WeltN24 hat Ihnen ja jahrelang die Nachrichten zugeliefert - also mehr Evolution als Revolution
bei der Umstellung zur Inhouse-Produktion?
Ein Stück weit, ja, weil Arne Teetz viel Erfahrung mitbringt. Und im Nachrichten-Journalismus
ist für mich Kontinuität ein Qualitätsmerkmal. Wir machen unsere Hausaufgaben, und da geht
Qualität vor Geschwindigkeit. Ab April wird Arne mitgestalten, wie wir die Nachrichten für Januar
aufstellen. Wir lernen gerade auch viel aus der aktuellen Nachrichtenberichterstattung. Und zur
Revolution: Sowohl im linearen als auch im digitalen Bereich wird es auch einige Innovationen geben
Welche Köpfe sollen dann künftig aus Unterföhring heraus die Nachrichten für ihre Sender präsentieren?
Wir haben eine Top-Moderatoren-Crew, mit der wir gerne auch ab 2023 weiter zusammenarbeiten.
Das gesamte Team werden wir im Sommer vorstellen.
Wird Linda Zervakis künftig häufiger zu sehen sein? Allein bei ZOL" eingebunden zu sein,
ist eine wackelige Präsenz bei ProSieben
Für Sondersendungen wie die Ukraine-Spezials ist sie ja immer wieder im Einsatz. Zusammen mit
Claudia von Brauchitsch haben wir ein hervorragendes Moderatorinnen-Duo beim Triell gehabt. Ich
empfand die Leistung der beiden als Benchmark.
"Ich halte grundsätzlich sehr viel davon, an Formatmarken festzuhalten und sie
permanent zu pflegen"
Aber "Zervakis & Opdenhövel Live" tut sich extrem schwer.
Immer, wenn ich von Senderchefs oder Vorständen gefragt werde Wie lange dauert es,
bis ein Format erfolgreich ist?", ist meine Standardantwort "ein Jahr". Weil gerade im
Magazinbereich diese Formate sehr viel Zeit brauchen, bis sie in den Sehgewohnheiten
des Publikums ankommen. Ich halte grundsätzlich sehr viel davon, an Formatmarken
festzuhalten und sie permanent zu pflegen. Das hat sich für uns bei "taff" und "Galileo",
aber auch dem "Sat.1-Frühstücksfernsehen" sehr bezahlt gemacht. Heute gibt es so viele
Möglichkeiten, so viele unterschiedliche Plattformen, um sich zu informieren, da ist die
Etablierung von Magazinformaten umso schwieriger.
Aber sie bleiben Optimist?
Mit 24 Jahren Betriebszugehörigkeit bin ich Berufsoptimist. Trotzdem ist das eine der schwierigsten
Aufgaben. Ich glaube, wir müssen an dem Format feilen und ihm weiter Zeit geben. Die Mühe lohnt sich.
Traditionell war Sat.1 die Sendermarke mit mehr journalistischen Angeboten. ProSieben hat aufgeholt.
Ist die Inhouse-Produktion auch eine Gelegenheit, z.b. die unter Wert
verkaufte "Newstime" bei ProSieben zu stärken?
In Sachen Informationsinhalte hat ProSieben riesige Sprünge gemacht in den letzten Jahren.
Rein strategisch glaube ich aber, dass wir bei Sat.1 eine größere Lücke füllen können. Zwischen
dem "Frühstücksfernsehen" und den "Sat.1 Nachrichten" hat der Sender derzeit keine Informationsinhalte
in dieser Form. Außerdem wird unsere Gesellschaft in den nächsten Jahren in außenpolitischen,
wirtschaftlichen und sozialen Fragen sehr umbrüchig werden. Darauf können wir mit einer eigenen
Redaktion adäquat reagieren.
Gilt also: Mehr Information statt Infotainment?
Wir haben mit einzelnen Dokumentationen und Reportagen zuletzt sowohl bei ProSieben als auch Sat.1
deutlich komplexere Themen bedient und waren dabei konfrontativer als früher. Auch das braucht
Rückendeckung im Unternehmen und mich freut, dass dies mitgetragen wird.
Herr Pietsch, herzlichen Dank für das Gespräch.
www.dwdl.de/interviews/87090/...sein_ist_ein_vorteil_an_sich/
bei der Umstellung zur Inhouse-Produktion?
Ein Stück weit, ja, weil Arne Teetz viel Erfahrung mitbringt. Und im Nachrichten-Journalismus
ist für mich Kontinuität ein Qualitätsmerkmal. Wir machen unsere Hausaufgaben, und da geht
Qualität vor Geschwindigkeit. Ab April wird Arne mitgestalten, wie wir die Nachrichten für Januar
aufstellen. Wir lernen gerade auch viel aus der aktuellen Nachrichtenberichterstattung. Und zur
Revolution: Sowohl im linearen als auch im digitalen Bereich wird es auch einige Innovationen geben
Welche Köpfe sollen dann künftig aus Unterföhring heraus die Nachrichten für ihre Sender präsentieren?
Wir haben eine Top-Moderatoren-Crew, mit der wir gerne auch ab 2023 weiter zusammenarbeiten.
Das gesamte Team werden wir im Sommer vorstellen.
Wird Linda Zervakis künftig häufiger zu sehen sein? Allein bei ZOL" eingebunden zu sein,
ist eine wackelige Präsenz bei ProSieben
Für Sondersendungen wie die Ukraine-Spezials ist sie ja immer wieder im Einsatz. Zusammen mit
Claudia von Brauchitsch haben wir ein hervorragendes Moderatorinnen-Duo beim Triell gehabt. Ich
empfand die Leistung der beiden als Benchmark.
"Ich halte grundsätzlich sehr viel davon, an Formatmarken festzuhalten und sie
permanent zu pflegen"
Aber "Zervakis & Opdenhövel Live" tut sich extrem schwer.
Immer, wenn ich von Senderchefs oder Vorständen gefragt werde Wie lange dauert es,
bis ein Format erfolgreich ist?", ist meine Standardantwort "ein Jahr". Weil gerade im
Magazinbereich diese Formate sehr viel Zeit brauchen, bis sie in den Sehgewohnheiten
des Publikums ankommen. Ich halte grundsätzlich sehr viel davon, an Formatmarken
festzuhalten und sie permanent zu pflegen. Das hat sich für uns bei "taff" und "Galileo",
aber auch dem "Sat.1-Frühstücksfernsehen" sehr bezahlt gemacht. Heute gibt es so viele
Möglichkeiten, so viele unterschiedliche Plattformen, um sich zu informieren, da ist die
Etablierung von Magazinformaten umso schwieriger.
Aber sie bleiben Optimist?
Mit 24 Jahren Betriebszugehörigkeit bin ich Berufsoptimist. Trotzdem ist das eine der schwierigsten
Aufgaben. Ich glaube, wir müssen an dem Format feilen und ihm weiter Zeit geben. Die Mühe lohnt sich.
Traditionell war Sat.1 die Sendermarke mit mehr journalistischen Angeboten. ProSieben hat aufgeholt.
Ist die Inhouse-Produktion auch eine Gelegenheit, z.b. die unter Wert
verkaufte "Newstime" bei ProSieben zu stärken?
In Sachen Informationsinhalte hat ProSieben riesige Sprünge gemacht in den letzten Jahren.
Rein strategisch glaube ich aber, dass wir bei Sat.1 eine größere Lücke füllen können. Zwischen
dem "Frühstücksfernsehen" und den "Sat.1 Nachrichten" hat der Sender derzeit keine Informationsinhalte
in dieser Form. Außerdem wird unsere Gesellschaft in den nächsten Jahren in außenpolitischen,
wirtschaftlichen und sozialen Fragen sehr umbrüchig werden. Darauf können wir mit einer eigenen
Redaktion adäquat reagieren.
Gilt also: Mehr Information statt Infotainment?
Wir haben mit einzelnen Dokumentationen und Reportagen zuletzt sowohl bei ProSieben als auch Sat.1
deutlich komplexere Themen bedient und waren dabei konfrontativer als früher. Auch das braucht
Rückendeckung im Unternehmen und mich freut, dass dies mitgetragen wird.
Herr Pietsch, herzlichen Dank für das Gespräch.
www.dwdl.de/interviews/87090/...sein_ist_ein_vorteil_an_sich/
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