Das ist richtig. Die Verschuldung ist bekannt und insoweit unterscheidet sich die Strategie auch von Dialog Semiconducter, die andere mit der Produktion beauftragen.
Das die Investitionen insbesondere für die Produktion für Apple erforderlich wurde, liegt auf der Hand. Ich gehe jedoch davon aus, dass das Management kalkulieren kann und sich diese Investition über die nun neuen Aufträge für sämtliche iPhones und zukünftig auch iPads amortisieren werden. Ich sehe nicht, dass Apple wieder abspringt, denn wenn Apple abspringen würde, wäre auch ein neuer Lieferant äußerst vorsichtig, bei einem Vertragsabschluss für Apple.
Denn es gibt keinen Lieferanten in der Branche, der über extrem unausgelastete Kapazitäten verfügt. Anders formuliert, wer würde für Apple ein neues Werk bauen, wenn der Kunde nach einem Jahr wieder abspringen würde? Und wieso sollte Apple so verrückt sein und einem neuen Lieferanten ein neues Werk über den Kaufpreis finanzieren?
Die Nachfrage nach den Produkten von AMS wächst enorm. AMS hat es bisher verstanden, immer das zu produzieren, wofür eine stark wachsende Nachfrage besteht Dialog hat zwar die finanziellen Risiken immer extrem stark minimiert und einen hohen Cashflow erwirtschaftet, jedoch relativ simple Produkte produziert, wovon ein Teil nun durch Apple produziert wird. Die Sensorik ist nun mal wesentlich komplizierter und wird von Apple sicher niemals selbst produziert werden.
Da nun für Apple für sämtliche iPhones produziert wird, sinken natürlich auch die Fixkosten enorm. Das deshalb der Stückpreis pro iPhone dann niedriger sein muss, sollte jedem klar sein, der kostenrechnerische Grundkenntnisse für Kalkulationen besitzt. Dass dann auch eine Gross-Margin sinkt, worauf wohl der UBS-Analyst hinweisen wird, ist schlicht logisch. Das heißt aber nicht, dass der absolute Gewinn nicht deutlich steigt. Hierauf kommt es letztendlich an, aber der UBS-Analyst vermeidet (seltsamerweise) hierzu die Aussage.
Diese "freundlichen" Analystenhinweise widersprechen meines Erachtens auch nicht der Prognose des Managements! Man muss eben manchmal auch zwischen den Zeilen lesen und sich fragen, ob gerade jetzt überhaupt neue Erkenntnisse entstanden sein können, denn die Produktion für Apple begann schon längst in Q3, so dass sich die Kalkulation auch unternehmensintern kaum geändert haben kann.