ftd.de, Fr, 3.8.2001, 17:10
Spar spielt mit seinem Verbleib an der Börse
Der Hamburger Handelskonzern Spar hat der Deutschen Börse nicht wie gefordert seinen Bericht für das erste Quartal vorgelegt. Nach den Regularien droht der Spar-Aktie nun die Herausnahme aus dem Frankfurter Nebenwerteindex MDax.
Spar sei das Risiko der Herausnahme aus dem MDax durchaus bewusst, sagte eine Unternehmenssprecherin am Freitag. Der Konzern plane zwar, einen Halbjahresbericht vorzulegen, jedoch seien für die ersten drei Monate keine Zahlen veröffentlicht worden. Den Spar-Aktionären liege seit gut zwei Monaten ein kaufangebot der französischen Konzernmutter ITM für ihre Vorzugsaktien vor. Insofern strebe Spar sowieso eher weg von der Börse, sagte die Sprecherin zur drohenden Herausnahme. Ein Sprecher der Deutschen Börse sagte, es gebe feste und eindeutige Grundregeln, die jeglichen Kommentar überflüssig machten.
Auch Porsche ist ein Wackelkandidat
Turnusgemäß wird die deutsche Börse in der nächsten Woche entscheiden, wie sich die Aktienindizes zusammensetzen. Dabei droht auch anderen Unternehmen die Herausnahme. Auf Porsche wird es sogar wahrscheinlich zutreffen, da sich der Autohersteller weigert, den von der Börse geforderten Quartalsbericht vorzulegen. Bedroht sind außerdem Deutz, Phoenix und VCL. Die heißesten Kandidaten auf die möglicherweise frei werdenden Plätze sind der Frankfurter Flughafenbetreiber Fraport, die Salzgitter AG, Beru und Gildemeister.
Maßstab für eine Aufnahme in den MDax sind der Börsenwert und der Aktienumsatz eines Unternehmens. Gehört ein Betrieb bei beiden Werten zu den 110 größten Werten, ist eine Hereinnahme in den MDax möglich. Zusätzlich fließen noch der Streubesitz, die Branchenzugehörigkeit und andere "weiche" Kriterien in die Entscheidung mit ein. Voraussetzung für eine Aufnahme ist jedoch, dass das betreffende Unternehmen den Übernahmekodex akzeptiert und regelmäßig Quartalsberichte erstellt.
© 2001 Reuters Limited. Nutzerbeschränkungen
Spar spielt mit seinem Verbleib an der Börse
Der Hamburger Handelskonzern Spar hat der Deutschen Börse nicht wie gefordert seinen Bericht für das erste Quartal vorgelegt. Nach den Regularien droht der Spar-Aktie nun die Herausnahme aus dem Frankfurter Nebenwerteindex MDax.
Spar sei das Risiko der Herausnahme aus dem MDax durchaus bewusst, sagte eine Unternehmenssprecherin am Freitag. Der Konzern plane zwar, einen Halbjahresbericht vorzulegen, jedoch seien für die ersten drei Monate keine Zahlen veröffentlicht worden. Den Spar-Aktionären liege seit gut zwei Monaten ein kaufangebot der französischen Konzernmutter ITM für ihre Vorzugsaktien vor. Insofern strebe Spar sowieso eher weg von der Börse, sagte die Sprecherin zur drohenden Herausnahme. Ein Sprecher der Deutschen Börse sagte, es gebe feste und eindeutige Grundregeln, die jeglichen Kommentar überflüssig machten.
Auch Porsche ist ein Wackelkandidat
Turnusgemäß wird die deutsche Börse in der nächsten Woche entscheiden, wie sich die Aktienindizes zusammensetzen. Dabei droht auch anderen Unternehmen die Herausnahme. Auf Porsche wird es sogar wahrscheinlich zutreffen, da sich der Autohersteller weigert, den von der Börse geforderten Quartalsbericht vorzulegen. Bedroht sind außerdem Deutz, Phoenix und VCL. Die heißesten Kandidaten auf die möglicherweise frei werdenden Plätze sind der Frankfurter Flughafenbetreiber Fraport, die Salzgitter AG, Beru und Gildemeister.
Maßstab für eine Aufnahme in den MDax sind der Börsenwert und der Aktienumsatz eines Unternehmens. Gehört ein Betrieb bei beiden Werten zu den 110 größten Werten, ist eine Hereinnahme in den MDax möglich. Zusätzlich fließen noch der Streubesitz, die Branchenzugehörigkeit und andere "weiche" Kriterien in die Entscheidung mit ein. Voraussetzung für eine Aufnahme ist jedoch, dass das betreffende Unternehmen den Übernahmekodex akzeptiert und regelmäßig Quartalsberichte erstellt.
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