Prozent auf 48 Dollar angehoben. Citi-Analyst Tony Eccles zerknirscht: "Wir müssen uns den Marktgegebenheiten anpassen." dde/hz.

Artikel erschienen am Fr, 12. August 2005
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bammie:

Finanz-Terminmärkte ignorieren den Ölpreis

 
12.08.05 09:52
Die Terminmärkte für Finanztitel scheinen sich im Gegenteil zu den Rohstofmärkten für den Aufstieg des Ölpreises überhaupt nicht zu interessieren. Hier breitet sich Optimismus über die Entwicklung der Weltwirtschaft aus, die nach dem Geschmack kritischer Ökonomen schon ans Euphorische grenzt.

Die wachsende Sensibilität der Industrierohstoffe für das Preisgeschehen am Ölmarkt beruht nach dem Urteil von Fachleuten darauf, daß die Minenunternehmen und Metallproduzenten die höheren Energiekosten unmittelbar zu spüren bekommen, während es wohl sechs bis neun Monate dauere, bis die Verteuerung des Rohöls auf breiter volkswirtschaftlicher Front durchzuschlagen beginnt. Dabei wird daran erinnert, daß Energie zum Beispiel bei der Herstellung von Aluminium bis zu 90 Prozent der Gesamtkosten ausmachen kann.

Trends statt Fundamentaldaten

Zur auffallenden Bereitschaft der Terminbörsen für Finanztitel, die Hausse am Ölmarkt zu ignorieren, erklären Beobachter, an diesen Märkten spiele die Spekulation besonders in Form der Hedge-Fonds und der Eigenhandelsabteilungen von Banken unverändert die beherrschende Rolle. Diese Gattung von Marktteilnehmern kümmere sich bei ihren bewußt kurzfristig ausgerichteten Positionen an den Finanz-Terminmärkten und in anderen Derivaten überwiegend nicht um fundamentale Gegebenheiten, sondern sie folgten mehr oder minder den Markttrends.

Die Hausse nähre so die Hausse, weil die Tendenz nun einmal nach oben weise und immer neue Käufer anlocke. "The trend is your friend, until it ends", laute im angelsächsischen Sprachraum die Devise. Das bedeutet, der Anleger möge den herrschenden Trend nutzen, bis er endet. Manche ersetzen das Wort "endet" durch "bricht", um deutlich zu machen, was droht, wenn plötzlich alle verkaufen wollen und keine Käufer mehr zugegen sind.

Die Skeptiker beklagen beständig, daß die Propagandatrommel der "Sell Side", also jener, die etwas zu verkaufen haben und dies auch dringendst wollen, die breite Öffentlichkeit angesichts der unerwartet günstig erscheinenden Konjunkturzahlen erst richtig zum Kaufen animieren. Wenn kritische Fragen zum Ölpreis gestellt werden, führen diese Verkäufer gerne das Argument an, inflationsbereinigt sei Öl ja noch immer nicht viel teuer als Anfang der achtziger Jahre. Zudem seien die entwickelten Volkswirtschaften heute sehr weniger vom Öl abhängig als noch vor 30 Jahren. Die Skeptiker entgegnen, die wahren Folgen der Öl-Hausse würden sich erst noch zeigen.

Energie-Agentur nicht auf der Höhe

Rohöl der Sorte "West Texas Intermediate" (WTI) hat in der Nacht vom Mittwoch auf Donnerstag im elektronischen Handel das Rekordhoch von 65,30 Dollar je Barrel (rund 159 Liter) erreicht. Auch am Donnerstag notierte der Ölpreis nahe dieser Marke. Zugleich haben Benzin und Heizöl in New York neue Höchststände erklommen. Es wird von umfangreichen Käufen der Fonds gesprochen.

Die fundamentale Nachrichtenlage hat sich zuletzt nicht wesentlich verändert. Neu ist nur, daß die Internationale Energie-Agentur (IEA) ihre gelassene Haltung zur statistischen Situation am Ölmarkt noch einmal bekräftigt hat. Als bemerkenswert bezeichneten Analysten jedoch, daß die IEA jetzt plötzlich privaten Experten gefolgt ist und für den Rest des Jahres eine geringere Förderung in jenen Ländern, die nicht der Organisation Erdöl exportierender Länder (Opec) angehören, voraussagt.

Im Gegenzug hat sie ihre Prognose zum Bedarf an Opec-Öl erhöht. Fachleute fühlen sich angesichts des Monatsberichts der IEA in ihrer Überzeugung bestätigt, daß diese Institution den tatsächlichen Verhältnissen am Ölmarkt notorisch hinterherhinkt.

Unterdessen wartet man an den Agrar-Terminmärkten in Chicago mit hoher Spannung auf den am Freitag erscheinenden monatlichen Erntebericht des amerikanischen Landwirtschaftsministeriums (USDA). Er dürfte Aufschluß darüber geben, welche Schäden Hitze und Dürre im Juli an den amerikanischen Ernten für Mais und Sojabohnen angerichtet haben. Analysten bezeichnen diese Märkte und auch Weizen als technisch stark "überverkauft" und würden sich daher über deutliche Preissteigerungen nicht wundern, wenn die Ertragseinbußen die Erwartungen übertreffen sollten.
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