@Werner: Ist natürlich sehr schwierig, wenn einem etwas sehr gut gefällt, dass man die Risiken richtig einschätzt ;-) Da mache ich mal dem guten Joerg keinen Vorwurf. Einzig die Art der Abwiegelung von kritischen Anmerkungen sollte hinterfragt werden.
Ich persönlich denke schon, dass AMS irgendwann wieder steigen wird. Eine Bewertung der Aktie ist allerdings aufgrund der exorbitanten Verschuldung sehr sehr schwierig.
Wie bewertet man 1,6 Mrd $ Verschuldung. Das sind knapp 20 $ pro Aktie.
Wäre ich jetzt CEO eines Unternehmens, das AMS aufkaufen wollte, rechne ich die 20$ auf den Mergerpreis mit drauf. Selbst wenn man ein Angebot über 30$ pro Aktie (ein fulminanter Aufschlag von 50% auf den letzten Kurs) abgeben würde, dann müsste man mit Übernahmekosten von 50$ rechnen. Dies wären wiederum knapp 4,5 Mrd $. Das wäre m.E. nach sehr viel Geld für ein Unternehmen, das zu über 60% von Apple abhängt.
Ein lukrativer Merger dürfte deshalb vermutlich nicht in Frage kommen.
Doch wie geht es ohne Merger weiter ?
Man hat sein ganzes verfügbares Geld (ich behaupte sogar darüber hinausgehend) in den jetzigen Entwicklungsstand investiert. Keine seriöse Bank würde zu seriösen Bedingungen augenblicklich nochmals Geld hinzuschiessen. Wie sollen da die Innovationsprodukte für 2020,2021 usw. entstehen können. Man muss definitiv bis 2021/2022 einen Riesenberg der jetzigen Schulden abbauen, da es extremst schwierig sein dürfte, die jetzigen Kredite, die bis 2021/2022 laufen, zum großen Teil abzubauen.
Da haben es Giganten wie STMicro,Infineon etc. deutlich einfacher nochmals zu investieren.
Mein Vorschlag wäre wirklich eine Fusion mit einem Unternehmen, welches über genügend Kapital verfügt.
Dialog Semiconductor hat bis Ende 2019 ungefähr 1,6 Mrd $ Cash-Reserven angesammelt (jetziger Cash-Bestand plus Apple-Ausgleichszahlungen plus Cash-flow 2019). Dialog hat allerdings nicht die Wachstumsraten wie AMS. Einen weiteren Vorteil hätte die Fusion auf Augenhöhe auch noch:
Bagherli anstatt Everke als CEO. Eine vernünftige Investitionspolitik und ein CEO, dem die Investoren vertrauen werden, in Verbindung mit einem 4-5 Mrd Umsatzunternehmen mit Wachstumsraten > 15% dürfte schnell den gemeinsamen Aktienkurs in die Höhe hieven und somit den leidenden AMS-Aktionären den Hintern retten.
Bin sehr gespannt, was sich hier entwickelt. Eigentlich könnte solch eine sinnvolle Fusion lediglich an der Arroganz von Everke, oder übertriebenen Erwartungen der AMS-Aktionäre scheitern. Bzw. : Dialog will sich so etwas nicht antun, weil vlt. doch irgendetwas faul an der Buchhaltung von AMS ist …..