Nachfolgender YouTube-Film hat für mich tiefgründig-unterhaltenden Charakter. Resumée:
„Es ist unsinnig, Eulen nach Athen zu tragen“ und „Schuster bleib bei Deinen Leisten“.
Im Film geht es um einen Broker, der sich um die Welt dealt. U. a. kauft er Pferde in Kirgistan und will diese auf einem regionalen Pferdemarkt verkaufen – dabei erleidet er einen herben Schiffbruch, denn er kennt sich weder mit Pferden noch mit dem Marktgebaren aus.
Diese Analogie hat mir auf interessante Art die Augen geöffnet. Noch immer befinden wir uns auf einer Art „Pferdemarkt“. Dort haben die Locals das Sagen, denn sie kennen diesen Handel seit Jahrhunderten. So ist auch nachvollziehbar, dass man aus kirgisischer Sicht jegliches Geschäft, auch wenn es die eigenen Horizonte übersteigt, zunächst einmal aus exakt diesem Blickwinkel betrachtet und behandelt.
Aber deshalb den Chinesen den Abbau zu überlassen, in der Hoffnung, dass KG auf Dauer einen guten Schnitt macht, wäre sehr einfach gedacht. Mit den Chinesen kommt weder Arbeit, Know-how noch Nachhaltigkeit ins Land. Die angeprangerten Umweltbelastungen in diesem Fall auszublenden und die eigentlichen Schäden vor Ort zu belassen wäre das Ergebnis. Den Mehrwert generieren die gelben Ameisen. Das muss in die „Nomadenhirne“ hinein.
Es braucht m. E. einen entscheidenden Bewusstseinswechsel in den Köpfen der Landeslenker, doch das geht nicht von heute auf morgen. Internationale Märkte ticken anders, bieten dafür einen weit größeren Hebel. Am REO-Markt zu partizipieren muss auch für KG von nationaler Bedeutung sein. Diese Produkte sind ein Türöffner für globale Märkte (Devisen). Hier verlassen wir den Pferdemarkt, denn der wahre Wert dieser HighTech-Rohstoffe macht sich an komplexem Know-how fest.
Agrardenken trifft auf HighTech. Liegt darin ein Denkfehler?
Ob auch die regional Abgesandten der KG-Regierung für sich erkennen, dass die Diversifizierung der Märkte auch Unabhängigkeit bedeutet? Immerhin sucht man den Kontakt zum Westen, das haben wir beim Antrittsbesuch des KG-Staatsoberhauptes in Berlin gesehen.
Mag sein, dass das schnelle Geld deshalb die Tagespolitik bestimmt, weil man diesen simplen und praktikablen Handel mit Rohstoffen oder Basisprodukten am besten versteht? Geht es nur um die schnelle Befriedigung von Grundbedürfnissen? Kann man von einer nomadisch geprägten Kultur, die sich im Aufbruch in die Neuzeit befindet, eine derart weitsichtige Haltung zu erwarten? Wie verlockend ist die Chance, mit REEs Deviden (EUR, Dollar, Yen & Co.) zu verdienen? Ist es nur der Preis, der noch nicht stimmt?
Unserem Broker im Film ist die Zeit davon gelaufen ...
http://www.youtube.com/watch?v=Sn3FZFUyQj0