ss!
von Ronald Gehrt
Meine sehr geehrten Damen und Herren!
Die Gleich vorab: We are not amused! Was uns dieser Tage als konsequentes Eingreifen der Deutsche Börse AG gegen die Mißstände am Neuen Markt verkauft wird, ist bestenfalls eine kosmetische Maßnahme. Hilft Kosmetik, wenn der Kandidat schon mit einem Bein im Grab steht? Wohl kaum. Ich spreche hier vom so genannten "Delisting", d.h. dem Rauswurf all derjenigen Unternehmen, die folgende Kriterien erfüllen:
Marktkapitalisierung unter 20 Millionen Euro und Aktienkurs unter einem Euro. Treffen beide Grenzwerte für einen Zeitraum von mehr als 30 aufeinander folgenden Handelstagen zu und werden diese in den unmittelbar darauf folgenden 90 Handelstagen nicht mindestens an 15 aufeinander folgenden Tagen wieder übertroffen, schließt die Deutsche Börse AG das Unternehmen danach binnen eines Monats aus dem Neuen Markt aus. Der Handel kann dann in anderen Marktsegmenten fortgesetzt werden.
Aha. Rechnen wir mal nach: Vom Rutsch unter einen Euro bis zum Rauswurf dauert das Ganze also knapp sieben Monate. Mindestens. Denn wenn eine Aktie sich nach 29 Handelstagen wieder auf 1,01 Euro nach oben quält, geht das Zählen wieder von vorne los!
Also wozu das Ganze? Verhindert diese Regelung, dass Anleger mit ihren Investments einen Großteil ihres Kapitals verlieren? Nein. Kreative Buchführung, das Verheizen des durch die Emission eingenommenen Kapitals und vor allem unsaubere Machenschaften werden hiervon nicht berührt. Und dass Aktien mit Kursen unter einem Euro problematische Anlagen darstellen, wussten 99,9 Prozent der Investoren auch vorher schon. Zudem hindert das den Nemax nicht daran, heiter weiter zu fallen. Denn immerhin darf eine Aktie ja zunächst von z.B. 80 auf unter einen Euro fallen und dadurch den Index mit in die Tiefe zerren, bevor sie vor die Tür gesetzt wird. Ein paar der konsequenten Regeln der amerikanischen SEC "abzuschreiben", wäre weitaus angebrachter gewesen!
Mit besten Wünschen Ihr
Ronald Gehrt
von Ronald Gehrt
Meine sehr geehrten Damen und Herren!
Die Gleich vorab: We are not amused! Was uns dieser Tage als konsequentes Eingreifen der Deutsche Börse AG gegen die Mißstände am Neuen Markt verkauft wird, ist bestenfalls eine kosmetische Maßnahme. Hilft Kosmetik, wenn der Kandidat schon mit einem Bein im Grab steht? Wohl kaum. Ich spreche hier vom so genannten "Delisting", d.h. dem Rauswurf all derjenigen Unternehmen, die folgende Kriterien erfüllen:
Marktkapitalisierung unter 20 Millionen Euro und Aktienkurs unter einem Euro. Treffen beide Grenzwerte für einen Zeitraum von mehr als 30 aufeinander folgenden Handelstagen zu und werden diese in den unmittelbar darauf folgenden 90 Handelstagen nicht mindestens an 15 aufeinander folgenden Tagen wieder übertroffen, schließt die Deutsche Börse AG das Unternehmen danach binnen eines Monats aus dem Neuen Markt aus. Der Handel kann dann in anderen Marktsegmenten fortgesetzt werden.
Aha. Rechnen wir mal nach: Vom Rutsch unter einen Euro bis zum Rauswurf dauert das Ganze also knapp sieben Monate. Mindestens. Denn wenn eine Aktie sich nach 29 Handelstagen wieder auf 1,01 Euro nach oben quält, geht das Zählen wieder von vorne los!
Also wozu das Ganze? Verhindert diese Regelung, dass Anleger mit ihren Investments einen Großteil ihres Kapitals verlieren? Nein. Kreative Buchführung, das Verheizen des durch die Emission eingenommenen Kapitals und vor allem unsaubere Machenschaften werden hiervon nicht berührt. Und dass Aktien mit Kursen unter einem Euro problematische Anlagen darstellen, wussten 99,9 Prozent der Investoren auch vorher schon. Zudem hindert das den Nemax nicht daran, heiter weiter zu fallen. Denn immerhin darf eine Aktie ja zunächst von z.B. 80 auf unter einen Euro fallen und dadurch den Index mit in die Tiefe zerren, bevor sie vor die Tür gesetzt wird. Ein paar der konsequenten Regeln der amerikanischen SEC "abzuschreiben", wäre weitaus angebrachter gewesen!
Mit besten Wünschen Ihr
Ronald Gehrt